Wie wir hier einkaufen Teil 1: Der Supermarkt

Der Supermarkt, der für uns am nächsten liegt, ist ein WholeFoods Market. Frei übersetzt bedeutet der Name in etwa „Vollwertige Lebensmittel“. Das ist eine Kette relativ kleiner Supermärkte mit einem großen Angebot an biologischen Lebensmitteln. Es ist definitiv nicht der Durchschnittssupermarkt der Amerikaner, insofern kann ich hier keine weiteren Klischees bedienen. Für uns ist er aus vier Gründen unser erster Anlaufpunkt: Er ist nah, hat Bioprodukte, es gibt Fahrradparkplätze und viele Sachen, die aus der Region kommen.

Auffällig ist, dass man viele Sachen aus Europa findet. Nicht nur Käse aus Frankreich oder Pasta von De Checco sondern auch Wasser aus Deutschland: Gerolsteiner Mineralwasser. Evian gibt es übrigens auch. Die schippern Wasser aus Europa an die Westküste, es ist kaum zu glauben. Zudem gibt es eine wahnwitzige Palette an importiertem Bier und Wein. Grüner Veltiner aus Österreich gefällig? Kein Problem. Absurd, wenn man überlegt, dass mit Sonoma und Napa zwei großartige Weingebiete nur etwa eine Autostunde entfernt liegen. Allein am Anteil der importierten, konventionellen Produkte sieht man, dass nicht das ganze Angebot aus Bio-Ware besteht und nur zu einem kleinen Teil wirklich regional ist.

Nicht nur bei WholeFoods, sondern auch bei anderen Supermärkten hier, findet sich eine Abteilung mit loser Ware. Das habe ich so noch in keinem Land gesehen. Oben im Artikelbild sieht man die Boxen mit Getreidekörnern, Mehlen, getrockneten Früchten, Nüssen, Samen. Manchmal gibt es auch lose Tees, Kräuter und Gewürze zum Selbstabwiegen, was sehr praktisch ist, wenn man wie wir das alles irgendwann auch aufessen muss. Den Boxeninhalt schaufelt man sich aus den Containern in kleine Tüten und bezahlt nach Gewicht. Auf diese Art und Weise kommen wir günstig zu unserem Roggenmehl, zu Haferflocken, gemahlenen Mandeln und Pekannüssen. Außerdem gibt es in manchen Märkten Mühlen für Erdnussbutter und Mandelbutter, die man sich selbst frisch quetschen und abfüllen kann.

WholeFoods bietet nur „natürliche“ Produkte an und definiert das nach eigenen Kriterien: ohne künstliche Aromen, frei von Farbstoffen, Süßungsmitteln und Konservierungsmitteln. Damit ist das Angebot deutlich abseits von typisch amerikanischen Produkten und relativ hochpreisig. Ich habe Bewertungen gelesen, in denen WholeFoods auch als „whole paycheck“ also „volles Gehalt“ verspottet wird. Das kann man gut dort ausgeben, denn die Preise liegen deutlich über denen in Deutschland. Aber das wundert niemanden, oder? (Nicht weil es in Amerika zu teuer, sondern eher weil es in Deutschland zu billig ist.) Wir geben pro Woche etwa 80 Dollar aus und kaufen vor allem Pasta, Käse und Wurst, Mehl und andere Backzutaten, Saft, Milch, manchmal Limo, Obst, Eis und Snacks. Gemüse kaufen wir kaum, da wir dies in unserer Gemüsekiste bekommen. Darüber dann nächste Woche mehr.

Der erste Einkauf

In der Reihenfolge bei zwölf Uhr beginnend liegen da: Käse (Toma) und Frischkäse, ACME Brot, Knuspermüsli, Orangensaft, kleine Feigen, Mandelmilch, Earl Grey, Vollkornpastamuscheln, San Marzano Tomaten, Tomatensugo. Im Hintergrund liegt die Eierpappe, in die die Eier kommen, die die Hühner im Garten legen.