Wochenrückblick (#2)

|Gesehen| Ein bisschen amerikanisches Fernsehen im Hotel, Big Bang Theory, die US-Version von Sherlock mit Lucy Liu als Watson, College Football
|Gelesen| Das Kalifornien-Buch von den Kollegen beendet.
|Gehört| Viel Autoradio, The Bridge und Vinyl Classics – die Radiosender hier sind nach Musikrichtungen sortiert, auf den Musikkanälen gibt es ganz wenig Moderation und keine Werbung.
|Getan| K+H beim Auszug und der Wohnungsübergabe geholfen, das erste Mal in den USA Auto gefahren und dann gleich mit dem Mietwagen die Küste lang gebraust, in einem Hotel, einem AirBnB Zimmer und einem Motel übernachtet
|Gegessen Sushi, Pizza von der Cheeseboard Factory in Berkeley, Austern und amerikanisches Frühstück in Bodega Bay, Waffeln in Fort Bragg, Burger in Arcata
|Getrunken| Wasser, Bier, Milchshake
|Gedacht| Sobald man San Francisco hinter sich lässt, wird das Land ziemlich trocken.
|Gefreut| Über M. Das Überbrückungsgästezimmer. Und den Pazifikstrand bei Point Reyes. Das spätsommerliche Wetter.
|Gelacht| Immer noch am meisten mit der kleinen A.
|Geärgert| Über mein vergessenes Notizbuch, das uns einen Umweg bescherte.
|Gewünscht| Den Pazifik sehen.
|Gekauft| Eine Straßenkarte von Kalifornien.
|Geklickt| AirBnB, Tripadvisor und Hotelseiten auf der Suche nach Unterkünften an der Küste.

Die Küste nach Norden (Teil 1)

Am Donnerstag Nachmittag haben wir uns in Berkeley einen Mietwagen geliehen. Unser Ziel ist der Küstenstreifen nördlich von San Francisco: über Point Reyes, Bodega Bay, Mendocino, Fort Bragg, den Humboldt State Park bis nach Eureka wollen wir bis zum Sonntag fahren. Insgesamt sind das etwa 260 Meilen und insgesamt etwa 12 Stunden Fahrt, die wir auf drei Tage aufteilen wollen.

Berkeley bis Bodega Bay

Die erste Etappe führt von unserem Startpunkt Berkeley heraus über die Richmond-St. Rafael-Brücke in Richtung Norden. Von der Brücke aus sieht man in westlicher Richtung San Quentin, eine Halbinsel, die vor allem wegen des dortigen Gefängnisses bekannt ist.

Kurz nach der Brücke geht es in Richtung Point Reyes, eine Halbinsel, die sowohl Marschland als auch Pazifikküste hat und die auch für ihre Austernzucht bekannt ist. Leider hat Drakes Oyster Farm schon geschlossen, als wir Point Reyes erreichen. Dafür haben wir einen fantastischen Blick auf den Pazifik. Es geht kaum Wind und ist noch schön warm, so dass wir mit den Füßen im Wasser planschen, als wir den Stand entlanglaufen.

Weiter geht es dann in Richtung Bodega Bay. Hier wurden Alfred Hitchcocks Vögel gedreht und wir haben uns für die Nacht ein Zimmer im Bodega Bay Inn reserviert. Abendessen gibt es direkt im daneben gelegenen Restaurant Terrapin Creek. Hier holen wir die Austern als kleine Vorspeise nach und bestellen dann Parppadelle (das sind die ganz breiten Nudeln), einmal vegetarisch und einmal mit Ochsenschwanz-Ragout. Beides wunderbar. Dazu gibt es die hausgemachte Limonade und ein amerikanisches Hefeweizen, das auch so heißt und so schmeckt.

Von den Annehmlichkeiten, die das Bodega Bay Inn noch bietet (Kaffee, riesige Auswahl an DVDs) nutzen wir nichts mehr. Das Hotel liegt direkt am Highway No. 1, dennoch ist es nachts vergleichsweise ruhig. Der Zimmerpreis ist für das was es (auch an Sauberkeit) bietet, deutlich zu hoch. Aber das Bett ist riesig und wir schlafen gut, das war das wichtigste.

Zwischenräume

Die alte Wohnung ist schon Schlafen gelegt. Die neue Wohnung noch nicht in Besitz genommen, Wir leben zwischen den Räumen momentan. Zwischen San Francisco, Palo Alto und Berkeley. Zwischen Kurzzeitmiete, Freundesofa, Gästebett. Zwischen Ankommen und Weiterfahren.

Die schönsten beiden Monate in der Bay Area seien es, sagt man uns. Und es gibt tatsächlich jeden Tag Sonnenschein. Viel Gelegenheit zum draußen sein, umherlaufen, Dinge entdecken. Nur das kuschelige, eigene Nest, in das wir abends zurückkommen können, fehlt noch.  Manche Haushaltsgegenstände wie die elektrische Zahnbürste bleiben noch ungenutzt, so lange bis sie einen eigenen Platz im Bad bekommen. Der Wecker zeigt noch die deutsche Zeit, solange bis er auf dem Nachttisch stehen kann.

Wir sind sehr herzlich von K+H in Berkeley aufgenommen worden. Die beiden haben uns das Ankommen wirklich leicht gemacht. Jetzt haben wir nicht nur das erste California Feeling sondern auch jede Menge nützliche Tipps für Ausflüge. Vilelen Dank euch beiden nochmal dafür.

Wir nutzen diese ersten Tage ohne festen Wohnsitz für einen kleinen Roadtrip an die Küste. Austern suchen, den Pazifik sehen.

Wochenrückblick (#1)

|Gesehen| immer noch Dokus im deutschen Fernsehen, bisher weder amerikanisches Kabelfernsehen noch Netflix
|Gelesen| im Abschiedsbuch der Kollegen (ein Tipp von K wie ich inzwischen weiß)
|Gehört| Jeff Buckley beim Abendessen mit den neuen Vermietern
|Getan|Wohnung gefunden, Mobilfunkprovider ausgesucht, Konto eröffnet, Berkeley gesehen, die Golden Gate Bridge nicht gesehen
|Gegessen| Brot, Pasta, Obst
|Getrunken| O-Saft (aus Kalifornien!), Wasser (Spender im Kühlschrank, super Sache), Kokoswasser
|Gedacht|Wo werden wir nur wohnen, bis wir unsere Wohnung beziehen können?
|Gefreut| Die dritte Wohnung klappte. Das Visum kam 2 Tage nach dem Interview. Die Umbuchung funktionierte. Yay!
|Gelacht| viel mit der kleinen A.
|Geärgert| Über einen Makler, der mich über eine Stunde vor dem Appartment hat warten lassen und dann auflegte, als ich ihn irgendwann erreichte.
|Gewünscht| Dass wir vielleicht doch schon eher in die neue Wohnung können.
|Gekauft| Nix außer Essen. Muss ja momentan noch alles rumgetragen werden.
|Geklickt|Craigslist für die Zwischenmiete und auf der Suche nach Fahrrädern.

Auf der Suche nach Brot

Und es gibt sie doch, die Bäcker. In den ersten Tagen hier war mir aufgefallen, dass es nur sehr wenige reine Bäckerein gibt. So langsam kommen sie jedoch aus ihren Verstecken. Nach dem Brot von ACME, dass ich bei Wholefoods gekauft hatte, und dem Brot von Boudins am Fishermans Wharf, habe ich als nächstes eine kleine Bäckerei in der Valencia Street, Ecke 24te Straße ausprobiert: Arizmendi.

Der kleine Laden verkauft Brote, Baguettes, süße Stückchen und auch Pizza. Zwei Brote habe ich schon gekauft, fotografiert allerdings nur eines. Das Vollkornweizen-Sauerteig Brot. Es ist  „dunkelste“ Brot, dass ich bisher hier gegessen habe, schmeckt mir aber, genauso wie das Baguette von Arizmendi, bisher am besten. Der Preis liegt bei 3 Dollar.

Bekannter als Arizmendi – und auch eine Kooperative – ist die Cheeseboard Factory in Berkeley.  Vielleicht kommt nächste Woche die Gelegenheit, dort ein Brot oder eine Pizza zu probieren.

 

Golden Gate Bridge – Der erste Versuch

Am Montag bin ich mit dem Bus in die Stadt gefahren, um ein bisschen Orgakram zu erledigen. Da das schneller ging als erwartet, blieb mir noch der Nachmittag für eine weitere Erkundungstour. Es zog mich ans Meer. Und ich wollte endlich die Golden Gate Bridge sehen.

Von Downtown aus bin ich die Powell Street einfach so lange durchgelaufen, bis ich am Fisherman‘s Wharf ankam.  Das geht einmal über den Hügel und auch ein bisschen durch Chinatown. Es gibt jede Menge Restaurants und Büdchen dort. So ähnlich wie an anderen Hafenpromenaden auch. Und den ersten Blick aufs Wasser und hinüber nach Alcatraz, der ehemaligen Gefängnisinsel.

Am Fishermans Wharf ist auch Boudins, die Bäckerei, von der Ms Eltern schon erzählt hatten. Sieht allerdings eher aus wie ein Flagship Store mit angeschlossenem Restaurant für Touristen. Zum Testen habe ich aber trotzdem ein Sauerteig Baguette mitgenommen. Das macht seinem Namen alle Ehre. Es ist zwar ein helles Brot, aber die Säure des (vermutlich) Weizensauerteigs kommt deutlich durch. Es ist mir schon fast zu sauer für ein Weizenbrot, das würde ich so eher von einem Roggen(misch)brot erwarten.

Vom Fisherman’s Wharf bin ich dann weiter nach Westen an der Marina entlang. Hier ist noch alles für den America’s Cup der Segler aufgebaut, der noch bis Ende September andauern wird. Am Montag war erst der zweite Renntag. Allerdings war es sehr ruhig, keine Zuschauer und auch keine Segler zu sehen. An den Wochenenden ist wahrscheinlich mehr los. Und auch einige der Kurzzeit-Wohnungsanzeigen, die ich gesehen habe, werben explizit mit der guten Lage für Besucher des Rennens.

Weiter ging es über Crissy Fields. Und hier schloss ich das erste Mal Bekanntschaft mit dem Nebel. Windig war es die ganze Zeit, seit ich am Wasser war. Und nun ging die Sonne weg und es wurde immer nebliger. So konnte ich auch nicht sehen, dass ich der Golden Gate Bridge immer näher kam. Genauso gut hätte ich im Schwarzwald auf dem Feldberg stehen können, so wie im Mai. Da war von der schönen Aussicht auch nix zu sehen. Und hier wieder. Ich war da, die Brücke war da. Nur gesehen habe ich: Nix.

Es muss also mindestens noch ein zweiter Versuch her, um das Original zu sehen.

Der erste Einkauf

In der Reihenfolge bei zwölf Uhr beginnend liegen da: Käse (Toma) und Frischkäse, ACME Brot, Knuspermüsli, Orangensaft, kleine Feigen, Mandelmilch, Earl Grey, Vollkornpastamuscheln, San Marzano Tomaten, Tomatensugo. Im Hintergrund liegt die Eierpappe, in die die Eier kommen, die die Hühner im Garten legen.

Das erste Essen

Von den temporären Mitbewohnern sehr nett in Empfang genommen worden. Nach 10 Stunden Schlaf, das erste Essen in Kalifornien. Ein großer Zitronen-Mohn-Muffin mit einem Café Latte. Zusammen 5 Dollar. Die – eigentlich erwartbare Frage, welche der 5 verschieden Sorten Milch ich haben wolle, beantworte ich mit „whole fat“. Zuhause gibt es aber grad Mandelmilch. Siehe nächster Post.