Palace of Fine Arts

Ein hauptsächlich von asiatischen Touristen besuchter Ort. Direkt an der Marina. Wer einen Spaziergang oder eine Spazierfahrt über Crissy Field zur Golden Gate plant, lohnt sich ein kurzer Abstecher.

Wir haben den Besuch mal wieder für einen Ausflug mit den Rädern genutzt. Da das Wetter nach wie vor sehr trocken und sonnig ist, kommen wir mit unsern zwei schnittigen Stadträdern ohne Schutzbleche noch immer gut zurecht.

Das Museum für asiatische Kunst, San Francisco

Bisher haben wir uns kaum Museen in San Francisco angeschaut. Das Wetter war einfach zu schön, um den Tag drinnen zu verbringen. Und das bekannteste Museum der Stadt, das SFMOMA, wird momentan umgebaut und fiel daher von Anfang an aus.

Die fallenden Temperaturen und den ersten Sonntag des Monats – freier Eintritt – nahmen wir aber nun zum Anlass, um uns ins Asian Art Museum of San Franciso aufzumachen. Das Museum befindet sich im Zentrum der Stadt, am Civic Center, neben dem Hauptgebäude der Bibliothek. Auf drei Stockwerken werden rund 2.500 Werke aller asiatischen Regionen gezeigt.

Wir arbeiten uns vom zweiten Stock bis zum Erdgeschoss vor und durchwandern nicht nur  6.000 Jahre Zeitgeschichte sondern auch alle großen asiatischen Regionen in eigenen Abteilungen. Wir sehen Buddha-Statuen aus Indien, Jadeschmuck aus China, Teppiche aus Tibet und Bhuthan und ein originalgetreu nachgebautes, funktionierendes japanisches Teehaus.

Der Schwerpunkt des Museums liegt jedoch auf koreanischer Kunst. Das Asian Art Museum ist das einzige Museum in den Vereinigten Staaten, dass dafür einen eigenen Kurator hat. Auch die laufende Sonderaustellung „In Grand Style“ im Erdgeschoss war Korea gewidmet. Darin werden Kunstwerke der Joseon Dynastie gezeigt. Unter anderem sehen wir meterlange Rollen, auf denen mit Bildern von Reitern, Pferden und Sänften, die Aufstellung von riesigen Paraden und Festzügen erst dokumentiert wurden.

Wir haben knapp drei Stunden im Museum verbracht und finden den Rundgang durch die einzelnen Abteilungen sehr gelungen. Sowohl für die Sammlung als auch für die Sonderausstellung gibt es Audioguides, die man sich kostenlos ausleihen kann. Außerdem werden stündlich Führungen (auch für Kinder) zu verschiedenen Teilen der Sammlung angeboten. Sollte man nicht an einem der eintrittsfreien ersten Sonntage des Monats ins Museum gehen, lohnt es sich, auf der Museumshomepage nach Veranstaltungen zu suchen, die oft im Eintrittspreis enthalten sind wie beispielsweise die koreanische Tee-Zeremonie.

Asian Art Museum, 200 Larkin Street, San Francisco, CA 94102.

Blumenkohl-Curry

Hier das Rezept für ein schnelles Curry, das ohne rote, gelbe oder grüne Currypaste auskommt und trotzdem sehr gut schmeckt. Das Rezept stammt vom Newsletter, den wir wöchentlich zu unserer Gemüsekiste bekommen und der Vorschläge für die in der Kiste gelieferten Gemüsesorten enthält.

Letzte Woche waren Blumenkohl und fast alle der anderen benötigten Zutaten in der Kiste. Mit den Gewürzen, einer Dose Kokosmilch im Schrank und ein paar Bohnen oder Erbsen im Gefrierfach sollte sich das so oder mit ein paar anderen Gemüsesorten aus fast jeder Kiste oder jedem Wochenmarkteinkauf zaubern lassen.

M hat sich bereits zweimal erkundigt, ob ich auch wirklich das Rezept aufgehoben habe. Das tue ich hiermit. Vielleicht wird es ja eines der Gerichte, die es aus Kalifornien ins Standardrepertoire schaffen.

Blumenkohl-Curry
für vier Personen mit Reis als Beilage

2 EL Distelöl (oder anderes neutrales Öl)
2 große Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
1 Blumenkohl
2-3 Karotten
3 Kartoffeln
1 kleiner Butternusskürbis
1 Stange Sellerie
1 scharfe Chilischote oder Jalapeno
2 Tomaten
200g Erbsen oder kleine Bohnen (bei uns waren es Black Eyed Peas, über Nacht eingeweicht und anschließend gar gekocht)
1 EL Currypulver
1 TL Koriander, gemahlen
1 TL Kreuzkümmel (=Cumin), gemahlen
1 EL frischer Koriander
1 EL Honig
1 Dose Kokosnussmilch

1. Zwiebeln in kleine Würfel schneiden, Knoblauch fein hacken, Chilischote entkernen und klein schneiden. Blumenkohl putzen und Rößchen abtrennen, Karotten schälen und würfeln, Kartoffeln schälen und Würfeln, Kürbis schälen, halbieren, Kernhaus mit einem kleine Löffel entfernen und Fruchtfleisch würfeln, Tomaten kleinschneiden.

2. Öl erhitzen, Zwiebeln und Koblauch darin glasig braten, Gewürze dazugeben und für ein paar Minuten mitbraten. Sellerie, Karotten, Tomaten, Chili, Kartoffeln und Kürbis zugeben und für einige Minuten mit anbraten bis das Gemüse anfängt weich zu werden.

3. Einen halben bis dreiviertel Liter Wasser hinzugeben, solange bis das Gemüse drinliegt aber noch nicht vollständig bedeckt ist. Aufkochen lassen und dann Blumenkohl hinzugeben. Dieser kann ruhig oben aufliegen, er wird auch im Dampf gar.

4. Jetzt den Reis ansetzen und z.B. nach Pilaw-Art kochen. Dazu einen großen Kaffeepott Reis abmessen, Reis kurz in Öl anschwenken, so dass alle Körner gut bedeckt sind, mit der doppelten Menge heißem Wasser aufgießen, aufkochen und Deckel aufsetzen. Etwa 10-15 Minuten auf kleinster Flamme garziehen lassen, Deckel dabei nicht öffnen!

5. Gemüse so lange kochen bis Kartoffeln & Co. weich sind, der Blumenkohl aber noch ein bisschen Biss hat. Kokosnussmilch zum Gemüse hinzugeben und kurz aufkochen. Honig zufügen und nach Geschmack salzen, ggf. nachwürzen.

6. Vom Herd nehmen und mit gehacktem Koriander bestreuen. Reis mit einer Gabel auflockern und beides servieren.

Quelle: Mariquita Farm, Ladybug Delivery, Newsletter vom 22. November 2013.

Wie wir hier einkaufen Teil 2: Die Gemüsekiste

Die ersten paar Tage in der Stadt verbrachte ich in Valentinas WG in San Franciscos Stadtteil Mission, in der wir über AirBnB ein Zimmer gemietet hatten. Das Zimmer war nicht nur groß und verfügte über ein gemütliches King-Size-Bett, auch die Ausstattung der Küche war ausgesucht, umfangreich und der Kühlschrank immer voll. Es war schnell klar, hier wohnen Menschen, die kochen. Außerdem bekommen sie jede Woche eine Gemüsekiste.

Dank Valentina wusste ich auch dann recht schnell, wie das Ganze funktioniert. Das Stichwort heißt: CSA – Community Supported Agriculture – oder auf deutsch Solidarische Landwirtschaft. Die Idee dahinter ist, dass man im Frühjahr ein Abo für die ganze Saison abschließt. Das heißt, man wird für eine Saison Mitglied und verpflichtet sich regelmäßig einen festen Geldbetrag (etwa 20-40 Dollar pro Woche und Kiste) an einen Bio-Bauernhof zu zahlen. Der Hof kann besser planen und hat die Sicherheit, dass die Ernte – obwohl gerade erst gepflanzt – bereits verkauft ist. Als Abonnent bekommt man bis zum späten Herbst jeden Woche einen Anteil dessen, was die Ernte des Hofes hergibt. Dieser Anteil kommt als Gemüsekiste, was drin ist, erfährt man meist erst am Tag der Abholung.

Wählt man eine regelmäßige Mitgliedschaft, hängt die Wahl der Farm für die meisten sicher davon ab, wohin die Kiste ausgeliefert wird. Man bekommt die Kisten in der Regel nicht bis an die Haustür gefahren, sondern muss sie an einem zentralen Sammelpunkt zu einem bestimmten Termin in der Woche abholen. Und daher sucht man sich natürlich häufig die Farm aus, die an einem passenden Wochentag in den eigenen Stadtteil liefert. Einige der  CSAs in der Bay Area, die ich recherchiert habe, sind Shooting Star CSA (das war Valentinas Kiste), Full Belly Farm, Tomatero Farm und unsere, die Mariquita Farm.

Da wir nur für kurze Zeit und dazu noch über den Winter hier sind, kamen viele CSA’s für uns nicht in Frage. Die meisten hören mit dem Ende der Saison Ende November mit der Lieferung auf und setzen erst im März wieder ein. Daher war das Angebot der Mariquita Farm für uns ideal. Diese hören im Winter zwar auch mit ihrer Saison-Abo-Kiste auf, haben aber daneben eine Probekiste- bei ihnen heißt sie Mystery Box – mit der man das Angebot unverbindlich und zeitlich unbegrenzt testen kann. Diese läuft über den Winter weiter, weil auch weiter geerntet werden kann. Nur fällt die Ernte eben nicht mehr so umfangreich aus, dass es für Restaurantlieferungen, Probekisten und Saisonkisten reicht.

Um die Probekiste zu bestellen, müssen wir uns einfach zwischen Sonntag und Mittwoch per Formular in eine Liste eintragen und können am Donnerstag unsere Kiste abholen und bezahlen. Neben den Kisten hat der LKW von der Farm auch manchmal andere Produkte dabei, die man zusätzlich kaufen kann. Wir frühstücken z.B. momentan Golden Gate Park Honey, also Honig, der von den Blumen im Golden Gate Park kommt und den der dortige Imker über unseren Hof verkauft. Der Nachteil am Abrufprogramm ist, dass jede Woche ein anderer Stadtteil von San Francisco angefahren wird und ich so manchmal allein wegen der Kiste zweistündige Fahrradausflüge unternehme.

Und, was ist nun drin in der Kiste? Gemüse, das gerade Saison hat. Momentan vor allem verschiedene Sorten Stängelkohl, Kürbis und Karotten aber auch Tomaten, Blumenkohl oder Paprika. Hier ein paar Bilder unseres Kisteninhalts seit Oktober. Eine Kiste kostet 25 Dollar, das sind etwa 18 Euro.

Wir haben zu Testzwecken und aus Neugierde auch einen Ausflug zum größten und günstigsten Wochenmarkt in San Francisco unternommen. Das ist der Alemany Farmer’s Market im Süden der Stadt, zu dem wir mit dem Rad etwa 15 Minuten brauchen. Auch dort verkaufen viele Bauern ihr Gemüse direkt vom Hof mit einem eigenen Stand. Im Vergleich finden wir unsere Kiste preislich und qualitativ auf jeden Fall gleichwertig, teilweise sogar besser. Der Inhalt der Gemüsekiste ist frisch, er hält im Kühlschrank problemlos eine Woche durch und schmeckt gut. Andererseits kann man auf dem Markt natürlich selbst auswählen, was man kaufen will und hat nicht nur Gemüse, sondern auch Obst in einer großen Auswahl.

Da wir aber nicht jeden Samstagmorgen zum Markt fahren wollen, haben wir uns für die Kiste entschieden. Mit dem Inhalt kommen wir auch ungefähr eine Woche hin. Außerdem bekommen wir damit regelmäßig die Möglichkeit, Gemüse zu probieren, das so in Deutschland teilweise (noch) nicht angebaut wird: Green Frills Mustard, Gai Lan, Wassermelonen-Rettiche und die zig Sorten Kohl am Stängel, von denen wir euch in den letzten Wochenrückblicken immer wieder erzählt haben.

Heute Nachmittag kommt wieder eine neue Kiste. Der Newsletter hat schon angekündigt, dass es Frost gab und der Inhalt wahrscheinlich ein bisschen kleiner ausfallen wird als die letzten Woche. Wir sind also gespannt, was drin ist.

Die Moosbeeren sind los

Hier kommt das Rezept für ein weiteres Gebäck, dass sich ohne viel Werkzeug schnell auch in fremden Küchen gut zubereiten lässt. Es ist ein gestürzter Kuchen oder Upside-Down-Cake, wie er hier heißt.  Und entsprechend der Jahreszeit gab es letzte Woche eine Version mit Cranberries – Moosbeeren.

An dem Rezept habe ich inzwischen schon eine Weile rumgebastelt. Die erste Version hatte ich noch im September für die Mitbewohner in Berkeley gebacken. Damals hatte ich Zwetschgen als Belag gewählt, da diese gerade Saison hatten und nach dem Stürzen sogar noch schöner aussehen als zuvor. Leider habe ich damals kein Foto gemacht und nun waren keine Zwetschgen mehr zu bekommen. Als zweite Variante folgte im Oktober eine Version mit Apfel, sozusagen eine Tarte Tatin mit einem Rührteig statt Mürbeteig. Die Variante schmeckt auch, sieht aber – verglichen mit Zwetschgen – voll hässlich aus. Jetzt sind die Cranberries dran, die mit ihrer Säure prima zum Teig passen und optisch zwischen Zwetschgen und Apfel rangieren.

Zutaten:
für eine Mouleform oder auslaufsichere Springform (26cm)

Karamell:
50g (brauner) Zucker
50 ml Wasser
2 Scheiben Ingwer (hat man am Ende gar nicht geschmeckt)

Teig:
120g Weizenmehl Typ 550
180g Weizenvollkornmehl
100g gemahlene Mandeln
2 TL Backpulver (1/2 TL Baking Soda, 1 TL Cream of Tartar)
2 TL Zimt
200g (brauner) Zucker
1 gute Prise Salz

1 Vanilleschote (Mark) oder 1 Pk. Bourbon-Vanillezucker oder 1TL Vanille-Extrakt
150 ml Öl
350 ml Wasser
Saft 1/2 Zitrone

Belag:
300g frische Cranberries (oder 600g Zwetschgen)

Zubereitung:
1. Backofen auf 180°C (370°F) vorheizen.

2. Eine (auslaufsichere!) Springform oder Moule-Backform fetten, ggf. Boden mit Backpapier auslegen. Cranberries waschen und auf dem Springform-Boden verteilen. (Zwetschgen waschen, so halbieren, dass sie noch zusammenhängen, Kern entfernen und mit dem Fruchfleisch nach oben, Schale nach unten, in die Springform legen. Harte, noch nicht ganz reife Zwetschen können auch kurz im Sirup mitgekocht und dadurch vorgegart werden.)

3. Zucker in einem kleinen Topf auf mittlerer Hitze schmelzen lassen. Wasser hinzufügen und das erstarrte Karamell langsam über 5-10 Minuten zu Sirup loskochen. Danach Herd ausschalten und leicht abkühlen lassen. Wer eine hitzebeständige Tarte Tatin oder Moule-Form hat (d.h. eine geschlossene Form, ähnlich wie die gusseiserne Pfanne auf meinen Bildern) kann das Karamell auch direkt in der Form auf dem Herd machen, loskochen und dann die Früchte in den entstandenen Sirup einlegen. (Dann halt kein Backpapier verwenden, bei einer gut beschichteten Form kommt der Kuchen auch so prima raus.)

4. Trockene Zutaten und feuche Zutaten getrennt in zwei Schüsseln vermischen. Größere Schüssel für die feuchten Zutaten nehmen. Dazu Wasser und Öl abmessen, Zitrone auspressen und dazu geben, Vanilleschote auskratzen und mit einem Schneebesen in die Flüssigkeit rühren. (Ich gebe das Vanillemark immer zur Flüssigkeit, weil es sich dann besser Verteilt, Vanillezucker kann natürlich genausogut zu den trockenen Zutaten gegeben werden). In der anderen Schüssel Mehl, Mandeln, Zucker, Zimt, Backpulver und Salz mischen.
5. Trockene Zutaten zu den feuchten Zutaten geben und mit dem Teigspatel oder einem großen Schneebesen oder Löffel nur solange verrühren, bis alle Zutaten gerade so vermengt sind. Der Teig sollte relativ flüssig sein.

6. Sirup mit einem Löffel über die Cranberries geben. Anschließend den Teig darüber geben.

7. Bei 180°C (370°F) in der Backofenmitte 45 Minuten backen. Mit einem Holzstäbchen einstechen, der Teig ist gar, wenn das Stäbchen trocken wieder herausgezogen werden kann.

8. Kuchen etwa eine halbe Stunde in der Form auskühlen lassen und dann noch lauwarm auf einen Teller oder ein Kuchengitter stürzen. Vorsichtig das Backpapier abziehen, freuen und essen.

Idee: Pfirsich-Upside-Down-Kuchen von Cakeinvasion und Cranberry Upside-Down Cake von simplyrecipes.

Tina Fey: Bossypants

Das Buch ist eine mit vielen Anekdoten und witzigen Sprüchen verzierte Autobiografie von Tina Fey. Sie  beschreibt darin ihr bisheriges Leben, ihre Anfänge im Improvisationstheater, ihren ersten Job als Autorin bei Saturday Night Live, einer amerikanischen Late-Night-Comedy Show auf NBC bis hin zu ihrem momentanen Job als Produzentin von 30 Rock, einer amerikanischen Sitcom. Darin spielt sie auch noch eine der Hauptrollen, an der Seite von Alec Baldwin.

Am ehesten kenn man sie in Deutschland wahrscheinlich in der Rolle der Sarah Palin, die sie während des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfs 2008 parodierte. Der Sketch in dem Sarah Palin (Tina Fey) und Hillary Clinton (Amy Poehler) zusammen auftreten wurde auch ins Hörbuch eingebunden:

http://www.youtube.com/watch?v=FdDqSvJ6aHc

Ich kannte Tina Fey vorher nicht. Das Buch war auf meine Leseliste gelangt, weil ich irgendwann letztes Jahr mal etwas darüber gelesen hatte. In der Art „unglaublich witzig und gleichzeitig klug und feministisch.“ Tina Fey liest das Hörbuch selbst und in einem irren Tempo. Wenn man sich aber mal reingehört hat, kann man sie gut verstehen und das Ganze wirkt natürlich nochmal viel intensiver, weil ihre Witze und ihr Humor so richtig durchkommen.

Ich fand es unterhaltsam, aber mit ihrem Humor konnte ich selbst gar nicht so viel anfangen, wie die vielen Kritiker, die sie dafür hoch gelobt haben. Dennoch, ein kurzweiliges Buch unter dessen Comedy-Oberfläche sich einige selbstironische und manchmal ernsten Gedanken verstecken.

Tina Fey (2011): Bossypants (unabridged), Hachette Audio, 5 Std. 35 Minuten.

Wochenrückblick (#12)

|Gesehen| Downton Abbey (3. Staffel), Fahrstuhl zum Schafott
|Gelesen| Jacob Tomsky: Heads in Beds, Piper Kerman: Orange is the New Black
|Gehört| Miles Davis, Louis Armstrong, Herbie Hancock, John Coltrane
|Getan| die Twin Peaks hinaufgeradelt, am Meer gewesen, größere Mengen Brot gebacken und eingefroren, ins Einkaufsgetümmel am Black Friday (Freitag nach Thanksgiving) gestürzt, die Mission Dolores angeschaut, im Asian Art Museum gewesen
|Gegessen| Blumenkohl-Curry, Pasta mit Stängelkohl und Speck, Birchermüsli, Focaccia, Eierkuchen, Gemüse-Paella, Blumenkohl Frittata mit frischem Hausbrot, Ramen bei Waruku in Japantown, Frühstück bei der Tartine Bakery
|Getrunken| Orangina, Anchor Steam Beer
|Gedacht| dass die Kirche an der Ecke vom Dolores Park gar nicht die Mission Dolores ist. Die steht etwa 300 m weiter nördlich.
|Gefreut| über das erste Türchen im Tee-Adventskalender und den Pumpkin Pie von unserer Nachbarin
|Gelacht| über mich selbst. Ich bin am Dienstag mit riesigem Muskelkater wie ein Omi umhergeschlichen , weil ich am Abend zuvor versucht hatte, Rückenverspannungen mit Tennisbällen zu lockern.
|Geärgert| immer noch über meine Backkünste, vor allem bei hellen Weizenbroten. Sie schmecken prima, aber sie sehen furchtbar aus.
|Gewünscht| So einen Foam Roller, wie wir ihn beim Pilates immer zum Muskeln lockern benutzen. Die Tennisbälle waren dann aber ähnlich effektiv.
|Gekauft| ein Luftbett, Jeans beim Blackfriday
|Geklickt| die interaktiven Erklärungen auf der Webseite des SF Moma. Das ist Internet „at it’s best“ für die Erkundung des Museumsbestandes und weitere Erklärungen, während das Museum umgebaut wird.

Twin Peaks

Hier ein paar Fotos von unserem Fahrrad-Ausflug nach Twin Peaks heute Nachmittag. Mit Twin Peaks sind die zwei Hügel gemeint, die uns genau gegenüber liegen. Jeden Morgen und Abend, wenn wir auf dem Balkon stehen, können wir hinüberwinken. Heute wollten wir uns das Ganze mal von der anderen Seite aus ansehen.

Der Weg nach oben lässt sich mit einer Tour den Königsstuhl in Heidelberg hinauf vergleichen. Es geht etwa eine halbe Stunde stetig bergauf. Und dann biegen wir plötzlich um eine Kurve und die 49 Quadratmeilen große Stadt erstreckt sich unter uns. Phänomenal. Der Rundumblick über die Stadt und die Bucht entschädigt sofort für alle Anstrengung.

Hier drei Bilder von Osten nach Westen: erst San Francisco Downtown, dann Russian Hill und Pacific Heights und zum Schluss der Blick über den Presidio mit der Golden Gate Bridge, die hinüber nach Marin County führt.

Und hier nochmal die beiden Seiten. Unser Hügel von Twin Peaks aus gesehen im Nachmittagslicht, nachdem wir etwa eineinhalb Stunden unterwegs waren. Und dann, Twin Peaks von unserem Hügel aus gesehen in der Dämmerung.

Es war kaum Verkehr in der Stadt, da alle Familien beim Thanksgiving-Truthahn zusammensaßen. So konnten wir gemütlich radeln und hatten zudem immer mal wieder den Duft von frischem Brathuhn in der Nase. Außerdem haben wir einige Menschen gesehen, die mit Tupperdosen, Töpfen und Weinflaschen beladen durch die Straßen liefen. Unsere Nachbarin S hatte ihre Familie zu Gast und so sind auch wir in den Genuss des traditionellen Nachtischs ihrer Mutter gekommen: Pumkin Pie, ein süßer Kürbiskuchen. Sehr lecker.

Wie wir hier einkaufen Teil 1: Der Supermarkt

Der Supermarkt, der für uns am nächsten liegt, ist ein WholeFoods Market. Frei übersetzt bedeutet der Name in etwa „Vollwertige Lebensmittel“. Das ist eine Kette relativ kleiner Supermärkte mit einem großen Angebot an biologischen Lebensmitteln. Es ist definitiv nicht der Durchschnittssupermarkt der Amerikaner, insofern kann ich hier keine weiteren Klischees bedienen. Für uns ist er aus vier Gründen unser erster Anlaufpunkt: Er ist nah, hat Bioprodukte, es gibt Fahrradparkplätze und viele Sachen, die aus der Region kommen.

Auffällig ist, dass man viele Sachen aus Europa findet. Nicht nur Käse aus Frankreich oder Pasta von De Checco sondern auch Wasser aus Deutschland: Gerolsteiner Mineralwasser. Evian gibt es übrigens auch. Die schippern Wasser aus Europa an die Westküste, es ist kaum zu glauben. Zudem gibt es eine wahnwitzige Palette an importiertem Bier und Wein. Grüner Veltiner aus Österreich gefällig? Kein Problem. Absurd, wenn man überlegt, dass mit Sonoma und Napa zwei großartige Weingebiete nur etwa eine Autostunde entfernt liegen. Allein am Anteil der importierten, konventionellen Produkte sieht man, dass nicht das ganze Angebot aus Bio-Ware besteht und nur zu einem kleinen Teil wirklich regional ist.

Nicht nur bei WholeFoods, sondern auch bei anderen Supermärkten hier, findet sich eine Abteilung mit loser Ware. Das habe ich so noch in keinem Land gesehen. Oben im Artikelbild sieht man die Boxen mit Getreidekörnern, Mehlen, getrockneten Früchten, Nüssen, Samen. Manchmal gibt es auch lose Tees, Kräuter und Gewürze zum Selbstabwiegen, was sehr praktisch ist, wenn man wie wir das alles irgendwann auch aufessen muss. Den Boxeninhalt schaufelt man sich aus den Containern in kleine Tüten und bezahlt nach Gewicht. Auf diese Art und Weise kommen wir günstig zu unserem Roggenmehl, zu Haferflocken, gemahlenen Mandeln und Pekannüssen. Außerdem gibt es in manchen Märkten Mühlen für Erdnussbutter und Mandelbutter, die man sich selbst frisch quetschen und abfüllen kann.

WholeFoods bietet nur „natürliche“ Produkte an und definiert das nach eigenen Kriterien: ohne künstliche Aromen, frei von Farbstoffen, Süßungsmitteln und Konservierungsmitteln. Damit ist das Angebot deutlich abseits von typisch amerikanischen Produkten und relativ hochpreisig. Ich habe Bewertungen gelesen, in denen WholeFoods auch als „whole paycheck“ also „volles Gehalt“ verspottet wird. Das kann man gut dort ausgeben, denn die Preise liegen deutlich über denen in Deutschland. Aber das wundert niemanden, oder? (Nicht weil es in Amerika zu teuer, sondern eher weil es in Deutschland zu billig ist.) Wir geben pro Woche etwa 80 Dollar aus und kaufen vor allem Pasta, Käse und Wurst, Mehl und andere Backzutaten, Saft, Milch, manchmal Limo, Obst, Eis und Snacks. Gemüse kaufen wir kaum, da wir dies in unserer Gemüsekiste bekommen. Darüber dann nächste Woche mehr.

Zitronenkuchen

Als nachträglichen Geburtstagskuchen hatte sich M einen Zitronenkuchen gewünscht. Und da mein Rezept zu Hause im Ordner schlummert und ich die Mitbewohnerin nicht aufscheuchen wollte, habe ich abermals auf meine virtuelle Bibliothek der Kochblogs zurückgegriffen.  Ich wollte den Kuchen gerne mit Zitronenzesten dekorieren. Diese sind mir beim letzten Versuch jedoch binnen weniger Stunden ziemlich unansehnlich zusammengetrocknet. Claudias Idee, die Zesten in Zuckersirup zu kochen und erst dann über den Kuchen zu geben, hat mich überzeugt. Selbst ohne Kühlung halten die Zesten so prima über 2-3 Tage ihre Farbe und Feuchtigkeit. Deswegen habe ich ihr Rezept mit einigen Abwandlungen übernommen.

Mein Kuchen benötigt mindestens zwei, besser drei oder vier Zitronen, da M einen Kuchen wollte, der mit Zitronensaft getränkt ist und an einigen Stellen schön matschig ist. Obwohl ich das schon mehrfach probiert habe, ist es mir auch diesmal nicht gelungen, den Saft wirklich in den Kuchen zu bekommen. Mehr als die obere Schicht kriege ich irgendwie nie durchfeuchtet. Für mich wars nicht schade drum und er hat ihn trotzdem gegessen.

Und immer, wenn ich Zitronen oder auch Orangen abreiben muss, bearbeite ich diese zuvor mit heißem Wasser und Spüli egal ob bio oder konventionell, behandelt oder unbehandelt. Dabei muss ich jedes Mal an meine Freundin P denken, die mir das vor Jahren mal beim gemeinsamen Weihnachtsplätzchenbacken gezeigt hat. Ihre bestechende Argumentation: „Deine Teller wäschst du ja auch damit und isst hinterher davon.“

(@P: Sollen wir dieses Jahr ein virtuelles gemeinsames Backen machen? Du zu Hause und ich hier? Sag mal Bescheid!)

Zutaten:
für eine Springform (26cm)  oder eine Kastenform

Für die glasierten Zesten:
Schale einer Zitrone
50 ml Wasser
50 g Zucker

Für den Teig:
150 ml Öl
220 g Zucker
4 Eier
Saft von 1.5 Zitronen
abgeriebene Schale von 1 Zitrone
1 TL Backpulver (1/2 TL Baking Soda, 1 TL Cream of Tartar)
1/2 TL Salz
50 g gemahlene Mandeln
300 g Mehl

Für die Glasur:
Saft einer Zitrone
100-150 g Puderzucker

1. Für die Glasur und die abgeriebene Schale im Teig, die Zitronen zunächst mit Spüli und Wasser gut waschen, eine Zitrone mit dem Sparschäler schälen und die Schalenstücke dann in dünne Streifen schneiden. Die zweite Zitrone mit der Reibe bearbeiten und die abgeriebene Schale für den Teig zur Seite stellen.

2. Zitronenstreifen mit Wasser und Zucker kurz aufkochen lassen, leicht auskühlen lassen.

3. Dann beide Zitronen halbieren. Wenn nur zwei Zitronen da sind, dann eine für den Teig und eine für die Glasur auspressen. Wenn mehr da sind, eineinhalb bis zwei für den Teig und nochmal so viele für die Glasur auspressen.

4. Backofen auf 180°C (360°C) vorheizen.

5. Backpapier in den Boden einer Springform einspannen und Ränder ölen. Hätte ich eine Kastenform gehabt, hätte ich diese genommen und gefettet.

6. Zuerst in einer Schüssel die trockenen Zutaten abwiegen und mischen: Mehl, gemahlene Mandeln, Salz und Backpulver.

7. Nun in einer größeren Schüssel die feuchten Zutaten mischen. Dafür Eier und Zucker schaumig schlagen, dann das Öl hinzufügen. Zitronensaft und geriebene Schale zufügen.

8. Trockene zu den feuchten Zutaten geben und nur so lange rühren, bis die Zutaten sich gut zu einem Teig vermischt haben.

9. In die Backform füllen und ca. 45 Minuten backen. Bei mir in der Springform hat der Kuchen fast eine Stunde gebraucht. Mit einem Holzstäbchen einstechen und testen, ob kein Teig kleben bleibt. Dann ist er fertig.

10. Kuchen in der Form kurz auskühlen lassen, dann mit einer Gabel einstechen und tränken. Ich habe dazu die Zesten aus dem Sirup gefischt, den mit dem Saft einer halben Zitrone gestreckt und diese Mischung über den Teig gegeben.

11. Anschließend Glasur zusammenrühren über den Kuchen geben und mit den glasierten Zesten verzieren. Die Gramm-Angaben oben sind für eine dicke weiße Glasur, ich habe weniger Puderzucker verwendet, weil ich die Glasur ein bisschen dünner wollte.

12. Fertig auskühlen lassen und aufessen.