Focaccia

Seit einer Woche sind wir Tierpfleger. Genau genommen halten wir eine Horde kleiner Mikroorganismen bei Laune, deren liebstes Futter Mehl und Wasser sind. Bei ACME in Berkeley haben wir bisher immer unser Brot gekauft. Dort habe ich nachgefragt, ob sie auch ihren Sauerteig-Ansatz verkaufen. Tun sie nicht. Sie verschenken ihn.

Und seitdem wohnt ein kleines Glas mit Sauerteigansatz im Kühlschrank. Und ich backe ziemlich exzessiv Brot. Die Anzahl der Sauerteigkinder vermehrt sich stetig und ich werde der Plage langsam nicht mehr Herr. Die Resultate sind zudem noch nicht wirklich vorzeigbar, aber wir essen sie. Ein Erfolgserlebnis gibt es jedoch zu vermelden: Die Umstellung von Evas Focaccia Rezept mit Hefe auf ein Sauerteig-Rezept habe ich selbst erdacht und es hat auch prompt funktioniert. Eignet sich prima, wenn man aufgefrischten Sauerteigansatz sonst entsorgen würde, weil man nicht alles davon für das geplante Brot benötigt. Wer keinen Sauerteig hat, macht das Rezept wie im Original mit 20g Hefe und lässt es im Kühlschrank gehen.

Hier die Zutaten:

250 g Mehl (Type 550 bzw. Bread Flour)
1/4 L Wasser
1 TL Sauerteigansatz
1 TL Salz
2-3 EL Olivenöl
1 Zweig frischer Rosmarin
1 Handvoll Datteltomaten
grobes Meersalz

Zubereitung:

1. Sauerteig auffrischen (40g Mehl, 40g Wasser, 1 TL Sauerteigansatz aus dem Kühlschrank) und 8-15 Stunden stehen lassen. Das kann man gut über Nacht machen.

2. Vom aufgefrischten Sauerteig 2 TL abnehmen und mit dem Mehl, Wasser und Salz zu einem Teig verrühren. Der ist ziemlich flüssig, aber das ist so gewollt. In warmer Umgebung (rund 26°C) 10-12 Stunden stehen lassen. Das funktioniert gut bei den momentanen Temperaturen in Kalifornien 😉 oder im Backofen mit eingeschalteter Lampe.

3.  Ofen auf 210°C (410°F) vorheizen. Teig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech gießen, möglichst behutsam, damit die entstandenen Blasen erhalten bleiben. Fingerkuppen in Öl tauchen und kleine Vertiefungen für die Tomaten in den Teig drücken. Tomaten waschen und in die Vertiefungen legen. Mit Olivenöl beträufeln und mit Rosmarinnadeln sowie Salz bestreuen.

4. Bei 210°C (410°F) rund 20 Minuten goldbraun backen.

Die Reste ergeben aufgewärmt im Toaster und belegt mit zusätzlichen frischen Tomaten, Avocado und Olivenöl einen netten kleinen Mittagssnack.

San Francisco in fünf Stunden

Am Freitag haben wir versucht, San Francisco in einer Stadttour von fünf Stunden zu erkunden. Unser Freund E kam morgens vom Flughafen und musste um 14.00 Uhr dort zurück sein. Wir haben versucht eine Route zusammenzustellen, bei der man nicht nur auf den Touristenpfaden unterwegs ist, trotzdem ein bisschen was sieht, und natürlich gut isst. Bei wunderschönem Wetter haben wir es uns gutgehen lassen.

Los ging es an der BART Station 16th Street Mission, dort haben wir E abgeholt. Zuvor gab es zum Wachwerden einen Espresso, den wir bei Blue Bottle Coffee auf dem Heath Ceramics Fabrikgelände getrunken haben. Es soll einer der besten Kaffeeröster der Stadt sein, wir fanden den Espresso schön anzusehen, aber vor allem sehr sauer.

Von der BART Station sind wir die Mission Street in Richtung Süden bis zur 18ten Straße gelaufen und nach Westen eingebogen. Nach ein paar Schritten sieht man schon das farbenprächtige Womens Building (3543 18th Street). Um das ganze Gebäude herum zieht sich das größte Wandgemälde von San Francisco. Der Lonely Planet sagt „90 Malerinnen ehrten hier die Stärke der Frauen.“

Dann ging es erstmal für ein zweites Frühstück zur Tartine Bakery (600 Guerrero Street). Die Menschen standen bis auf die Straße nach Croissants, Teilchen und Kaffee an. Wir ließen uns von der Schlange und den ordentlichen Preisen (3.75$ das Croissant) nicht abschrecken und wurden belohnt. Die Croissants sind sehr luftig und buttrig, ebenso perfekt auch die Breakfast Buns.

Mit den Teilchen in der Hand spazierten wir weiter zur Mission Dolores, das älteste Bauwerk in San Francisco und Teil der spanischen Missionen, von denen wir schon eine in Monterey gesehen hatten. Die Mission Dolores steht direkt neben dem Dolores Park, dort war zu dieser Uhrzeit aber noch nicht so viel los. Anschließend machten wir einen halbstündigen Spaziergang bis zum Alamo Square. Für die Strecke könnte man jedoch auch einfach den Bus nehmen. Hier wartete der obige Postkartenblick über die Stadt,

Weiter gings mit dem Bus – entweder direkt zum Pier 39 oder mit einem Schlenker über die Golden Gate Bridge. Wir sind diesmal direkt in die Stadt gefahren, da E bereits zwei Tage zuvor die Brücke sehen konnte. Am Pier 39 wird es touristisch, in direkter Nachbarschaft befindet sich das Fisherman’s Wharf und am Pier selbst locken die Seelöwen fotografierfreudige Touristen. Bei unseren Reisen an der Küste haben wir bisher noch keine gesehen, so dass natürlich auch wir Fotos machen – ich von den Seelöwen, M von den Touristen und den Seelöwen.

Mit einer der alten italienischen Straßenbahnen fahren wir dann gemütlich an den Piers entlang in Richtung Ferry Building zum Essen. Empfehlungen sind die Boccalone Salumeria (Pannini),  die Cowgirl Creamery (Käse und Sandwiches mit Käse, nicht probiert), die American Eatery (Sandwiches und Burger) und Delica (japanisches Deli, nicht probiert). Unsere Sandwiches, Pannini und Burger haben wir mit dem Blick auf den Hafen verspeist. Vom Ferry Building ist es nicht weit zur BART Station Embarcadero, von wo aus man in einer guten halben Stunde zurück zum Flughafen fahren kann. Bis hierher hatten wir gut vier Stunden gebraucht.

Nach einem kurzen Fotostop am Umkehrpunkt der Cable Car gleich an der BART Station Powell, haben wir E zum Flughafen verabschiedet und sind über Chinatown nochmal hinauf nach North Beach, zum Coit Tower und anschließend ein bisschen durch Telegraph Hill gelaufen. Von hier hat man einen guten Blick über die Stadt und auch auf die anscheinend erdbebensichere Transamerica Pyramid, das Wahrzeichen von San Francisco. Über die vielen Treppen lässt es sich schön zwischen den Häusern entlang spazieren. Kurz bevor uns der Bus in unser neues Zuhause zurückgebracht hat, haben wir noch einen kleinen Abstecher zum City Lights Bookstore gemacht, dessen Gründer Lawrence Ferlinghetti gerichtlich die Veröffentlichung eines Gedichtes Howl von Alain Ginsberg durchsetzte.

Den Spaziergang über den Telegraph Hill kann man auch direkt vom Ferry Building aus machen, so dass man mit der BART (Station Powell) nach guten fünf Stunden wieder in Richtung Flughafen aufbrechen kann.

Verzeichnis der im Text verwendeten Fremdwörter:

BART – heißt ausgesprochen Bay Area Rapid Transport und bezeichnet im Prinzip die U-Bahn hier. Diese läuft nur in Nord-Süd Richtung und auf mehr oder weniger einer Achse. Von U-Bahn-Netz kann man also nicht sprechen. Die Stadt ist im wesentlichen mit Bussen und Straßenbahnen durchzogen.

Breakfast Bun – ein Frühstücksteilen das aus einem blättrig gedrehten Hefeteig und Zimtzucker besteht und die Form eines unregelmäßigen Haarknotens (bun) hat.

Wochenrückblick (#4)

|Gesehen| einige Folgen MasterChef (Fox), eine Art Amerikas next Superkoch, Nostalghia von Andrei Tarkowski im Yerba Buena Center for the Arts in San Francisco
|Gelesen| die amerikanische September-Ausgabe von Wired
|Getan|  umgezogen, bei IKEA gewesen, eine Gemüsekiste abgeholt, mit E. San Francisco erkundet, kurz beim Hardly Strictly Bluegrass Festival gewesen, zur Sonntagsmatinée ins Kino gegangen, alle Nachbarn zu einem Sundowner eingeladen und nett im Garten geplauscht
|Gegessen| Luis‘ kassler chicken in der Cafeteria in Stanford, Falafel-Wrap im Herbivore in Berkeley, Kürbissuppe, Mangold mit Knoblauch und Linguine, Croissants und Breakfast Buns von der Tartine Bakery, Green Chilli Burger und BLT-Sandwich von der American Eatery im Ferry Building
|Gedacht| das ist die perfekte Jahreszeit hier, unser Sommer verlängert sich glatt um 2 Monate, Sonne und 30°C
|Gefreut| über die schöne neue Wohnung; nette Menschen bei der Autovermietung, die uns nach Berkeley zur Bahnstation gebracht haben, als wir das Auto abgegeben hatten.
|Gelacht| über Olivia, die Nachbarskatze, die öfter vorbeikommt,
|Geärgert| gar nichts?
|Gekauft| kleine Wohnungsauffrischung: Wäscheständer, Salatschüssel, ein großes Messer, Gläser
|Geklickt|  ganz wenig Internet, weil immer draußen

Verzeichnis der im Text verwendeten Fremdwörter:

Hardly Strictly Bluegrass – alle gehen zum Golden Gate Park, nehmen Freunde und Picknickdecke mit und lauschen der Musik von einer der sechs Bühnen

Sundowner – das Äquivalent zu Bier am Rhein mit den Nachbarn im Garten

BLT – kurz für Bacon Lettuce Tomato, also Bauchspeck, Salat und Tomaten zwischen zwei getoasteten Brotscheiben mit noch etwas Mayo oder (edler) hausgemachter Sauce

Angekommen

Wir sind endlich eingezogen. Es gab viel zu tun die letzten Tage und viel zu erleben. Daher kommen erst jetzt nach und nach wieder Neuigkeiten.

Das Bild zeigt unsere Wohnungsschlüssel mit zwei bunten Anhängern. Am ersten Tag sind wir gleich Mitglied in der Bibliothek von San Francisco geworden. Die Schlüsselanhänger sind eine sehr clevere Idee für den Bibliotheksausweis. Auf der Rückseite ist der Barcode, mit dem man Bücher abholen und zurückbringen kann.

Freunde von Freunden

Wir wohnen momentan in einem Gemeinschaftswohnprojekt in Berkeley. Spontan und ohne uns zu kennen, haben uns M+M, Freunde von K+H, ihr Gästezimmer angeboten. Ganz im Stil des in der Überschrift benannten Blogs habe ich mal versucht einige Eindrücke davon festzuhalten.

Nachdem unsere eigentliche Wohnung in San Francisco erstaunlich schnell gefunden war – es war die dritte, die ich angeschaut habe – stellte es sich als deutlich schwerer heraus, eine Zwischenmiete zu finden, um die 10 Tage bis zu unserem Einzugstermin zu überbrücken. Entweder passten die Termine nicht, die Wohnung war am falschen Ende der Stadt oder jemand anderes nahm das Zimmer bevor wir es überhaupt ansehen konnten. Unser Plan B sah vor, dass wir ein Auto nehmen und rumreisen, solange bis wir in unsere Wohnung können. Dieser sollte aber nur im Notfall zum Einsatz kommen, da M das beginnende Semester gerne von Anfang an in Stanford mitbekommen wollte und schon Termine mit seinem Prof ausgemacht hatte.

Und, wie so oft, kam uns dann der glückliche Zufall zu Hilfe. Wir lernten M+M kennen, die mit K+H im vergangenen Jahr immer mal wieder was zusammen unternommen hatten. Und die boten uns, spontan und ohne uns zu kennen, ihr Gästezimmer an. Seit dem sind wir Gäste in einem community housing project, einem Wohnprojekt bei dem sich mehrere Familien zusammentun und ein Grundstück teilen. In unserem Fall sind es zwei Grundstücke, die direkt aneinander grenzen, 4 Häuser und 12 Personen. Jede Familie hat ihre eigene Wohnung, ein Haus wird durch eine WG bewohnt und ein Haus – das sogenannten common house – steht Gästen offen und für gemeinsamen Aktivitäten zur Verfügung. In dem wohnen wir.

Es gibt zwei Gästeschlafzimmer, eine Küche, ein Bad, ein Arbeitszimmer, ein Spielzimmer für die Kinder und einen Haushaltsraum, in dem die Waschmaschine und der Trockner stehen, die alle gemeinsam benutzen. Auch die Hühner und der Garten werden gemeinsam versorgt, teilweise mit festen Wochenplänen. Derjenige der Hühnerdienst hat, bekommt auch die Eier-Ausbeute dieses Tages. Heute waren M+M dran und die beiden konnten sechs Eier aus den Nestern fischen. Im Hof und im großen Wohnzimmer wird zwei Mal pro Woche gemeinsam gegessen und jeder ist mal dran mit kochen. Außerdem teilen sich drei Familien die „Produktion“ von Nahrungsmitteln indem sie diese untereinander austauschen: eine Familie bäckt Brot, eine macht Joghurt und die dritte Hummus.

Es ist ein bisschen wie in einer WG. Nur größer und – durch die getrennten Haushalte – auch mit mehr Privatsphäre, wenn man sie gerne möchte. Aber es gefällt uns sehr gut. Um alles haben sich die Bewohner Gedanken gemacht. Müll wird – wie überall in Berkeley und auch in San Francisco – getrennt. Aber es gibt eben auch Solarpanele, in der Einfahrt ist ein Car Sharing Parkplatz, das Wasser aus der Waschmaschine kann genutzt werden, um den Garten zu bewässern. Sie haben sich dazu entschlossen, so verantwortungsbewusst wie möglich zu leben und Menschen gefunden, die diese Einstellung teilen. So konnten sie, über mehrere Jahre hinweg, eine gut funktionierende Gemeinschaft aufbauen, die sich einen günstigen und doch naturnahen Lebensraum in der Stadt geschaffen hat.

Und wir haben einen Ort gefunden, an den wir abends zurückkehren können und der uns, einmal mehr, das Ankommen wirklich schön gemacht hat.

Verzeichnis der im Text verwendeten Fremdwörter:

  • community housing project – Form des sozialen Zusammenlebens, bei dem sich mehrere Familen, Personen, Generationen ein Grundstück oder Haus teilen. Berühmte (baldige) Vertreter des Gemeinschaftswohnens in MA sind M+C.
  • common house – Gemeinschaftshaus, der Raum oder das Haus, das allen zur Verfügung steht, und für gemeinsame Aktivitäten oder auch als Gästehaus genutzt wird
  • car sharing – Gewinnorientierte (wie z.B. ZipCar oder auch gemeinnützige Unternehmen (wie CityCarShare.org) stellen Autos zur Verfügung. Gegen Mitgliedsbeitrag und Nutzungsgebühr kann man diese ausleihen, für einige Stunden oder mehrere Tage.

Die Küste nach Süden

Was macht man, wenn man einen Tag Zeit hat, über einen Mietwagen verfügen kann und es bestes Sommerwetter ist? Richtig, ans Meer fahren. Genau das haben wir am Samstag gemacht. Wir hatten uns vorgenommen, die Küste südlich von San Francisco zu erkunden. Unsere Ziele waren Carmel, Pacific Grove, Monterey und Salinas. Ganz schön viel für einen Tag, oder? Klar. Dennoch war es ein perfekter Sommertag.

Die Region um Monterey liegt etwa zwei Stunden südlich von San Francisco. Als erstes wollten wir beim Point Lobos State Park anhalten, der sich ganz im Süden unserer geplanten Tour befindet. Aufgrund des guten Wetters war hier aber jede Menge los, so dass wir beschlossen haben, uns die Seelöwen ein anderes Mal anzuschauen und nach Carmel zu fahren.

Carmel by the Sea ist ein kleines Städtchen, das mit seinen engen, hügeligen Straßen so ganz anders aussieht, als die Städte, die wir bisher so gesehen haben. Zu Fuß lassen sich die kleinen Häuschen, die zentrale Einkaufsstraße, die Ocean Avenue, und die vielen kleinen Restaurants und Cafés perfekt erkunden. Das Forge in the Forest und auch Katy’s Place sahen zumindest von außen sehr einladend aus. Außerdem konnten wir so prima Touristen und Einheimische beim samstäglichen Shopping beobachten. Höhepunkt für uns war aber der großartige Strand, mit feinem Sand, Sonne und Pazifikwellen. Den haben wir zum Picknicken, Schlafen und Spazierengehen genutzt, bevor wir nach Pacific Grove weitergefahren sind.

Im Vergleich zu Carmel ist Pacific Grove schon wieder deutlich weitläufiger, breitere Straßen, weniger Hügel. Aber insgesamt immer noch sehr heimelig. Hier im Monarch Grove Sanctuary überwintern im November und Dezember tausende von Monarch-Schmetterlingen. Auch die Küste ist hier wieder felsiger und von kleinen Wasserstellen gekennzeichnet, in der viele Meerestierchen leben, die unter Naturschutz stehen. Außerdem gibt es in Pacific Grove die Happy Girl Kitchen, eine Mischung aus Café und Einkocherei, wo man sowohl Kaffee trinken und essen kann, als auch selbstgekochte Marmeladen und eingelegtes Gemüse kaufen. Beides wird vor Ort direkt hergestellt. Wir haben Probeeinkäufe getätigt und werden berichten.

Monterey schließt direkt an Pacific Grove an, so dass wir nicht weit fahren mussten, um zu unserem dritten Halt zu kommen. Hier hatten wir uns den historischen Rundweg durch das alte Monterey vorgenommen. Zuvor haben wir eine kurze Pause eingelegt, die Reste vom Pflaumenkuchen gegessen und die Herbstspezialitäten bei Starbucks probiert. Der Salted Caramel Mocha ist ganz gut (man glaubt es nicht, selbst für den gibt es eine Seite im Internet). Salz und Karamellsirup gehen prima zusammen, die seltsame Kaffee-Kakao-Mischung dazu hätte es für mich jedoch nicht gebraucht. Lieber Karamellbonbons mit Fleur de Sel und einen gescheiten Cappuccino dazu.

Der Spaziergang, bei dem man sich die alten Häuser Montereys anschauen kann, ist mit kleinen, gelben Punkten im Boden markiert. Nach diesen muss man am Anfang nur kurz Ausschau halten und ihnen dann, wie beim Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Spiel, folgen. Wir sind also fröhlich durch die Stadt gelaufen, haben links und rechts Häuser fotografiert, und nebenbei so ziemlich alles gesehen, was man in Monterey gesehen haben sollte.

Danach konnten wir schon wieder ein bisschen Autofahren und bei Einbruch der Dunkelheit erreichten wir Salinas. Hier wollten wir vor allem wegen John Steinbeck hin, der hier geboren ist, und für seine Romane Früchte des Zorns oder Jenseits von Eden berühmt ist. Wir haben sein Geburtshaus und das ihm gewidmete Museum angeschaut. Wiederum von außen, alles schon geschlossen, da schon halb Nacht.

Dann machten wir uns auf dem Rückweg und beendeten den Tag mit einem Besuch im Tex-Mex-Schnellimbiss Chipotl in Oakland. Eine ausdrückliche Empfehlung von J, an die wir bei Wraps und Burritos auch ganz feste gedacht haben.

Wochenrückblick (#3)

|Gesehen| How I met your mother (die ersten beiden Folgen der finalen Staffel, die seit Montag hier ausgestrahlt wird), einige Folgen Simpsons und New Girl
|Gelesen| Anna Karenina weitergelesen
|Getan| der erste Tag in Stanford (und drei weitere), eine Outlet-Mall besucht, die Stadt von der gegenüberligenden Seite aus angeschaut, die Küste nach Süden gefahren
|Gegessen| Lunch und Subway in Stanford, brasilianisches Sandwich und Gemüsereis, Chipotle, common dinner, selbstgemachte Pizza, gestürzten Pflaumenkuchen, Nutella
|Gedacht| Monterey ist das bessere Mendocino
|Gefreut| über den gelungenen Pflaumenkuchen und immer wieder über die die Sonne, den Strand und den Pazifik
|Gelacht| über M, wenn er Simpsons schaut und sich vor Lachen kringelt
|Geärgert| über eine ausgefallene Vorlesung
|Gekauft| mehr Adapter für die Steckdosen
|Geklickt| fox um die Serien zu schauen (geht wahrscheinlich von Deutschland aus nicht), State Parks, google maps zum rumreisen

Sonnenuntergang an der Marina

Heute Abend haben wir uns etwas kleines zu Essen geholt und sind zum Sonnenuntergang-Bestaunen an die Marina von Berkeley gefahren. Von dort hat man einen super Blick auf die Innenstadt von San Francisco und die Golden Gate Bridge.

(Die Bilder sind als Diashow eingebunden. Draufklicken macht sie groß und auch die Bildunterschrift sichtbar. Mit „Esc“ lässt sich die Diashow beenden und man kommt zum Artikel zurück.)

Die Küste nach Norden (Teil 3)

Mendocino bis Eureka und Arcata

Nachdem wir bei Jim nur kurz ein Honigbrot gefrühstückt haben, ist unser erstes Ziel heute das etwa 15 Minuten entfernte Fort Bragg. Dank F+Ks Lonely Planet Kalifornien, der uns schon unsere ganze Reise lang gute Tipps gibt, wissen wir auch schnell, wo wir ein schönes Café finden. Im Headlands Coffeehouse lassen wir uns für ein zweites Frühstück nieder. Morning Bun (eine Art süßer Hefeknoten mit Zimtzucker) und Kaffee für G, belgische Waffel und decaf-Kaffee (frischgezapft aus der Thermoskanne) für M. Anschließend nutzt G noch ihr refill, und wir checken Mails und telefonieren kurz mit Ms Eltern, die zufällig gerade online sind.

Nach einer Stunde brechen wir auf. Unser Ziel für heute ist der Humboldt State Park, der etwa eine Stunde vor unserem Ziel Eureka liegt. Hier soll es einige der dicksten und höchsten Bäume der Westküste geben. Insgeheim bin ich davon ja nur so halb begeistert. Hohe Bäume mit Stämmen,  die man mit beiden ausgestreckten Armen nicht umfassen kann. Tausendmal gesehen auf Bildern von Amerikaurlaubern. Was der Reiz dabei sein soll, erschließt sich mir nicht ganz.

Und plötzlich führt der Highway, also quasi die Fernverkehrsstraße, genau zwischen solchen Bäumen durch. Und, schon bin ich ihrer Faszination erlegen. Da geht die Straße mitten durch den Nationalpark und nur Zentimeter hinter dem Randstreifen stehen riesige Bäume.  Noch regnet es wie aus Kübeln, also erstmal Mittagspicknick im Auto und kurzer Stopp bei der Besucherinformation. Dann beschließen wir, noch weiter in den Park hineinzufahren, parken das Auto auf einem der Parkplätze und gehen ein wenig spazieren. Zum Wandern bleibt uns nicht mehr viel Zeit und außerdem erscheint uns das Wetter zu unbeständig. Dann halt eine Renterrunde, große, hohe, dicke und alte Bäume bestaunen, Fotos machen, Infotafeln lesen.

Gegen vier brechen wir nach Eureka auf, das wir allerdings erstmal durchfahren, um uns noch Arcata anzuschauen, das etwa 5 Meilen weiter nördlich liegt. Die beschauliche Studentenstadt, hier befindet sich die Humboldt University, gefällt uns gut. Das Abendessen fällt typisch amerikanisch aus: Burger und Pommes im basket, Milchshake bzw. Cola. Und es ist, dank eines sehr guten Tipps aus dem Lonely Planet, das beste Essen bisher. Gegessen bei Stars Hamburgers in Arcata.

Auch das gebuchte Town House Motel in Eureka erweist sich als Glücksgriff und beste Unterkunft der Reise. Das Townhouse Motel wird auf der deutschen Seite von Tripadvisor sehr gelobt, vor allem für seine Sauberkeit. Als wir die Zimmertür öffnen, wissen wir sofort warum. Ein Chlorlüftchen weht uns entgegen, so dass wir erstmal alle Fenster aufreißen, um den Schwimmbadgeruch zu vertreiben. Aber Zimmer und Bad sind wirklich tiptop sauber, sogar eine Kaffeemaschine und einen Kühlschrank gibt es. Am nächsten Tag erzählt uns der Besitzer, dass er dafür auch im Reiseführer „Rough Guide to California“ erwähnt wird und er täglich selbst die Zimmer kontrolliert.

Weiteres nettes Detail in diesem Motel ist der 70er Jahre Charme des Baustils. Die Parkplätze für die Autos befinden sich nämlich direkt unterhalb der Zimmer. Diese sind über eine Galerie verbunden, so dass man direkt auf das unten stehende Auto schauen kann, wenn man die Zimmertür öffnet.

Da das Zimmer wieder ohne jede Verpflegung ist, gibt es am nächsten Morgen nochmal amerikanisches Frühstück. Dann machen wir uns auf die Heimreise. Nach guten fünf Stunden Fahrt erreichen wir Berkeley. Einen kleinen Zwischenstopp haben wir in Sonoma, in der Weinregion gemacht, aber nur um einen ersten Eindruck zu bekommen. Vielleicht schaffen wir es ja nochmal dahin.

Stanford

Nun also sein Traum. Am Montag waren wir das erste Mal da.