Wochenrückblick (#10)

|Gesehen| Vertigo, Downton Abbey (Erste Staffel)
|Gelesen| Elizabeth Gilbert: Committed (gehört), Sheryl Sandberg: Lean In
|Getan| das SF Art Institute angeschaut, über die Golden Gate Bridge geradelt, mit der Fähre nach SF übergesetzt, beim Pilates gewesen
|Gegessen| Beef Stroganoff mit Kartoffelbrei und gebratenem Grünzeug, Lachs mit Sahnesauce und Pasta, Kürbis-Süßkartoffelsuppe, Kuchen und Sandwich von Greens (Fort Mason), Tacos bei Papitos in unserem Viertel, Pancakes mit Ahornsirup
|Gedacht| boah ist das laut, in allen meinen romantisch-naiven Vorstellungen zur Überquerung der Golden Gate Bridge hatte ich die vorhandenen sechs Fahrspuren samt Verkehr irgendwie nicht berücksichtigt
|Gefreut| über den wiedergefundenen Fahrradschlüssel
|Gelacht| über Ms Movember-Bart, mit dem sieht er momentan ein bisschen aus wie d’Artagnan von den drei Musketieren
|Geärgert| über meinen Hinterradreifen am Fahrrad, der bei voller Fahrt geplatzt ist. Ich habe mich zwar sehr erschrocken, konnte aber gut die Spur halten und rechts ranfahren
|Gekauft| einen neuen Fahrradschlauch, Fahrradlichter, eine Jeans, zwei Bücher beim City Lights Bookstore
|Geklickt| Fähren und Fahrpläne

Haruki Murakami: Kafka on the Shore

Ich habe Ewigkeiten schon kein Hörbuch mehr gehört. Dabei gab es immer Menschen, die Hörbücher konsumiert haben. Omas, die nicht mehr gut sehen und lesen konnten, Mütter, die Spaß daran fanden, und sogar Bekannte, die beruflich was mit Hörbüchern machen und regelmäßig  darüber twittern. Irgendwie ging es an mir vorbei.

Seit zwei Wochen bin ich jedoch im Hörbuch-Sog. Angefixt hatte mich die Mitbewohnerin, die zu jeder Gelegenheit, zu der sie nicht denken oder schreiben oder reden muss, ihr Tablet anwirft und sich von ihm was erzählen lässt. Meist sind es Fantasy-Geschichten, die ihr beim Möhrenschnippeln, Wäschelegen oder Bodenwischen die Zeit angenehmer machen. Ich verließ fluchtartig den Raum, sobald ich die bedächtige Erzählstimme hörte. Ich konnte nichts daran finden. Es ging an mir vorbei.

Zuletzt verfingen sich jedoch zwei ihrer Sätze in meinem Gehirn: „Wenn ich mal nachts ins Grübeln gerate, aber lieber schlafen will, mache ich mir das Hörbuch an und bin sofort wieder eingeschlafen.“ Und: „Seit ich Bücher höre, konsumiere ich wieder viel mehr Bücher.“ Seit der Zeit vor unserer Abreise und auch in der ersten Zeit hier schlief ich nachts manchmal schlecht. Einfach weil ich mir, unnötigerweise, Gedanken um alles Mögliche machte. Auch hatte ich mir für meine Auszeit hier vorgenommen, mehr zu lesen. Während der Diss und auch in der Zeit danach, habe ich mir dafür schlicht zu wenig Zeit genommen. Zudem entdeckte ich, dass die Bib hier über eine elektronische Bibliothek verfügt, und neben Ebooks auch Audiobooks verleiht. Eine gute Möglichkeit also, es einmal mit Hörbüchern zu probieren, ohne gleich einen Stapel CDs zu kaufen oder ein Hörbuch-Abo abzuschließen.

Als erstes suchte ich mir „Kafka on the Shore“ von Haruki Murakami aus. Eine bessere Wahl hätte ich nicht treffen können. Es ist eine ungekürzte Fassung, über 19 Stunden lang. Anfangs dachte ich noch, dass schaffe ich nie in den 21 Tagen Leihzeit. Ich griff mir innerlich an den Kopf, nach der 1000seitigen Anna schon wieder so einen Wälzer ausgesucht zu haben. Aber Murakami ist nicht Tolstoi. Und der Sog setzte ein.

Das Buch an sich ist schon wahnsinnig toll, komplex ohne anstrengend zu sein und spannend bis zum Schluss. Aber ich finde, die Audio-Version macht die Geschichte nochmal um 100% besser. Ich konnte es tagsüber manchmal nicht erwarten, dass ich im Bett noch schnell ein Kapitel hören konnte vor dem Einschlafen. Der Plot ist gar nicht so einfach zu erklären. Es geht um einen 15-jährigen Jungen, Kafka Tamura, der von zu Hause wegläuft. Und im zweiten Handlungsstrang um den älteren Mr. Nakata, der vielleicht nicht der Schlauste ist, jedoch mit Katzen sprechen kann und den irgendetwas mit dem jungen Ausreißer verbindet.

Kafkas Geschichte wird in den ungeraden Kapiteln erzählt, Nakatas Geschichte in den Geraden. Die Wechsel zwischen beiden Handlungssträngen machen es schon anspruchsvoll. Hinzu kommen Zeitsprünge und Rückblenden, so dass ich sehr aufpassen musste, um alles halbwegs zusammen zu bekommen. Aber auch hier hilft es, die verschiedenen Personen sprechen zu hören. Ihre japanischen Namen hätte ich als Leserin wahrscheinlich sehr schnell durcheinander gebracht. Gefühlt dachte ich, jeder Charakter würde von jemand anderem gelesen. Hinterher fand ich heraus, es sind nur zwei Sprecher. Unglaublich, was Stimmlage und Modulation ausmachen.

Mr. Nakata ist mir während der Zeit richtig ans Herz gewachsen. Die Figur wird mit einer eigenen Stimme viel plastischer. Ich konnte ihn bildlich vor mir sehen. Und die von Murakami eingebauten Eigenheiten kommen durch sein Sprechen erst richtig zum Tragen. Zum Beispiel behauptet Nakata bei fast jedem Essen, das ihm angeboten wird, dass eben dieses oder jenes eines seiner Leibgerichte sei: „Eel is one of Nakata’s favorites“, „Sardines are one of Nakata’s favorites.“ Ich kann mich nicht erinnern, dass er das einmal nicht sagt. Und musste jedes Mal schmunzeln, wenn der Satz mit der gleichen Betonung in jeder geschilderten Essenssituation wieder kam.

Wegen der ganzen Komplexität hatte ich gehofft, dass am Ende nochmal ein erzählender Teil folgt und Murakami mir alles erklärt, was ich bis dahin nur halb verstanden hatte. Den gibt es aber nicht. Ich werde das Buch also irgendwann nochmal lesen oder hören. Und dabei sicher noch mehr von dem entdecken, was er darin versteckt hat. Das ist aus meiner Sicht das sicherste Zeichen dafür, dass es ein gutes Buch war.

Die Version, die ich gehört habe, ist von Naxos Audiobooks. Auf der verlinkten Homepage gibt es eine Hörprobe. Und auch bei Audible gibt es den Titel.

Haruki Murakami: Kafka on the Shore (unabridged), read by Sean Barrett, and Oliver Le Sueur, Naxos Audiobooks, 2006.

Wochenrückblick (#9)

Es war ruhig diese Woche, nicht nur auf dem Blog. Eine Erkältung hat M für drei Tage das Haus hüten lassen. Davor lag ein Haufen Arbeit für seinen Vortrag im Seminar, der dann am Tag vor dem Termin abgesagt wurde, weil die halbe Fakultät auf einer Konferenz war. Wir haben die Woche also nicht sehr viel unternommen, sondern vor allem unsere Film- und Lesestapel ein bisschen dezimiert. Nur gestern sind wir länger in der Stadt gewesen, um den Union Square herumspaziert und haben Kultur mit Kommerz verbunden. Der Katze hat unsere Häuslichkeit offenbar gefallen, so konnte sie stundenlang auf dem Stuhl schlafen, während wir gegessen oder gelesen haben.

|Gesehen| „The Heat“ und „Now you see me“ (im Flugzeug), „The Maltese falcon“, „Hammett“ und „The social network“ (in unserer Reihe: Filme, die etwas mit der Stadt zu tun haben), die ersten Folgen von Downton Abbey (für den Jane-Austen-Fan in mir)
|Gelesen| Kafka on the shore beendet (gehört, nicht gelesen), Die Schatzinsel gehört
|Getan| die Gegend um den Union Square erkundet, weiterhin Yoga ausprobiert
|Gegessen| gebackene Süßkartoffeln mit Balsamico und Salat aus Green Frills Mustard (Grünzeug, das aussieht wie Frisée und ganz leicht wie Senf schmeckt); Pasta mit Tomatensauce; Shrimp-Tempura, Kartoffelsalat mit Wasabi-Mayo und Wasserkastaniensalat bei Delica im Ferry Building; Espresso und Cappuccino von Blue Bottle
|Gedacht| Jetzt wird es auch hier früher dunkel. Letzte Woche wurde die Zeit umgestellt.
|Gefreut| Über das nach wie vor warme und schöne Wetter. Die Nachbarn sagen, es ist selbst für die Verhältnisse hier ungewöhnlich lange spätsommerlich.
|Gelacht| Beim Darts und Autorennen-Spielen.
|Geärgert| Über den verlorenen Schlüssel vom Fahrradschloss und Mehlmotten im erst frisch gekauften Getreide.
|Gekauft| eine Hose bei GAP und einen OPI-Nagellack. Dass OPI’s aktuelle Sonderedition San Francisco gewidmet ist, war ein zwingendes Kaufargument. Und gleichzeitig wird er später eine schöne Erinnerung sein.
|Geklickt| Museumsseiten, SF Ballet und Basketball – so langsam müssen wir uns die Termine für die restliche Zeit hier vormerken.

Rund um den Union Square

Gestern haben wir einen kleinen Spaziergang durch die Innenstadt gemacht. Meike Winnemuths Empfehlungen folgend sind wir rund um den Union Square spaziert und haben uns ein paar der Häuser von außen und innen angeschaut. M wollte vor allem die Schauplätze sehen, die irgendwas mit dem Autor Dashiell Hammett und Privatdedektiv Sam Spade, der Hauptfigur in dessen bekanntem Roman „Der Maltester Falke“ zu tun haben. Sowohl den Film „The Maltese Falcon“ als auch „Hammett“ (von Wim Wenders) hatte er diese Woche angeschaut, als er krank im Bett lag.

Los ging es in der Sansome Street 400, in der sich bis 1983 das Gebäude der Federal Reserve Bank of San Francisco befunden hat. Die Bank ist zur Market Street umgezogen und nun befinden sich Büros in dem Gebäude mit den ionischen Säulen. Weiter ging es durch die vier Teilgebäude des Embarcardero Building hinüber zum Ferry Building. Dort haben wir den Eisläufern unter Palmen zugesehen (total verrückt) und eine kurze Mittagspause eingelegt. Entsprechend des Tagesmottos haben wir unseren Kaffee natürlich auf den Namen „Sam“ bestellt.  Satt und ausreichend koffeiniert sind wir in Richtung Union Square losgezogen.

Unser erster Stopp war die Xanadu Gallery in der Maiden Lane 140. Diese befindet sich in einer mit kleinen Eisentoren geschützten Seitenstraße und von außen deutet nicht viel darauf hin, dass hier teure und verdammt alte asiatische Kunst verkauft wird. Wir haben Stücke gesehen, deren Preisschilder über eine Million Dollar auswiesen und die mehr als tausend Jahre alt waren. Sehenswert ist die Galerie aber vor allem wegen ihrer Architektur. Der V.C. Morris Gift Shop, wie das Gebäude offiziell heißt, wurde von Frank Lloyd Wright 1948 entworfen. Der Rundaufgang im Inneren diente ihm als Vorstudie für seinen deutlich bekannteren Rundaufgang im 1952 entstandenen Guggenheim Museum in Manhatten/New York.  Das weiß hier anscheinend aber fast keiner und dementsprechend war  – trotz des belebten Samstags –  sehr wenig los.

Unsere nächste Station war das Hochhaus in der Sutter Street 450, das aufgrund seiner Art Deco Austattung im Stil der Maya sogar einen eigenen Wikipedia-Eintrag hat. Hier kann man silberne Deckengewölbe des Architekten Timothy L. Pflueger im Foyer bewundern – und auf der Namensübersicht direkt neben dem Eingang lesen, wie viele Ärzte und Anwälte in so ein Hochhaus passen, die diese Decke jeden Morgen beim Gang zum Fahrstuhl bewundern können.

Als nächstes wandeln wir auf den Spuren von Dashiell Hammett. An der Ecke Hyde Street und Post Street finden wir das Haus, in dem er einige Jahre gelebt hat. Die große Plakette an der Hauswand macht langes Suchen überflüssig. Und auf der Ellis Street, befindet sich das Restaurant John’s Grill, in der die Romanfigur Sam Spade einmal isst. Das reicht aus, um es gleichzeitig zum Sitz der Dashiell Hammett Gesellschaft zu machen.

Zum Abschluss gibt es noch ein wenig Hotel- und Kaufhausarchitektur zu bestaunen. Zunächst das Restaurant Grand Café im Hotel Monaco, das zur Jahrhundertwende mal ein Ballsaal war und dessen Art Deco Elemente noch gut erhalten sind. Im Neiman Marcus Kaufhaus gibt es die Glaskuppel eines alten Kaufhauses, dem „City of Paris“ zu bestaunen, das zuvor an anderer Stelle am Union Square stand. Beim Abriss wurde die Kuppel erhalten und in das neue Gebäude eingefügt. Abgebildet ist das Schiff, so wie es sich auch im Stadtwappen von Paris selbst findet.

Inzwischen wird es auch hier schon gegen fünf dunkel. Und – wie eigentlich jeden Nachmittag – ziemlich windig. Wir lassen uns mit dem Bus den Hügel hinaufschaukeln und genießen nochmal die Aussicht auf die Hochhäuser der Stadt, bevor wir ins warme Nest zurückkehren.

Wochenrückblick (#8)

|Gesehen| Tatort, Baseball World Series
|Gelesen| Murakami: Kafka on the shore (Kafka am Strand) als Hörbuch
|Getan| viel gearbeitet, mit lieben Menschen gefeiert
|Gegessen| fast nur auswärts, Lammrippchen mit Baguette, Schweinerücken, Pilzravioli, Salat, Kürbissuppe, Maronen-Karotten-Suppe
|Gedacht| Zeitumstellung, könnte man das nicht einfach lassen?
|Gefreut| über die Zeit mit tollen Menschen
|Gelacht| über ein langsam an Kaffeetassen und Blumenvasen vorbeischwebendes, volles Milchkännchen nach durchfeierter Nacht
|Geärgert| über den unnötig geblockten E-Mail-Zugang in Stanford und die notwendige Freischaltung über die IT
|Gekauft| ein Bodenwischdings
|Geklickt| Hotels am Lake Tahoe für Skiurlaub

Möhrenkuchen

Viele Namen und Varianten für einen sehr leckeren Rührkuchen. Meine Variante hier ist die simple, ohne Frosting oder Zuckerguss. Einfach nur Rührkuchen mit ein paar orangenen Sprenkeln  und Pekannüssen darin. Ich habe ihn mangels einer Kastenform in der Springform gebacken. Er wird hoch genug, als dass man den Kuchen teilen und auch dazwischen mit einer Crème bestreichen könnte. Dann sähe er so aus wie im Original von Paul. Ich habe allerdings seine Zuckermenge ordentlich reduziert und einen Teil des Mehls mit gemahlenen Mandeln ersetzt. Ist trotzdem süß genug.

Außerdem habe ich rausgefunden, wie man Weinstein-Backpulver aus seinen Einzelzutaten zusammenbaut. Weinstein-Backpulver wollte ich vor allem deswegen haben, weil man dann keinen „pelzigen“ Geschmack auf der Zunge bekommt, sobald man das zweite Stück Kuchen isst. Der entsteht durch das in normalem Backpulver enthaltene Phosphat.

In den USA gibt es kein fertiges Weinstein-Backpulver, jedoch bekommt man die Einzelzutaten. Dazu muss man einfach Weinstein (Cream of Tartar) und Natron (Baking Soda) im Verhältnis 2:1 mischen. Für das Rezept habe ich also 1 TL Baking Soda mit 2 TL Weinstein gemischt. Das entspricht dann zwar nicht dem Orginalverhältnis aus Natron und Backpulver, wegen der gemahlenen Mandeln habe ich jedoch auf zusätzliches Natron verzichtet. Baking Soda  gibt es in jedem Supermarkt, Cream of Tartar findet man eher in Bio-Märkten, die einen größeren Bereich mit loser Trockenware (bulk section) haben.

Zutaten:

125 g Pekannüsse
300 g Karotten, geschält und geraspelt (etwa 5-6 Stück)
280 g Mehl
50 g gemahlene Mandeln
1 TL Natron (bei mir Baking Soda)
2 TL Weinstein-Backpulver (bei mir Cream of Tartar)
1/2 TL Zimt
4 große Eier
1/2 TL Salz
280 g Zucker
220 ml neutrales Öl (oder 220g weiche Butter)

Zubereitung:

1. Karotten schälen und fein reiben. Pekannüsse hacken oder anderweitig zerbrechen, z.B. in eine Plastiktüte geben und mit einer Pfanne darauf schlagen. Wer Zeit hat, kann die Pekannüsse noch kurz in einer Pfanne ohne Öl anrösten.
2.  Mehl, Natron, Backpulver, Zimt, Salz abmessen und vermischen.
3. Eier mit Zucker aufschlagen bis sich der Zucker halbwegs aufgelöst hat, dann Öl dazugeben und unterrühren. Wenn Butter verwendet wird, andersherum anfangen. Also erst Butter und Zucker aufschlagen bis sich der Zucker zumindest zum Teil auflöst und dann die Eier hinzuschlagen.
4. Mehlmischung zur Eier-Öl-Masse geben und nur solange unterrühren, bis der Teig homogen ist. Nicht zu lange rühren, je mehr Gluten sich bildet umso fester wird der Teig später. Möhrenraspel und Pekannüsse dazugeben und unterheben.
5. In eine gefettete Kasten- oder Springform füllen und bei 180°C etwa 40 Minuten backen.

Gemüse-Paella

Bisher war ich ja eher ignorant, was Reis angeht. Ich esse ihn vergleichsweise selten und koche ihn, abgesehen von Milchreis oder Risotto, fast nie. Einfach, weil er für mich vor allem in die asiatische Küche gehört.  Als Beilage zu ur-deutschen Gerichten wie Geschnetzeltes oder Gulasch geht Reis für mich gar nicht. Beides kann man prima mit Kartoffeln essen. Oder von mir aus auch noch mit Spätzle.

Wahrscheinlich habe ich dem Reis mit meiner Verweigerung ein wenig Unrecht getan, ist er doch das meist konsumierte Nahrungsmittel der Welt. Und manchmal muss man mir die Dinge auch einfach schmackhaft machen. In der Paella macht er sich jedenfalls ganz ausgezeichnet. Das Rezept basiert auf einem (stark dem Inhalt unserer Gemüsekiste angepassten) Rezept aus Yotam Ottolenghis Kochbuch Plenty.

Zutaten:
1 große Zwiebel
1 Stange Lauch
3 Paprika (gelb, rot oder gemischt)
1 Bund Mangold (wir hatten Erbette Chard)
2 Stangen Sellerie
3 Jalapenos (alternativ Chili oder Chiliflocken, dann weniger)
1 Handvoll Edamame (grüne Sojabohnen, TK) oder Fava-Bohnen
100 ml Weißwein
3/4 l Brühe
etwa 200g Reis (bei uns war es etwas mehr als ein großer Kaffeepott voll)
2 TL Kurkuma
1 TL Cumin
15 Kalamata Oliven
1/2 Bund gehackte, glatte Petersilie
Distelöl
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
1. Zwiebel in halbe Ringe schneiden, Lauchstange in Ringe schneiden. Paprika und Mangold in Streifen schneiden. Jalapenos entkernen und in Streifen schneiden. Edamame in kochendem Wasser auftauen und kurz garen. (wenn Fava-Bohnen verwendet werden, danach die Häutchen abziehen). Kalamata-Oliven entsteinen und halbieren oder vierteln.
2. In einer Pfanne zuerst Öl erhitzen und dann Zwiebel darin langsam 5 Minuten anbraten und bräunen. Lauch, Paprika, Mangold und Jalapenos hinzufügen und weitere 5 Minuten anbraten.
3. Gemüsebrühe zusammenrühren (oder auftauen oder aufwärmen) und entsprechend dem eigenen Geschmack salzen. Reis und Gewürze zum gebratenen Gemüse geben, kurz mitbraten und dann mit Weißwein und Gemüsebrühe ablöschen. Auf minimaler Hitze 20 Minuten leicht köcheln lassen, dabei nicht abdecken und nicht umrühren.
4. Wenn der Reis weich ist, Fava-Bohnen und Oliven zufügen, kurz durchrühren, damit auch die oben liegenden Körner Flüssigkeit bekommen, ggf. nachwürzen und abgedeckt nochmal 10 Minuten auf sehr kleiner Hitze oder ausgeschaltetem Herd stehen lassen.
5. Mit gehackter Petersilie bestreuen und servieren.

Quelle: Yotam Ottolenghi, Plenty, Chronicle Books, 2011, S. 80.

Wochenrückblick (#7)

Eine, die erste, ruhige Woche gehabt. Und dazu kaum Fotos gemacht. Nur von den Eierkuchen zum Sonntagsfrühstück. Daher heute sehr kurzer Wochenrückblick.

|Gesehen| Milk
|Gelesen| Anna Karenina  (nach fast einem Jahr endlich fertig)
|Getan| Shopping Tour am Union Square, beim Yoga gewesen
|Gegessen| Pasta mit Grünzeug, Kürbisspalten mit Brot-Parmesankruste und Estragon Aioli, Gemüse-Paella, Eierkuchen mit Cranberries, Smoothie bei Jamba Juice, Carrot Cake, Zitronenkuchen
|Gedacht| jetzt ist schon fast der zweite Monat um
|Gefreut| über stürmisches Herbstwetter an einem faulen Sonntag zu Hause
|Gelacht| über M, der seine Handschuhe ausführt, sobald die Temperatur unter 15°C fällt
|Geärgert| über die zerbrochene Teekanne
|Gekauft| T-Shirts, ein Kleid
|Geklickt| Kochblogs (nach Kuchenrezepten gesucht)

Fünf-Korn-Weizenbrot

Dies ist eines der ersten Brote, das man als vorzeigbar bezeichnen kann. Nachdem die Schwierigkeiten der Teigzubereitung seit dem Einzug der Waage in unseren Haushalt behoben sind, kämpfe ich jetzt vor allem mit dem Gasbackofen. Die hohen Temperaturen zum Brotbacken bekommt er hin, aber den Broten ist es von unten deutlich zu heiß. Momentan scheiden wir also immer mal wieder schwarze Krusten weg. Außerdem funktioniert die Dampferzeugung mit der Gasflamme im Ofen auch nur so halb gut, so dass die Brote nicht so schön  aufgehen. Ich probiere gerade mehr Grundfeuchte hinzubekommen, in dem ich unten im Herd in einer kleinen Pfanne Eiswürfel schmelze. Dampf erzeuge ich mit einem zusätzlich eingelegten Backblech, auf das ich heißes Wasser gieße.

Das Fünf-Korn-Weizenbrot (Five-Grain Levain) ist ein helles Brot, das ein Viertel Weizenvollkornmehl enthält. Die vier weiteren Kornsorten sind Roggenschrot, Leinsamen, Sonnenblumenkerne und Haferflocken. Zur gleichen Zeit, zu der man den Vorteig ansetzt, muss man die Körner einweichen und beides letztendlich zum Brotteig verkneten. Herauskommt ein Weizenbrot, das keine zu großen Löcher hat und sich so gut für Frühstück und Sandwiches aller Art eignet.

Zutaten für zwei Brote:

Vorteig:
227g Weizenmehl, Typ 550 (8 oz)
284g Wasser (10 oz)
45g  Weizensauerteig-Ansatz (1.6 oz, 1 EL)

Quellstück:
82g Roggenschrot (2.9 oz)
82g Leinsamen (2.9 oz)
71g Sonnenblumenkerne (2.5 oz)
71g Haferflocken (2.5 oz)
369g kochendes Wasser (13 oz)
5.7g Salz (0.2 oz, 1 TL)

Hauptteig:
454g Weizenmehl, Typ 550 (1 lb)
227g Weizenvollkornmehl (8 oz)
238g Wasser (8.4 oz)
17g Salz (0.6 oz)
2.8g Trockenhefe (0.1 oz, 1TL)
Quellstück
Vorteig

Zubereitung:

1. Für den Vorteig alle Zutaten in einer Schüssel miteinander verrühren, abdecken und bei Zimmertemperatur (21°C) 12-16 Stunden gehen lassen.

2. Gleichzeitig das Quellstück ansetzen. Dazu das kochende Wasser über die Körner und das Salz gießen, gut durchmischen und noch heiß abdecken, um Wasserverlust zu verhindern. Bei Zimmertemperatur stehen lassen. Wenn nur (gequetschte) Flocken und kein (hartes) Schrot für das Quellstück verwendet werden, reicht es aus, dieses mit kaltem Wasser anzusetzen.

3. Hauptteigzutaten, Vorteig und Quellstück in der Küchenmaschine oder mit Hand zu einem weichen Teig zusammenkneten. In der Küchenmaschine 3 Minuten, mit Hand 5-8 Minuten.

4. Teig 90 Minuten gehen lassen und nach 45 Minuten einmal falten.

5. Zwei Laibe formen (oval oder rund) und nochmals 60 Minuten gehen lassen. Die Laibe können auf Backpapier lagern, Kastenform oder Gärkörbchen sollten auch gut gehen.

6. Eine halbe Stunde vor Ende der Gehzeit den Ofen auf 240°C (460°F) vorheizen, wenn vorhanden Backstein einlegen. Brote auf einem Backblech oder Backstein 40-45 Minuten backen.

Anstelle der 60 Minuten Gehzeit in Punkt 5. können die Laibe auch über Nacht im Kühlschrank lagern und am Morgen gebacken werden. Dann sollte dem Hauptteig jedoch keine Hefe zugegeben werden und die erste Gehzeit in Punkt 4. auf 120 Minuten verlängert werden (mit Falten nach 60 Minuten).

Quelle: Five-Grain Levain, Jeffrey Hamelman, Bread, 2nd edition, p. 182-183.

Bullitt

Manche Filme muss man wirklich nicht gesehen haben, und manch andere Filme muss man nicht gesehen haben bis auf einen sehenswerten Ausschnitt! „Bullitt“ aus den späten Sechzigern mit dem damals gerade auftstrebenden Steve McQueen in der Hauptrolle ist so ein Exemplar. Der Klappentext versprach mir einen spannenden Thriller, und dass der Film fast ausschließlich an Originalschauplätzen in San Francisco gedreht wurde. Und recht schnell wird auch klar, woher die Spannung kommen soll: Ein Polizist soll einen wichtigen Zeugen in einem in wenigen Tagen beginnenden Gerichtsprozess vor Mafia-Häschern schützen. Und dann geht’s einfach nicht voran. Der Plot kommt irgendwie nicht ins Rollen. Selbst als aufmerksamer Zuschauer dämmert man bald vor sich hin – bis zur grandios gefilmten Verfolgungsjagd durch die Straßen von San Francisco:

http://www.youtube.com/watch?v=-Lbs_nYW3-o