Sonntagskuchen 01/52 – Schmandkuchen

Das neue Jahr bringt einen neuen Vorsatz mit sich: Einmal die Woche möchte ich Kuchen backen. Halte ich das durch, werde ich am Jahresende auf 52 Kuchen kommen und mir gleichzeitig eine Art saisonalen Kuchenkalender geschaffen haben, in dem ich immer wieder nachschauen kann.

Den Anfang macht ein Schmandkuchen. Klassisch für die erste Januarwoche wäre ein Dreikönigskuchen gewesen, aber einerseits wollte ich – nach dem Stollen – nicht schon wieder einen Hefekuchen und zum anderen sollte er geburtstagstauglich sein. Er wurde nämlich verschenkt.

Das Rezept von meiner Oma schlummerte unerreichbar in meinem Rezepteordner, also musste ich im Gedächtnis kramen, wie nochmal das Schmand-Pudding-Verhältnis ist und nach dem Rest ein wenig googlen. Beim Einkaufen kam dann die Feststellung hinzu, dass selbst das Bourbon-Vanille-Puddingpulver der bekannten Backmarke zugesetztes Aroma und Farbstoffe enthält. Mein Ehrgeiz für die Schmandcreme ohne Päckchen-Pudding-Pulver zu kochen war geweckt. Speisestärke war im Haus und Vanilleschoten gab es auch.

Zudem habe ich – ebenfalls vor dem Regal mit den Backzutaten – beschlossen, dass er ohne Tortenguss (oder Agar-Agar) als Alternative auskommen muss. Ist zwar hübscher mit, weil die Oberfläche schön glänzt. Aber da ich noch nicht sicher war, wann ich backen würde, wollte ich den zusätzlichen Arbeitsschritt sparen. Und nicht unbedingt Gelatine verwenden, wenn es nicht sein muss.

Nach einer Nacht (oder ein paar Stunden) im Kühlschrank ist er vollständig durchgekühlt und schmeckt am besten. Für mich ist es irgendwie ein Winterkuchen, weil er mit Dosenobst auskommt. Zudem fand ich, die Abwechslung zu den vorweihnachtlichen Gewürzkuchen, Hefegebäcken und Plätzchen schön.

Geschmacklich erinnert er aber sehr an den Sommer. Dann würde ich ihn wahrscheinlich mit frischen Nektarinen, Aprikosen oder Pflaumen machen.

Schmandkuchen mit Mandarinen und Butter-Mürbeteigboden

Springform, 28 cm

Für den Boden:

  • 1 Ei
  • 1 TL Backpulver
  • 80g Zucker
  • 80g Butter
  • 200g Mehl (Typ 550)
  • Butter für die Form
  • Mehl zum Ausrollen

Für den Belag:

  • 1 Vanilleschote (weglassen, wenn Puddingpulver verwendet wird)
  • 50g Speisestärke (entspricht etwa 5 EL, alternativ: 2 Päckchen Vanille-Puddingpulver)
  • 1/2 Liter Milch
  • 40g Zucker
  • 140 g Zucker
  • 800g Schmand (24% Fettgehalt, entspricht 4 Bechern)
  • 270g Mandarinen (entspricht 2 Dosen bei einem Abtropfgewicht von je 135g)

Zubereitung

  1. Mehl, Backpulver und Zucker vermischen. Ei aufschlagen und hinzugeben. Dann die Form (Boden und Rand) buttern und, wenn dabei Butter übrig bleibt, diese mit neuer Butter zu 80g abwiegen und in kleinen Stücken auf das Mehl geben. Mit den Butterfingern dann direkt weiterarbeiten und alle Zutaten rasch zu einem glatten Mürbeteig kneten.
  2. Den Teig direkt weiterverarbeiten, ausrollen und in die Springform geben. Dabei einen Rand hochziehen. Mit einer Gabel kleine Löcher stechen. Die Springform dann solange im Gefrierschrank oder Kühlschrank parken, bis der Belag fertig ist.
  3. Backofen auf 160 Grad vorheizen.
  4. 500ml Milch im Messbecher abmessen, 350g davon in den Topf umschütten. Die Vanilleschote halbieren, auskratzen und sowohl Mark als auch Schote mit in den Topf geben und den Herd anschalten. Die restliche Milch im Messbecher mit der Speisestärke und den 40g Zucker (2 EL) verrühren. Wenn die Milch kocht, Vanilleschote rausfischen und die Stärkemischung in die kochende Milch rühren. Einmal kurz aufblubbern lassen und vom Herd ziehen. Achtung, das ist „doppelt-stark“ gekochter Pudding, der sehr zäh wird.
  5. Pudding vom Topf in eine Schüssel umfüllen und den restlichen Zucker drüber geben, damit sich keine Haut bildet. Kurz auskühlen lassen, z.B. im Winter ein paar Minuten auf dem Balkon. Schmand dazugeben und mit dem Pudding verrühren bis sich der Zucker gelöst hat und eine glatte Creme entstanden ist. Mit Vanille-Puddingpulver ist diese leicht gelb, ohne bleibt sie weiß.
  6. Boden aus dem Gefrierschrank holen und Schmandcreme in die Springform füllen.
  7. Die Mandarinen abgießen und gleichmäßig auf der Schmandcreme verteilen.
  8. Den Kuchen nun für 80min bei 160° Umluft backen.
  9. Nach dem Backen auskühlen und dann im Kühlschrank vollständig durchkühlen lassen.

Quelle: Rezept von Oma, abgewandelt und kombiniert mit dem von Ina.

Weihnachtsstollen 2017

Wie schon in den letzten drei Jahren so hatten wir auch in diesem Jahr einen Weihnachtsstollen. Der aufmerksame Leser bemerkt den Unterschied: EINEN Stollen. Ich war mit dem Backen nämlich so spät dran, dass ich schon überlegte, gar keinen Stollen zu backen. Er muss ja auch gegessen werden.

Heiligabend und der vierte Advent fielen zusammen, am Mittwoch zuvor habe ich den Stollen gebacken. Die eigentlich notwendigen zwei Wochen minimaler Reifezeit habe ich damit deutlich unterschritten. Merkt man dem Stollen auch an, aber da wir auch jetzt noch – nach Neujahr – weiter davon essen, hatte die Hälfte des Stollens dennoch die lange Reifezeit.

Aufgrund der Halbierung der Zutatenmenge habe ich in diesem Jahr auf Zitronat verzichtet und nur Orangeat verwendet. Zudem habe ich den Stollen das erste Mal auf dem Stein gebacken, bis die 97 Grad Kerntemperatur erreicht waren. Das hat genauso lange gedauert wie auf dem Blech, was mich wunderte, und der Teig buk insgesamt auch deutlich trockener aus. Die Bräunung ist aber perfekt geworden.

Biennale 2017 in Venedig

Im letzten Jahr haben wir uns zum ersten Mal nach Venedig gewagt, um die dort stattfindende Biennale zu erkunden. Die Biennale ist eine internationale Ausstellung für zeitgenössische Kunst, die jedes zweite Jahr stattfindet. Seit 1895 gibt es die Schau und ihren internationalen Charakter hat sie schon seit den Anfangszeiten. Eine Besonderheit der Ausstellung sind die nationalen Pavillone, in denen aktuelle Kunstobjekte des entsprechenden Landes präsentiert werden. Die Biennale ist eine temporäre Schau – im Jahr 2017 von Mai bis November – und hat deshalb Eventcharakter. Und so werden auch Preise verliehen. Der Goldene Löwe ging dieses Jahr an Anne Imhof, die mit ihrer Perfomancekunst den deutschen Pavillon bespielt hatte.

Unsere Reise traten wir an einem lauen Juni Abend am Münchner Bahnhof an (natürlich dachten wir an Gustav Aschenbach). Ein Nachtzug sollte uns nach Venedig bringen. Vielen Dank an die ÖBB, dass so etwas noch möglich ist! Venedig empfängt die Gäste, die mit der Bahn kommen, in grandioser Manier. Am frühen Morgen überquerten wir den Brückendamm, der die Inseln vom Festland entfernt hält. Und mit dem Tritt aus dem Bahnhofsgebäude über die Stufen der Freitreppe ist man gleich mittendrin: Canal Grande, Vaporetto, leichter Wellenschlag gegen das Ufer, Palazzi, Gondeln, und viele andere Touristen.

Nun zum Ziel unserer Reise: die Biennale. Die Austellung ist über ganz Venedig verstreut. Die beiden Hauptorte befinden sich in den Giardini (eine Gartenanlage) und dem Arsenale (die ehemalige Schiffswerft der Republik Venedig). Wie die folgenden Bilder zeigen, bringen beide Orte ihre jeweils eigene Atmosphäre in der Präsentation von Kunst mit sich.

Giardini

Arsenale – das Gelände

Arsenale – die Kunstwerke

Für einen Überblick über alle gezeigten Werke bieten sich die offizielle Seite der Biennale oder auch die Seiten der Contemporary Art Daily an.

Insgesamt haben wir uns zwei Tage auf dem Gelände der Biennale aufgehalten. Kunstmüde wurden wir nicht und so besuchten wir noch die Gallerie dell’Academia mit den alten Meistern sowie einer sehenswerten Werkschau von Philip Guston und schauten auch noch bei der Sammlung von Peggy Guggenheim vorbei. Zeit blieb auch für ein paar Streifzüge durch die Stadt. Die Touristenpfade konnten wir nicht immer meiden, aber ein paar Wanderungen durch die Sestieri Castello, Cannareggio, Dorsoduro und San Polo führen schnell zu abgeschiedenen Plätzen im Gewirr der Gassen und Kanäle.

Monatsrückblick – Dezember 2017

Dezember. In großen Schritten ging es auf Weihnachten zu. Und der noch eingeschobene, einwöchige Urlaub vor dem Heiligen Abend trug doch weniger als erhofft zum Runterkommen bei. Ab Heiligabend wurde es besser mit der Ruhe, wir haben die Zeit mit Kino, Lesen, Essen, Freunde und Familie sehen, das Jahr sortieren und nix machen sehr genossen.

|Gesehen| Robert Altman: Gosford Park – Sofia Coppola: The Virgin Suicides – Ken Loach: The Wind That Shakes The Barley – Michael Winterbottom: 24 Hour Party People – David Cronenberg: eXistenZ – David Cronenberg: Die Brut – Denis Villeneuve: Prisoners – Spike Jonze: Her – László Nemes: Son of Saul – Andrey Zvyagintsev: Leviathan – Mike Newell: Four Weddings and a Funeral – Václav Vorlíček: Drei Haselnüsse für Aschenbrödel – Rian Johnson: Star Wars, The Last Jedi – Sofia Coppola: Marie Antoinette – Metallica at Nimes
|Gelesen| Robert Graves: I, Claudius – Christoph Ransmayr: Die letzte Welt – Peter Handke: Der Chinese des Schmerzes
|Gehört| Air: The Virgin Suicides (OST) – Bad Dudes: Bad Dudes – King Crimson: Lizard – Genesis: Foxtrot
|Getan| DJing auf einer Geburtstagsparty
|Gegessen| Käsespätzle mit Tiroler Bergkäse – Bibimbap – Teppanyaki – persische Gerichte: Dolmeh (gefüllte Weinblätter), Falafel, Adas (Linsensuppe), Gusht Gerdui, Tschelo Mirza Ghasemi – Comté mit Vin Jaune – Gans mit Rotkohl und Serviettenknödeln – Foie gras auf Brioche – Steak mit Ofengemüse – Stollen – Gemüse-Moussaka
|Getrunken| Sikhye – Louis Roederer, Brut Premier, Champagne – Brasil Fatima, Alto Paranaiba, Kaffee – Uganda, Mount Elgon, Kaffee
|Gefreut| über ruhige Weihnachtstage und weiteren Zuwachs im Freundeskreis
|Geärgert| über Arbeit, die in den Urlaub reingeschwappt ist
|Gekauft| Weihnachtsgeschenke
|Geklickt| Online-Shopping, um Weihnachtsgeschenke zu erstehen

Zeitereignisse – Dezember 2017

Im Fall manipulierter Abgaswerte bei VW wird ein Manager des Konzerns in den USA zu einer Haftstrafe von sieben Jahren verurteilt.

US-Präsident Trump erkennt Jerusalem als Hauptstadt Israels an. Die Hamas ruft darauf eine neue Intifada aus, die in den palästinensischen Gebieten aber nicht weiter ausgeführt wird. Die erste Intifada gegen Israel dauerte von 1987 bis 1993, die zweite von 2000 bis 2005.

Nach dem Ende der Verhandlungen über eine Jamaika-Koalition aus CDU/CSU, Grünen und Liberalen im Bundestag hat ein SPD-Parteitag der Aufnahme von Koalitionsgesprächen mit der Union zugestimmt. Einige Vertreter der SPD diskutieren die Möglichkeit einer Kooperationskoalition, in der Koalitionsverhandlungen nur über bestimmte Themen geführt werden, während andere Themen durch die Regierungspartei in Form einer Minderheitsregierung ins Parlament gebracht werden.

Innerhalb von fünf Tagen geht der Kurs der Kryptowährung Bitcoin von knapp über 20.000$ auf 12.000$ zurück. Zum Jahresanfang lag der Kurs bei 1.000$. Der Bitcoin existiert seit 2009 und ist die älteste Kryptowährung. Die Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen zusammen beläuft sich derzeit auf mehr als 200 Milliarden Dollar.

Die EU-Kommission schlägt dem Europäischen Rat vor, ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Polen wegen Verstoßes gegen EU-Recht einzuleiten. Für die EU-Kommission ist durch die Reformen der polnischen Regierung die Rechtsstaatlichkeit (Unabhängigkeit der Justiz, Gewaltenteilung, Rechtssicherheit) im Land nicht mehr gewährleistet. Als Konsequenz kann Polen bestimmte Rechte verlieren, wenn ein einstimmiger Beschluss des Europäischen Rates vorliegt. Ungarn hat bereits sein Veto gegen solch einen Beschluss angekündigt.

Der Europäische Gerichtshof urteilt, dass der vom Unternehmen Uber angebotene Vermittlungsservice eine Verkehrsdienstleistung ist. Die Regulierung von Verkehrsdienstleitungen übernehmen die EU-Mitgliedsstaaten.

Bei der Regionalwahl in Katalonien haben die Befürworter einer Abspaltung von Spanien die Mehrheit der Stimmen auf sich vereinigt. Die Wahl wurde von der spanischen Regierung vor zwei Monaten nach der Absetzung der katalanischen Regionalregierung ausgerufen. Der abgesetzte Präsident des Regionalparlaments Puigdemont befindet sich im Exil in Belgien.

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes kommt in einer Studie zu dem Ergebnis, dass einzelne Produkte und Dienstleistungsbereiche in nicht nachvollziehbare Weise zu unterschiedlichen Preisen für Frauen und Männer angeboten werden. Nach der rechtlichen Bewertung verstoßen einige Angebote gegen das Allgemeine Gleichstellungsgesetz (AGG).

Ab 2018 archiviert die US-Kongressbibliothek nur noch ausgewählte Twitter-Botschaften. Zuvor wurde jeder jemals veschickte Tweet aufbewahrt.

Das sind die Zeitereignisse für diesen Monat.

Was ist Geschichte? Wie entsteht sie? Geschichte bezieht sich auf Vergangenes ist aber auch immer gegenwärtig, denn vergangene Zeitereignisse werden im Jetzt zur Geschichte erklärt. Und umgekehrt: Teile der Geschichte können in Vergessenheit geraten. Geschichte ist auch abhängig von der Perspektive und daher keinesfalls eine objektive Tatsache. Was zur Geschichte erklärt wird, hängt vom Standpunkt des Betrachters ab. Geschichte wird meistens von Geschichtsschreibern, Historikern oder Personen, die mit Macht ausgestattet sind, definiert. Was würde passieren, wenn ich selbst Geschichtsschreibung betreibe? Was ist das Ergebnis, wenn man beginnt, seine eigenen Zeitereignisse zu sammeln? Wird die daraus entstehende Geschichte sich mit der offiziellen Geschichtsschreibung decken? Werden Zeitereignisse, die man im Jetzt aufzeichnet, in der eigenen geschichtlichen Rückschau unwichtig sein?

Italien

Das Beitragsbild zeigt den Ausschnitt einer Papierfabrik nahe Mantua erbaut in den 1960er Jahren von Pier Luigi Nervi. Auf unserer Reise durch Italien war die einer Hängebrückenkonstruktion entliehene Pylone eine sehr ungewöhnliche Begegnung. Denn sonst haben wir das klassische Italien gesucht, das Land, in dem die Zitronen blühen, wo sich Meer und Land ständig in unterschiedlicher Weise treffen, wo die Siedlungen meist auf Bergkegeln sitzen und Bauten schon zweitausend Jahren überdauert haben.

Erde

Paestum

Pompeji

Hadriansvilla

Alberobello

Villa d’Este

Wasser

Herrscher

Glaube

Fröhliche Weihnachten 2017

Das ist der Blick auf unser diesjähriges Bäumchen, das mit Plätzchen aus süßem Mürbeteig geschmückt seit gestern in unserem Wohnzimmer steht. Was das Bild nicht zeigt: Es ist etwa 10 cm größer gewachsen, als die Zimmerdecke Platz bietet. Und es steht zum ersten Mal nahe bei den Büchern, wo es sich ausgezeichnet macht.

Wir möchten euch allen ein ruhiges und fröhliches Weihnachtsfest wünschen. Macht euch ein paar entspannte Tage mit lieben Menschen und gutem Essen. Lest Bücher oder das Internet leer, unterhaltet euch, beschaut die Gegend oder die Menschen um euch herum. Genießt die Zeit zwischen den Jahren. Blickt auf das zurück, was hinter euch liegt und freut euch auf das, was 2018 kommt.

Zeitereignisse – November 2017

In Frankreich endet der Ausnahmezustand, der nach dem Terroranschlag im November 2015 verhängt wurde. Ein Gesetz zur Abwehr von Terrorismus wird verabschiedet.

Die amerikanische Telekommunikationsbehörde schafft Bestimmungen ab, die bisher für Netzneutralität sorgten. Demnach können Telekommunikationsanbieter nun den Datenfluss einzelner Webanbieter unterschiedlich behandeln.

Das Bundesverfassungsgericht urteilt, dass im Geburtenregister ein drittes Geschlecht eingetragen werden kann.

Der Bürgermeister von Altena (NRW) wird Opfer einer Messerattacke. Wie schon beim Angreif auf die Kölner Oberbürgermeisterin Reker vor zwei Jahren besteht ein rechtsextremer Hintergrund. In Verbindung mit der Bundestagswahl im September 2017 zählte das BKA ingesamt 4301 Straftaten, von denen eine Mehrheit von Personen mit linksextremem Hintergrund begangen wurden.

Im Zuge der Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen Filmproduzent Harvey Weinstein im Oktober, berichten zahlreiche weitere Frauen und Männer unter der Kampagne #meToo, Opfer sexuellen Fehlverhaltens, Belästigung oder Missbrauchs geworden zu sein. Die New York Times veröffentlicht eine Liste von derzeit 34 prominenten Männern, die aufgrund der Anschuldigungen bereits negative berufliche Konsequenzen erfahren haben. Die beschuldigten Prominenten sind vor allem in der Unterhaltungsbranche, im Journalismus und in der Politik tätig.

Das sind die Zeitereignisse für diesen Monat.

Was ist Geschichte? Wie entsteht sie? Geschichte bezieht sich auf Vergangenes ist aber auch immer gegenwärtig, denn vergangene Zeitereignisse werden im Jetzt zur Geschichte erklärt. Und umgekehrt: Teile der Geschichte können in Vergessenheit geraten. Geschichte ist auch abhängig von der Perspektive und daher keinesfalls eine objektive Tatsache. Was zur Geschichte erklärt wird, hängt vom Standpunkt des Betrachters ab. Geschichte wird meistens von Geschichtsschreibern, Historikern oder Personen, die mit Macht ausgestattet sind, definiert. Was würde passieren, wenn ich selbst Geschichtsschreibung betreibe? Was ist das Ergebnis, wenn man beginnt, seine eigenen Zeitereignisse zu sammeln? Wird die daraus entstehende Geschichte sich mit der offiziellen Geschichtsschreibung decken? Werden Zeitereignisse, die man im Jetzt aufzeichnet, in der eigenen geschichtlichen Rückschau unwichtig sein?

 

 

Monatsrückblick – November 2017

Der November hatte von allem etwas. Es war ein Pendeln zwischen beiden Städten, zwischen Zweisamkeit und Vielsamkeit, zwischen Sport und Kultur. Und ganz nebenbei noch lange Tage auf Arbeit.

|Gesehen| Wong Kar-Wai: 2046 – Wong Kar-Wai: In the Mood for Love – Wong Kar-Wai: Chungking Express – Wong Kar-Wai: Fallen Angels – Wong Kar-Wai: Happy Together – Zhang Yimou: Die rote Laterne – Leander Haußmann: Hotel Lux – Thomas Arslan: Gold – Denis Villeneuve: Blade Runner 2049 – Burhan Qurbani: Wir sind jung. Wir sind stark. – Tomasz Emil Rudzik: Agnieszka – Sönke Wortmann: Schoßgebete – Jean-Pierre Melville: Der zweite Atem – George Romero: Night of the Living Dead – Mia Hansen-Love: Eden – Jane Campion: Das Piano – Familie Braun
|Gelesen| Robert Harris: Pompeji – Marguerite Yourcenar: Ich zähmte die Löwin, Die Erinnerungen des Kaisers Hadrian
|Gehört| Björk: Vulnicura – Wie Protestmusik heute klingt, der Sound der Veränderung (Freistil Podcast) – Air: Moon Safari – Mike Oldfield: Tubular Bells – Minimalismus in der Kunst, die Kraft der Reduktion (Freistil Podcast) – György Ligeti: Musica Ricercata, II. Mesto, rigido, e cerimoniale – DJ killed the Popstar, Vom Plattenteller in die Charts (Freistil Podcast) – Eloy: Ocean – Camel: The Snow Goose – Tool: Lateralus
|Getan| einen Bart wachsen und trimmen lassen, das alljährliche Wellness-Wochenende ein bisschen vorgezogen und mit den Mädels in den Bergen verbracht, ein verlorenes Handy wiedergefunden, das Haus voller lieber Gäste gehabt, die Singapur Gang getroffen, das Patenkind bespielt und bekuschelt und bewacht
|Gegessen| Beurre d’Isigny – Olives Noires de Nyons – Mogettes de Vendée – Brioche de Vendée – Pastrami-Sandwich – Carpaccio aus Ringelbeeten (Tonda di Chioggia) – lauwarmer Bohnensalat
|Getrunken| Soleya Saison, Kalthopfung mit Enigma – Vin Jaune
|Gedacht| Jetzt wäre noch Gelegenheit, Weihnachten entspannt vorzubereiten.
|Gefreut| über ein Wochenende in den Bergen
|Geärgert| Magen-Darm und Erkältung in Kombination ist wirklich Mist
|Gekauft| neue Kopfhörer
|Geklickt| Videos zu guitar and drum techniques
|Hätt‘ ich Zeit und Geld, würd‘ ich… | mehr Fotos machen. Diesen Monat hat es nur zu fünf Schnappschüssen gereicht. Allesamt vom Essen.

Monatsrückblick – Oktober 2017

Der Monat begann mit einem Kurztrip nach Wittenberg und endete mit einem Kurztrip nach Strasbourg.

|Gesehen| Bernardo Bertolucci: 1900 – Michael Haneke: Liebe – Wes Anderson: Moonrise Kingdom – Sofia Coppola: Somewhere – Sofia Coppola: The Bling Ring – Sofia Coppola: Lost in Translation – Franklin J. Schaffner: Planet of the Apes – Ted Post: Beneath the Planet of Apes – Tim Burton: Planet of the Apes – Ridley Scott: Alien – Wolfgang Becker: Ich und Kaminski – Stéphane Brizé: Der Wert des Menschen – Maiwenn: Poliezei – John Hillcoat: The Road – Pedro Almodóvar: Volver – Bille August: Pelle, der Eroberer – Céline Sciamma: Tomboy – Kerstin Ahlrichs: Taxi – Dietrich Brüggemann: Heil
|Gelesen| Mary Shelley: Frankenstein – Marguerite Yourcenar: Die schwarze Flamme – Mario Vargas Llosa: Das böse Mädchen
|Gehört| Johann Sebastian Bach: Wachet auf, ruft uns die Stimme zu, BWV 140 – Johann Sebastian Bach: Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ, BWV 639, Arr. Busoni
|Getan| Augenbrauen zupfen lassen – Kurztrip nach Strasbourg zum Haare schneiden und Lebensmittel einkaufen
|Gegessen| Valtellina Casera – Lucques de Languedoc – Picholine – Aachener Printen – Jakobsmuscheln sous-vide gegart – selbstgemachte Rinderrouladen – Crema Gianduja – Amarenakirschen – Kougelhopf
|Getrunken| Montefalco Sagrantino – Negroni – Montefalco Rosso – Bourbon-Jackson Arabica, Kayanza, Burundi
|Gedacht| der Urlaub könnte weiter gehen
|Gefreut| über fünf freie Tage
|Geärgert| über einen mit lautem Knall geplatzten Fahrradschlauch
|Gekauft| Champagner für Weihnachten und französische Essenartikel
|Geklickt| mal wieder maxdome