Monatsrückblick – Februar 2018

Der Februar begann mild – die ersten Frühblüher ließen sich schon blicken – und endete mit einer Eiseskälte. Zwischen Berlin und Mannheim war kein Temperaturunterschied auszumachen, das ist selten. Schnee lag weder hier noch da. Irgendwie hat es in diesem Monat zu „richtigen Fotos“ nicht gereicht. Lediglich Gs „52 Sonntagskuchen-Projekt“ gibt diesmal ein paar Schnappschüsse her.

|Gesehen| Wim Wenders: Alice in den Städten – Wim Wenders: Falsche Bewegung – Jafar Panahi: Taxi Teheran – Jörg Buttgereit: Schramm – Pedro Almodovar: Alles über meine Mutter – Bad Banks
|Gelesen| Jenny Erpenbeck: Gehen, ging, gegangen – Johann Wolfgang von Goethe: Egmont – Friedrich Schiller: Don Karlos – Friedrich Schiller: Die Jungfrau von Orleans – Rüdiger Safranski: Goethe und Schiller
|Gehört| Th‘ Faith Healers: The Gorgeous Flower in My Garden – Air: Love 2 – Air: Talkie Walkie – Air: 10 000 Hz Legend – Air: Pocket Symphony – Air: Premiers Symptomes – Air: Le voyage dans la lune – Guiseppe Verdi: Don Carlos, Opéra Bastille, 2017 – Ruggero Leoncavallo: Pagliacci, Osterfestspiele Salzburg – Pietro Mascagni: Cavalleria rusticana, Les Chorégies d’Orange – Arvo Pärt: Symphony No. 4, „Los Angeles“
|Getan| in Eiseskälte das Patenkind durch die Stadt geschoben, bis in die Nacht gekocht und geredet, anschließend nachts mit dem Taxi durch Berlin gefahren, eines Mädelstag in Leipzig verbracht
|Gegessen| Osso Buco – Grünkohl mit Grützwurst – zweierlei Radicchio mit Borettane-Balsamico Dressing
|Getrunken| Rioja, Crianza – Mount Elgon, Uganda, Kaffee – Java, Jampit, Ijen Plateu, Kaffee
|Gefreut| über kommenden Nachwuchs in der Familie
|Geärgert| vertragliche Unsicherheit im Job
|Gekauft| eine Sicherheitsweste für Kinder
|Geklickt| google maps für erste Sommer-Urlaubsvorbereitungen

Sonntagskuchen 08/52: Salted Chocolate Chunk Shortbread

Auf das Rezept, das „schon das halbe Internet“ nachgebacken hatte, war ich über Frau Brüllens Blog gestoßen und da die Rezepte von Zuckerzimtundliebe hier ganz große Sonntagskuchenfavoriten sind, gab es an diesem Sonntag mal keinen Kuchen sondern Kekse.

Die Mengen habe ich – wie so oft – an vorhandene Vorräte und Packungsgrößen angepasst. Hat auch mit weniger Schokolade prima funktioniert. Ein wenig aufwendiges Rezept für wirklich gute Kekse, die dann richtig schnell aufgegessen waren.

Salted Chocolate Chunk Shortbread
(Mürbeteigkekse mit grober, dunkler Schokolade und Meersalz)

2 Bleche, 175 Grad Umluft

Für den Keksteig:

  • 100 g dunkle hochwertige Schokolade (bei mir: Paulain)
  • 260 g kalte Butter
  • 1 TL Salz
  • 150 g brauner Zucker
  • 300 g Weizenmehl (550)

Für die Zuckerkruste:

  • etwas Milch
  • brauner Zucker zum Wälzen
  • Fleur de Sel

Zubereitung:

  1. Dunkle Schokolade sehr grob zu etwas größeren Stücken („chunks“) hacken.
  2. Butter in Würfel schneiden. Mehl, Zucker, Butter und Salz zu einem Mürbeteig verkneten. Die Schokoladenstücke dazu geben und unterkneten.
  3. Den Teig in zwei Hälften teilen und jede Hälfte zu einer Rolle formen. Rollen in Klarsichtfolie einschlagen und 2 Stunden im Kühlschrank durchkühlen lassen.
  4. Kurze vor Ende der Kühlzeit den Backofen auf 175 Grad Celsius Umluft vorheizen.
  5. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen.
  6. Die Teigrollen aus dem Kühlschrank nehmen, mit Milch bestreichen und eine nach der anderen in braunem Zucker wälzen.
  7. Mit einem scharfen Messer in etwa 1,5cm dicke Scheiben schneiden, dabei nicht von großen Schokostücken irritieren lassen. Gegebenenfalls die Schreiben hinterher wieder ein bissen zusammendrücken und richten.
  8. Die Kekse mit etwas Abstand auf die Backbleche legen, mit Fleur de Sel bestreuen und beide Bleche gleichzeitig im vorgeheizten Backofen ca. 13-15 Minuten lang backen. Der Rand sollte leicht gebräunt aussehen.
  9. Aus dem Backofen holen, vom Blech auf ein Rost umziehen und abkühlen lassen. Dann aufessen und die Reste in einer luftdicht verschlossenen Keksdose lagern.

Quelle: Salted butter chocolate chunk shortbread cookies, Rezept abgewandelt nach Zuckerzimtundliebe.

Sonntagskuchen 07/52 – Bienenstich mit Vanillesahne

Diese Woche gibt es Bienenstich in der Vanille-ohne-Buttercreme-Variante. Statt Vanillesahne könnte man ihn auch mit Nougatsahne füllen. Das habe ich vor Jahren mal in der Essen & Trinken gesehen und nachgebacken, konnte das Rezept aber nicht mehr finden.

Das Ausgangsrezept ist für ein Blech gedacht, ich wollte jedoch nur einen Kuchen in Springformgröße backen. Daher habe ich die Mengen halbiert, bis auf den Mandelbelag. Den wollte ich dick haben und habe ihn mengenmäßig daher nur wenig angepasst.

Das Ergebnis ist ein schön weicher Kuchen mit knusprigem Belag und cremiger Füllung. In den letzten kalten Februartagen mit Temperaturen durchgehend unter Null hielt er sich auf dem Balkon prima frisch.

Runder Bienenstich mit Vanille-Pudding-Sahne

Springform, 28cm

Zutaten:

Hefeteig

  • 250g Mehl
  • 10g Hefe
  • 30g Zucker
  • 125ml lauwarme Milch
  • 1 Ei
  • 40g zerlassene Butter
  • 1/4 TL Salz

Mandelbelag

  • 200g Mandelblättchen
  • 75g Butter
  • 75g Zucker
  • 6 EL Milch
  • 1 EL Honig

Pudding-Sahne-Füllung

  • 1 Pk. Vanillepuddingpulver
  • 375 ml Milch
  • 3 EL Zucker
  • 200ml Schlagsahne

Zubereitung:

  1. Die Milch lauwarm erhitzen und die Hefe und 1 EL Zucker darin auflösen.
  2. Das Mehl in eine Schüssel sieben, in der Mitte eine Mulde formen, Hefe-Milch-Gemisch dazugiessen und mit wenig von dem Mehl zu einem flüssigen Vorteig verrühren. 15 Minuten quellen lassen. Solange im noch warmen Milchtopf die Butter schmelzen.
  3. Die Springform fetten.
  4. Restlicher Zucker, Ei, geschmolzene Butter und Salz hinzugeben und zu einem weichen und glatten Teig verarbeiten. Im Zweifel den Teig eher zu feucht und weicher lassen als zu viel Mehl hinzugeben. 30 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.
  5. In der Zwischenzeit für den Belag die Butter mit Zucker, Honig und Milch in dem bereits genutzten Topf erhitzen und etwa 5 Minuten einkochen. Vom Herd ziehen, die Mandelblättchen unterrühren und beiseite stellen / leicht abkühlen lassen.
  6. Nach der Gehzeit den Hefeteig zusammenstoßen, auf Springformgröße ausziehen oder ausrollen und in die Springform geben. Mandelbelag aufstreichen. Nochmals etwa 20-30 Minuten gehen lassen.
  7. Ofen auf 180 Grad vorheizen.
  8. Den Kuchen 30-40 Minuten goldbraun backen und dabei darauf achten, dass der Belag nicht verbrennt (ggf. abdecken).
  9. Kuchen aus der Springform lösen, auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen. Das dauert (je nach Außentemperatur) etwa 30-60 Minuten.
  10. Währenddessen die Creme vorbereiten. Dazu das Päckchen Vanille-Puddingpulver nach Packungsanleitung aber nur mit 375 ml Milch und 2EL Zucker zu Pudding kochen. Diesen unter Rühren kalt werden lassen. So oft Rühren, dass sich keine festen Brocken und auch keine Haut bilden kann. Ggf. nach dem Erkalten einmal mit dem Pürierstab durch die Masse gehen.
  11. Schlagsahne mit 1 EL Zucker steifschlagen und unter den Pudding heben.
  12. Kuchen horizontal in zwei Hälften teilen. Den oberen Teil in 12 Stücke schneiden. Die Creme auf den unteren Boden geben und glattstreichen. Oberhälfte aufsetzen.
  13. Kuchen nochmal gut durchkühlen lassen und entsprechend der vorgegebenen Stücke kurz vor dem Servieren vollständig aufschneiden.

Quelle: Hedwig Maria Stuber, Ich helf‘ dir kochen, 41. Auflage, BLV Verlag, 2009, S. 439.

Zeitereignisse – Januar 2018

Seit dem 1. Januar gilt das Netzdurchsetzungsgesetz. Es verpflichtet soziale Netzwerke zu einem transparentem Verfahren im Umgang mit Beschwerden über rechtswidrige Inhalte sowie zu Berichts- und Dokumentationspflichten. Die rechtliche Prüfung muss vom Unternehmen vorgenommen werden und rechtswidrige Inhalte sind innerhalb von 7 Tagen zu löschen. Kritiker befürchten, dass Unternehmen zur Vermeidung von Bußgeldern Inhalte im Zweifel eher löschen könnten, was zu einer Einschränkung der Meinungsfreiheit führt.

Das türkische Parlament verlängert den Ausnahmezustand um weitere 3 Monate.

Chinesische Wissenschaftler klonen zum ersten Mal Primaten. Sie wenden die gleiche Technik wie beim Klonen des Schafes Dolly an. Der aus einer Zelle isolierte Kern wird in eine weibliche Eizelle übertragen, deren Zellkern zuvor entfernt wurde. Die Eizelle wird dann in den Uterus des Weibchens eingepflanzt. Theoretisch lassen sich mit dieser Technik mehrere Klone erzeugen.

Das sind die Zeitereignisse für diesen Monat.

Was ist Geschichte? Wie entsteht sie? Geschichte bezieht sich auf Vergangenes ist aber auch immer gegenwärtig, denn vergangene Zeitereignisse werden im Jetzt zur Geschichte erklärt. Und umgekehrt: Teile der Geschichte können in Vergessenheit geraten. Geschichte ist auch abhängig von der Perspektive und daher keinesfalls eine objektive Tatsache. Was zur Geschichte erklärt wird, hängt vom Standpunkt des Betrachters ab. Geschichte wird meistens von Geschichtsschreibern, Historikern oder Personen, die mit Macht ausgestattet sind, definiert. Was würde passieren, wenn ich selbst Geschichtsschreibung betreibe? Was ist das Ergebnis, wenn man beginnt, seine eigenen Zeitereignisse zu sammeln? Wird die daraus entstehende Geschichte sich mit der offiziellen Geschichtsschreibung decken? Werden Zeitereignisse, die man im Jetzt aufzeichnet, in der eigenen geschichtlichen Rückschau unwichtig sein?

Sonntagskuchen 06/52 – Quarkkuchen ohne Boden

Wieder einmal ein Geburtstagskuchen. Und seit Ewigkeiten mal wieder ein Quarkkuchen ohne Boden. Den habe ich bisher wahrscheinlich nur ein- oder zweimal überhaupt gebacken. Einfach, weil ich den Quarkkuchen mit Eischnee viel lieber mag und den Mehraufwand des Teigmachens, Ausrollens und In-die-Form-Bugsierens daher nicht scheue.

Diesen Kuchen sollte man nur mit einer 28 cm Springform backen. Aus der 26 cm Springform, die ich zur Hand hatte, ist er beim Backen nämlich übergelaufen. Ein Blech untendrunter hat schlimmeres verhindert, der Rand sieht auf den Fotos aber entsprechend mitgenommen aus.

Achtung: Die Quarkmasse bräunt (trotz Einschub auf der untersten Leiste) sehr schnell. Bei mir war der Kuchen schon nach einer halben Stunde deutlich dunkler als auf dem Rezeptbild. Daher habe ich die Ofentemperatur insgesamt ein bisschen runtergeschraubt und die Backzeit verlängert. Trotzdem unbedingt nach 30-40 Minuten nachschauen und den Kuchen mit Alufolie abdecken oder – wenn möglich – den Ofen auf Unterhitze umstellen.

Den Kuchen wirklich erst kurz vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben. Er ist so feucht, dass sich der Zucker binnen Minuten auflöst und nicht mehr sichtbar ist.

Quarkkuchen ohne Boden (Käsekuchen ohne Boden)

Springform (28 cm)

Zutaten:

  • 1 kg Magerquark
  • 6 Eigelb
  • 1 Zitrone (Saft + Schale)
  • 200 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 2 Pk. Vanillezucker
  • 250 g weiche Butter
  • 100 g Grieß
  • 1 Pk. Backpulver
  • 6 Eiweiß
    etwas Mehl und Butter für die Form

Zubereitung:

  1. Den Quark auf ein Sieb geben und mindestens so lange abtropfen bis er an der Reihe ist. Wenn man vorher schon dran denkt, gerne auch schon früher. In dem Fall auch die Butter aus dem Kühlschrank nehmen und auf Zimmertemperatur weich werden lassen.
  2. Den Backofen auf 175 Grad vorheizen.
  3. Butter auf mittlerer Hitze schmelzen.
  4. Mit ein paar Tropfen der geschmolzenen Butter die Springform fetten und anschließend mehlen.
  5. Eier trennen. Eigelb in eine sehr große Schüssel geben, die Hälfte des Zuckers, Vanillezucker, Zitronenabrieb und Zitronensaft sowie Butter hinzugeben.
  6. Eiweiß in einer zweiten Schüssel auffangen und mit Salz und der zweiten Hälfte des Zucker steif schlagen.
  7. Mit den gleichen (ungewaschenen) Mixstäben die Eigelbe, Zucker, Vanillezucker, Zitronenabrieb, Zitronensaft und Butter in der anderen Schüssel cremig rühren. Anschließend den Quark unterrühren.
  8. Den Grieß mit dem Backpulver mischen. Grieß-Backpulver-Mischung sowie Eischnee unter die Quarkmasse heben.
  9. Die Quarkmasse in die gefettete und bemehlte Springform einfüllen und glatt streichen.
  10. In den vorgeheizten Backofen stellen (unterste Einschubleiste). Bei 175 Grad etwa 80-90 Minuten backen. Nach spätestens 40 Minuten schonmal nachschauen, wie schnell die Quarkmasse bräunt und ggf. mit Alufolie abdecken.
  11. Kuchen in der Springform vollständig auskühlen lassen und kurz vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.

Quelle: Essen und Trinken, Quarktorte ohne Boden.

Sonntagskuchen 05/52 – Marmorkuchen

Ein Kuchen mit fünf Eiern, von dem man – bei wenigen Sonntagskaffeegästen –  auch noch die ganze nächste Woche etwas hat. Ganz im Gegensatz zu den Windbeuteln, die im März noch folgen: Gleiche Menge Eier, am gleichen Tag noch aufgegessen.

Ich mache den Marmorkuchen am häufigsten mit flüssiger (statt weicher) Butter, weil ich immer vergesse, sie rechtzeitig aus dem Kühlschrank zu nehmen. Dann verwende ich den heißen Topf mit den Butterresten unausgespült wieder und gebe die gesamte gehackte Schokolade hinein, sodass etwa die Hälfte anschmilzt. Zudem nehme ich nie eine zweite Schüssel, sondern gebe die Hälfte der hellen Kuchenmasse schonmal in die Form, bevor ich die zweite Hälfte mit der (halb geschmolzenen, halb stückigen) Schokolade anrühre.

Marmorkuchen

Kastenform (30cm) oder Gugelhupfform

Zutaten

250g Zucker
250g weiche Butter
1 Pk. Vanillezucker (oder 1EL selbstgemachten)
5 Eier
150ml Sahne
1 Prise Salz
300g Mehl
2 TL Backpulver
200g Kochschokolade / Kuvertüre / Zartbitterschokolade

Zubereitung

  1. Butter rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen und bei Zimmertemperatur weich werden lassen. Wenn es schneller gehen soll, bei mittlerer Hitze auf dem Herd schmelzen und kurz abkühlen lassen.
  2. Backofen anschalten und auf 190 Grad vorheizen.
  3. Mit einem Klecks der (weichen oder flüssigen Butter) die Form fetten und anschließend mehlen.
  4. Zucker, weiche/flüssige Butter und Vanillezucker mit Schneebesen oder Mixer schaumig rühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat.
  5. Eier nacheinander beifügen und weiterrühren, bis die Masse hell wird.
  6. Sahne und Salz beifügen und gut unterrühren.
  7. Mehl und Backpulver mischen, sieben und unter die Eimasse heben.
  8. Die Hälfte dieses Teiges in die Form geben, je nach Form geht das in großen Klecksen mit ein bisschen Abstand dazwischen.
  9. Die Schokolade hacken bzw. in Würfel schneiden. Die Hälfte der Schokolade schmelzen, die andere Hälfte direkt zum Teig geben. Geschmolzene Schokolade ebenso unter den restlichen Teig heben.
  10. Den dunklen Teig auf den hellen bzw. zwischen die hellen Kleckse in die Form geben. Mit einer Gabel oder einem großen Löffeln die beiden Teige wie eine Spirale vom kurzen Ende der Kastenform zum anderen kurzen Ende durchziehen, sodass eine schöne Marmorierung entsteht.
  11. Den Kuchen bei 190° Unter-/Oberhitze 60 Minuten auf der 1. Einschubleiste von unten backen. Stäbchenprobe.
  12. Nach dem Backen etwa 15 Minuten abkühlen lassen, vorsichtig aus der Form stürzen und auf einem Kuchengitter vollständig durchkühlen lassen.

Quelle: Eva Ohrem, Grosis Marmor-Gugelhopf, Deichrunner’s Küche, 2008.

Monatsrückblick – Januar 2018

Der erste Monat 2018 und die Fotogalerie besteht nur aus Essensbildern. Es ist dunkel, morgens und abends, tagsüber arbeiten und die Büromotive geben auch nicht so viel her. Ein Monat, der mit Arbeit und einem ausgefallenem Treffen mit Freunden begann und mit einem Kurzurlaub im Schwarzwald sowie einem schönen Geburtstag endete.

|Gesehen| Jim Jarmusch: Paterson – Raoul Peck: I Am Not Your Negro – Markus Imhoof: More Than Honey – Rosa von Praunheim: Härte – Céline Sciamma: Mädchenbande – Noah Hawley: Fargo, Staffel 3 – Orson Welles: Touch of Evil – Don Siegel: Die Dämonischen – Andrei Tarkovsky: Iwans Kindheit – Dario Argento: Suspiria – Gus Van Sant: Elephant – Gus Van Sant: Paranoid Park – Michael Moore: Fahrenheit 9/11 – David Fincher: Zodiac – Yorgos Lanthimos: The Killing of a Sacred Deer – Yorgos Lanthimos: The Lobster – Quentin Tarantino: Death Proof – Robert Rodriguez: Planet Terror – Stanley Kubrick: The Killing – Quentin Tarantino: Reservoir Dogs- Ari Folman: The Congress
|Gelesen| Kelly Grovier: Kunst, die Geschichte schreiben wird – Peter Handke: Die Abwesenheit – Konrad Ott: Zuwanderung und Moral – Peter Stamm: Agnes – Alina Bronsky: Baba Dunjas letzte Liebe
|Gehört| Magma: Theusz Hamtaakh – David Bowie: Hours – Sergei Prokoviev: Symphonie No. 7 – Talking Heads: More Songs about Buildings and Food – Talking Heads: Fear of Music – Talking Heads: Talking Heads, 77 – Can: Future Days – Gasoline: Snap Your Neck Back – Gasoline: A Journey into Abstract Hip-Hop – Richard Strauss: Don Quixote, op. 35 – Savatage: The Hall of the Mountain King – Savatage: Gutter Ballet –  Savatage: The Wake of Magellan
|Getan| im Schnee gewandert, alte Freunde wiedergesehen, das Badeparadies in Titisee besucht, von morgens bis abends Geburtstag gefeiert, reich beschenkt worden,
|Gegessen| Wildschweingulasch, die ersten vier von 52 Kuchen (und noch nicht alle davon verbloggt)
|Getrunken| Clan, Scotch Ale
|Gefreut| über die gute Entscheidung, am Geburtstag Urlaub genommen zu haben
|Geärgert| über den ersten grippalen Infekt im Jahr der eine Woche Bett nach sich zog
|Gekauft| Kopfschmerztabletten, Aspirin Complex, Hustensaft und viele Taschentücher
|Geklickt| babyblaue Seiten

Sonntagskuchen 04/52 – Quarkkuchen mit Eischnee

Bei diesem Kuchen gelernt: Mittags backen und zum Kaffeetrinken essen klappt nicht. Der braucht schon ein paar Stunden zum Auskühlen, selbst im Winter auf dem Balkon. Ob er frisch am Backtag oder gut durchgekühlt am nächsten Tag besser schmeckt, darüber streiten sich die Menschen. Ich mag ihn auch sehr gerne frisch, noch ganz leicht warm, würde den Backzeitpunkt aber immer eher an den eigenen Kalender anpassen, als an die „Bedürfnisse“ des Kuchens.

Das ist seit Jahren mein Standard-Geburtstagskuchen. Kindheitserinnerungen und so. Aber auch, weil er einfach gut ist. Er heißt absichtlich auch noch so, wie ihn meine Oma und Mama nennen. Quarkkuchen, nicht Käsekuchen. In meinen Augen ist es auch kein „wirklicher“ Käsekuchen, weil man ihn geschmacklich in die Richtung Vanille-Sahne haben will, nicht in die zitronige Geschmacksecke, die eigentlich das Merkmal eines Käsekuchens ist. In manchen Regionen wird er Goldtröpfchenkuchen genannt, weil sich nach dem Abkühlen auf dem Eischnee, kleine gold-rote Zuckertröpfchen bilden können.

Ich habe das Familienrezept über die Jahre leicht angepasst, weil ich die ursprüngliche Ölmenge (eine Tasse, 125 ml) immer schon viel fand und mich fragte, ob es die wirklich braucht. Braucht es nicht, es klappt auch prima mit Schlagsahne. Zudem habe ich das Backpulver, das eigentlich im Mürbeteig des Bodens vorgesehen ist, irgendwann ohne Schaden weggelassen.

Die Quarkmasse ist wahnsinnig flüssig, daher gut darauf achten, den Mürbeteig lückenlos in der Form zu verteilen und insbesondere an der Naht/Öffnung des Springformringes gut hochzuziehen. Eine 28cm Springform ist bei der Quark-Menge auf jeden Fall notwendig, sonst läuft der Kuchen beim Backen über. Falls nur eine 26cm Springform vorhanden ist, die Zutaten der Füllung auf 500g Quark runterskalieren.

Quarkkuchen mit Eischnee (Käsekuchen mit Eischnee, Goldtröpfchentorte)

Springform, 28cm

Zutaten:

Für den Boden

  • 175g Mehl
  • 1 Ei
  • 75g Zucker
  • 75g Butter
  • 1 Prise Salz

Für die Quarkmasse

  • 750g Quark
  • 200g Zucker
  • knapp 1/2 l MIlch (ggf. tun es auch 400ml)
  • 150ml Schlagsahne
  • 1 Ei
  • 4 Eiweiß
  • 1 Päckchen Vanille-Puddingpulver (alternativ: 25g Speisestärke und 1 Vanilleschote)
  • 1 Päckchen Vanillezucker

Für den Eischnee

  • 4 Eiweiß
  • 1 Prise Salz
  • 100g Zucker

Zubereitung:

  1. Ofen auf 175 Grad vorheizen.
  2. Mehl, Salz, Zucker und Ei in eine Schüssel für den Mürbeteig geben.
  3. Butter abwiegen, dazugeben. Springform fetten, Reste ggf. zum Mürbeteig geben und mit den gleich weiterarbeiten und die Mürbteigzutaten rasch zu einem glatten Mürbeteig verkneten.
  4. Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche auf rund 30 cm ausrollen, in die Springform geben, Rand hochziehen (besonders am Verschluss). Springform mit Mürbeteig im Tiefkühler (oder Kühlschrank) für die nächsten 10-15 Minuten parken, solange die Quarkmasse gemacht wird.
  5. Vier Eier trennen, Eigelb in die große Schüssel geben, in der gleich die Quarkmasse angerührt wird. Eiweiß in einer Schüssel auffangen, die groß genug ist, um später Schnee daraus zu schlagen. Eiweiß im Kühlschrank parken.
  6. In einer der großen Schüssel mit den Eigelb die weiteren Zutaten hinzufügen: Quark, Zucker, Vanille-Puddingpulver, Milch, Sahne und das ganze Ei. Mit dem Schneebesen zu einer homogenen Masse verrühren. Mixen lohnt sich hier oft nicht, weil die Masse wirklich flüssig ist und es ordentlich spritzt.
  7. Mürbeteig aus dem Tiefkühler (Kühlschrank) holen, Masse in die Form gießen.
  8. Bei 175 Grad etwa 50 Minuten backen. Spätestens, wenn der Rand beginnt braun zu werden, mit dem Eischnee weitermachen.
  9. Nach etwa 45-50 Minuten Eischnee aus dem Kühlschrank holen, mit einer großen Prise Salz anschlagen und nach und nach den Zucker einrieseln lassen und steifschlagen. Wenn unsicher, eher einen Tick zu wenig als zu viel schlagen, weil er sich im „cremigen“ Zustand besser streichen lässt.
  10. Ofentür öffnen, Kuchen kurz rausnehmen oder auf dem Rost zumindest nach vorn ziehen. Eischnee auf den Kuchen streichen, dabei aufpassen, dass der Eischnee auf der Quarkmasse landet aber nicht auf dem Rand der Springform (etwa 1cm Rand freilassen). Sonst klebt das später extrem und lässt sich schlecht aus der Form lösen.
  11. Kuchen etwa 20 Minuten bei 175 Grad weiterbacken, bis der Eischnee braun ist und der Kuchen nicht mehr zu sehr in der Mitte schwabbelt.
  12. Kuchen nach dem Backen in der Form auf einem Rost auskühlen lassen. Das dauert selbst im Winter auf dem Balkon etwa 2-3 Stunden. Geht auch sehr gut über Nacht. Schneidet man ihn noch warm an ist er zwar sehr lecker (wie Soufflé), läuft aber beim Anschneiden davon und lässt jede Menge Flüssigkeit.

Quelle: Rezept von Mama, abgewandelt und kombiniert mit dem von Petra.

Sonntagskuchen 03/52 – Rüblikuchen

Und auch das dritte Januarrezept kommt erst, wenn es schon längst Februar ist. Dennoch hängen wir es kalendarisch in die Woche, in der es auch den Kuchen gab. Um ehrlich zu sein: Es gab an dem Sonntag nicht den Kuchen auf den Bildern, sondern die erste Version davon. Die war ein Reinfall, durchgebacken aber dennoch zusammengefallen, weil zu feucht. Dann habe ich auf mein bewährtes Rezept zurückgegriffen und alles war gut. (Edit: Hätte ich mal dran gedacht, dass ich – noch in Kalifornien – auf diesem Blog schon einmal ein Möhrenkuchen-Rezept aufgeschrieben hatte.)

Es ist quasi ein Karottenbiskuit. MIt einem amerikanischen Carrot Cake hat dieser hier nicht viel zu tun. Es fehlen die dafür typischen Zutaten Pekanüsse, brauner Zucker und Zimt. Dennoch ein sehr leckerer luftiger Kuchen, entweder für den Winter (weil es gerade eher Wurzelgemüse als Obst Saison hat) oder – als Klassiker – später für Ostern.

Wichtig ist, den Kuchen rasch nach dem Backen vollständig aus der Form zu lösen und auf ein Kuchengitter setzen, damit sich kein Kondenswasser bildet. Daher hat er auch das schöne Streifenmuster, das man auf dem Bild noch durch die Glasur durchsieht.

Rüblikuchen, Karottenkuchen

Springform, 28cm

Zutaten:

  • 250g Möhren
  • 200g gemahlene Mandeln
  • 50g Mehl
  • 2 TL Backpulver
  • 6 Eier
  • 160g Zucker

Für die Glasur:

  • 125 g Puderzucker
  • Saft von 1 Zitrone (ggf, weniger, je nach Größe, nach und nach zugeben)

Zubereitung:

  1. Ofen auf 180 Grad vorheizen.
  2. Möhren reiben, am besten in lange dünne julienne-artige Streifen.
  3. Mandeln, Mehl und Backpulver in einer Schüssel mischen.
  4. Form fetten und mehlen (etwa 1 gehäufter TL Mehl). Überschüssiges Restmehl zur Mandel-Mehl-Mischung geben.
  5. Eier trennen, Eigelb in kleiner Schüssel auffangen, Eiweiß in großer Schüssel steif mit einer großen Prise Salz anschlagen und dann nach und nach den Zucker zugeben und steif schlagen.
  6. Eigelb eines nach dem anderen unter das Eiweiß ziehen, bis ein gelber, fluffiger Schnee entsteht.
  7. Mandel-Mehl-Gemisch und Möhren mit dem Schneebesen in wenigen, unterhebenden Bewegungen unterziehen.
  8. Teig in die Form geben.
  9. Kuchen etwa 40-45 MInuten backen (Stäbchenprobe).
  10. Kuchen 3-5 Minuten kurz abkühlen lassen und vollständig aus der Form lösen und auf ein Kuchengitter setzen, damit sich kein Kondenswasser bildet. Daher hat er auch das schöne Streifenmuster, das man auf dem Bild noch durch die Glasur durchsieht.
  11. Kuchen auf dem Rost auskühlen lassen. Das dauert je nach Wetter etwa 1-2h.
  12. Für die Glasur Puderzucker in eine Schüssel geben und nach und nach den Zitronensaft dazugeben, solange bis eine dickflüssige Konsistenz entsteht. Glasur auf den Kuchen geben.

Quelle: Eigenes Rezept (mal auf dem „Beipackzettel“ einer neu gekauften Springform entdeckt).

Sonntagskuchen 02/52 – Grapefruit and Meyer Lemon Bundt Cake

Das Kuchenprojekt startete ambitioniert und dann waren erstmal sechs Wochen Ruhe. Die gute Nachricht: Es gab jeden Sonntag Kuchen. Die schlechte: ich habe Blogrückstand und noch nicht alle Rezepte aufgeschrieben. Das hole ich jetzt nach und datiere in die Wochen zurück, in denen es die Kuchen auch gab.

Der zweite Kuchen in diesem Jahr war der Grapefruit-Meyer Lemon-Bundt Cake von Yossy Arefi, den ich mit Bergamotten-Zitronen anstelle der Meyer-Zitronen gebacken habe. Meyer-Zitronen kennen wir noch aus unserer Zeit in Kalifornien, aber leider waren sie hier nicht zu bekommen. Aber auch mit normalen Zitronen oder eben den Bergamotten, die ich beim Basic bekommen habe, funktioniert er gut.

Der Kuchen hat 600g Zucker, die ich in meinem Fall auch nicht reduziert habe, da die Bergamotten sehr sauer waren. Er ist wirklich sehr lecker, total weich und saftig aufgrund des mitgebackenen Fruchtfleischs von Grapefruits und Zitronen. Das macht einiges an Arbeit in der Vorbereitung, benötigt vier separate Schüsseln und da auch die Backtemperatur eher niedrig ist, ist man mit rund 4h Gesamtzeit für Vorbereitung und Backen dabei. Und dann ist der Kuchen noch längst nicht kalt.

Da ich meine große Gugelhupfform nicht zur Hand hatte, habe ich den Kuchen in der 28cm-Springform gebacken.

Grapefruit-Zitronen-Kuchen nach dem Rezept von Yossi Arefi (abgewandelt)

Springform, 28 cm

Zutaten:

  • 1 mittelgroße, gelbe Grapefruit
  • 2 Zitronen (bei mir: Bergamotte-Zitronen)
  • 600g Zucker
  • 375g Mehl
  • 1/2 TL Backpulver
  • 3/4 TL Salz
  • 225g weiche Butter
  • 6 große Eier (Raumtemperatur)
  • 200g Schmand (Raumtemperatur)

Für die Glasur:

  • 125g Puderzucker
  • Saft von 1 Zitrone (ggf. weniger, je nach Größe, nach und nach zugeben)

Zubereitung:

  1. Ofen auf 160 Grad vorheizen. Butter auspacken, mit dem Butterpapier oder einem Stück Butter die Kuchenform fetten. Restliche Butter in eine (die größte) Schüssel geben (oder kurz im Topf schmelzen, wenn sie noch nicht zimmerwarm und weich ist).
  2. Zucker abwiegen und in eine separate Schüssel geben.
  3. Zitronen und Grapefruit (mit Spülmittel und Bürste) unter warmem Wasser abschrubben, um das überschüssiges Wachs und die ggf. behandelte Schale zu säubern.
  4. Zesten von Grapefruit und den drei Zitronen abreiben (bzw. mit dem Sparschäler schälen und in dünne Streifen schneiden). Wenn gewünscht, einen Teil der Zesten für die Deko zurückbehalten (Hier habe ich aufgeschrieben, was ich damit mache). Den Rest zum Zucker in die Schüssel geben. Mit der Hand die Zesten im Zucker vermischen/verkneten/verreiben und zur Seite stellen.
  5. Zwei Zitronen und die Grapefruit filetieren. Dazu eine Schüssel, Messer und Brett bereitstellen. Boden und Deckel der Schale abschneiden, die restliche Schale bis zum Fruchtfleisch runterschneiden und dann die Filets des Fruchtfleischs zwischen den Trennhäuten rauspulen, kleinbrechen, Kerne entfernen, Saft aus der verbleibenden Karkasse dazudrücken.
  6. In einer vierten Schüssel Mehl, Backpulver und Salz vermischen. In dem Schritt auch die Form mehlen (etwa 1 gehäufter TL Mehl reicht dafür) und das überschüssige Mehl in die Mehlmischung auskippen.
  7. Butter mit dem Mixer aufschlagen und dabei die Hälfte der Zucker-Zesten-Mischung zugeben. Nach und nach den Rest der Zuckermischung zugeben und etwa 5 Minuten weiterschlagen. Die Butter-Zucker-Mischung wird dabei heller und fluffig.
  8. Jetzt die Eier eines nach dem anderen zugeben und jedes etwa 30 Sekunden untermixen. Es sollte eine homogene Masse entstehen. Das ist einfacher, wenn auch die Eier Zimmertemperatur haben. Kommen sie aus dem Kühlschrank, kann es sein, dass die Masse gerinnt. Das ist nicht hübsch und auch nicht ideal, erledigt sich später aber von selbst, wenn das Mehl dazu kommt. Also keine Panik.
  9. Im vorletzten Schritt Schmand und Mehlmischung dazugeben und nur kurz mixen. Im Zweifel auch unterheben, bis es gerade so vermengt ist.
  10. Als letztes dann die Fruchtstücke und den Saft dazugeben und unterheben. Die Masse in die Form umfüllen, glattstreichen und in den Ofen geben.
  11. Bei 160 Grad 60-75 Minuten backen, die Backzeit hängt von der Form ab. Bei mir waren es 75 Minuten. Im Zweifel Stäbchenprobe (Holzstäbchen) oder Backthermometer einsetzen.
  12. Kuchen etwa 20 Minuten in der Form abkühlen lassen, dann aus der Form lösen und auf einem Rost auskühlen lassen.
  13. Für die Glasur Puderzucker in eine Schüssel geben und nach und nach den Zitronensaft dazugeben, solange bis eine dickflüssige Konsistenz entsteht. Glasur auf den Kuchen geben. Wenn noch Zesten für die Deko übrig sind, diese auf die noch feuchte Glasur geben und trocknen lassen.

Quelle: Yossi Arefi, Sweeter of the Vine: Fruit Desserts for Every Season, 2016.