Bagel – schnell

Zum Neujahrsfrühstück gab es in diesem Jahr Bagels, nach dem Rezept von Cynthia Barcomi. Die haben mit 45 Minuten nur eine vergleichsweise knappe Gehzeit, dafür sorgt ein ganzer Würfel Hefe für genügend Triebkraft – also vergleichsweise viel verglichen mit den Broten, die ich sonst so in den Ofen schiebe.

Die Bagels sind dennoch wirklich gut und ließen sich auch am nächsten Tag noch gut essen. Aus einem Kilogramm Mehl werden 14 Stück. Wir haben für vier erwachsene Personen die Hälfte des Rezepts, also sieben Stück, gemacht und nach dem Frühstück war einer übrig.

Hier das Rezept.

Für 14 Bagel:

1kg Mehl (550)
525ml Wasser
42g frische Hefe
50g Zucker
20g Salz (etwa 1 EL)
1EL Zucker (für das Kochwasser)
verschiedene Saaten: z.B. Sesam (hell und/oder schwarz), Mohn, Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne.

(1) Das lauwarme Wasser abmessen, Hefewürfel hineinbröseln, Zucker hinzugeben und mit dem Schneebesen verrühren bis die Hefe sich aufgelöst hat.

(2) Mehl und Salz in eine große Schüssel geben, mischen das Hefe-Zuckerwasser hinzugeben und einen geschmeidigen Teig daraus kneten.

(3) Den Teig zu einer Kugel formen und in einer Schüssel abgedeckt 45 Minuten zur etwa doppelten Größe aufgehen lassen.

(4) Ofen auf 225 C° vorheizen.

(5) Teig in zwei Hälften und diese je in sieben gleich schwere Stücke teilen. Wer eine Waage hat, wiegt: pro Bagel 110g. (Manchmal mache ich auch 16 Stück daraus und quetsche sie auf ein Bleich in 4×4-Stück reihen, dann die Hälften in 8 Stücke teilen bzw. Teiglinge von 96g abwiegen). Jeden Teigling zu einer Wurst rollen, um die Hand wickeln und die Enden unter der Handfläche zusammenrollen. Danach auf der Arbeitsfläche zur Seite legen, so dass der Teig nochmal 10 Minuten entspannen kann.

(6) Währenddessen Einen großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen, den Esslöffel Zucker aufsetzen und zum Kochen bringen. Hitze zurückschalten, so dass das Wasser nur noch leise sprudelnd kocht. Außerdem die Saaten auf einen flachen großen Teller geben und bereitstellen, sowie zwei Backbleche mit Backpapier auslegen und ebenso bereitstellen.

(7) Nun die Teiglinge mit einem Schaumlöffel vorsichtig ins Wasser setzen, nur so viele gleichzeitig, dass sie sich nicht berühren. Jeden Teigling etwa zwei Minuten abkochen und rausheben, sofort auf den Teller mit den Saaten legen, bestreuen oder wälzen und auf das mit Backpapier belegte Blech legen.

(8) Nach und nach alle Teiglinge fertig abkochen und in den Saatenkörnern wälzen. Nun die Bagels für ca. 22 Minuten in den Ofen schieben bis sie rundrum goldbraun sind.

(10) Wenn sie fertig sind, auf einem Rost leicht auskühlen lassen und servieren.

Wenn sie ausgekühlt sind, lassen sich die Bagel auch prima einfrieren, dazu in der Mitte – parallel zum Boden – aufschneiden und die Hälften einfrieren. Dann: Einfach in den Toaster und fertig.

Quelle: abgewandelt nach Cynthia Barcomi: Cynthia Barcomis Backbuch, Mosaik Verlag, 2007.

Silvestermenü 2015

Gesundes neues Jahr und alles Gute für 2016!

Das war unser diesjähriges Silvestermenü: Ein Tischgrill in der Mitte, darauf diverse Sorten Fleisch und Meeresfrüchte. Rundherum gruppierten sich Salate und weitere leckere Kleinigkeiten.

Hier die Details und die Bilder.

Orangenbowle
– Orangenfilets, Cointreau, Weißwein, Selters
– Granatapfelkerne

Feldsalat
– Feldsalat, Granatapfelkerne, Zitrusdressing
– Fladenbrot mit Zitronen-Parmesan-Butter

Garnelen
– mariniert mit Chili, Orangenzesten, Knoblauch, Olivenöl
– marinierte Zucchini (grüne und weiße)

Zweiterlei Karottensalat
– Sellerie, Lauch , Mayo
– gedünstete und rohe Karottenraspel, Petersilie

Calameretti auf Bohnensalat
– Calamaretti im Gemüsesud gekocht, dann gegrillt
– Salat aus Riesenbohnen, getrocknete Cocktailtomaten, Chorizo

Glasnudelsalat und Datteln im Speckmantel
– Glasnudeln, Eierstich, Gurke, Schinken

Wurzelgemüse und Kürbis
– Wurzelgemüse mit Sellerie, Karotten, Maronen, Petersilie
– Kürbis aus dem Ofen, Zwiebel, Kürbiskerne, Gewürze

Kürbis-Semifreddo
– Eier, Sahne, Zucker, Kürbiskernöl, Kürbiskernkrokant

Weihnachtsstollen 2015

Wie schon im letzten Jahr wird auch das diesjährige Stollenrezept erst dann aufgeschrieben, wenn der Stollen bereits aufgegessen ist. Das letzte Viertel ist noch da und musste als Fotoobjekt herhalten.

Ich habe den gleichen Stollen wie im letzten Jahr erneut gebacken. Diesmal mit leicht anderen Zutaten: ich habe Bittermandeln genommen (statt Bittermandelaroma), Orangeat und Zitronat am Stück gekauft, Korinthen und Sultanas gemischt und auch die Mandeln selbst gemahlen. Den Honig hatte ich vergessen, weshalb dieses Mal nur Zucker im Teig ist.

Die Korinthen hatte ich auf Empfehlung des Gewürzhändlers eingebaut, da sie süßer sind aus die Sultanas. Diese gefallen mir aber aufgrund ihrer Grüße besser. Ich würde das nächste Mal nur Sultanas verwenden. Bei Bittermandeln und Bittermandelaroma habe ich im fertigen Stollen keinen Unterscheid feststellen können, während der Teigverarbeitung roch es aber intensiv nach Bittermandeln. 5g sind noch da, die dann in den nächstjährigen Stollen wandern werden. Das selbst gehackte Zitronat und Orangeat war deutlich feuchter als das fertig gehackt gekaufte. Auch das wird wiederholt.

Hier das Rezept:

Zutaten:

Mehlkochstück

  • 40g Weizenmehl Typ 550
  • 200g Milch (3,5% Fett)
  • 11g Salz

Vorteig (Hefestück)

  • 220g Weizenmehl Typ 550
  • 135g Milch (3,5% Fett)
  • 33g Frischhefe

Früchtemischung

  • 200g Sultanas
  • 200g Korinthen
  • 100g Orangeat
  • 100g Zitronat
  • 200g Rum (Kuba, 7 Jahre alt, 38% Alkohol)

Butter-Mandel-Gewürz-Mischung

  • 330g Süßrahmbutter (kalt)
  • 200g ganze Mandeln
  • 50ml Milch
  • 5g Bittermandeln (ganz)
  • 1,5 TL Lebkuchengewürz (Ostmann)
  • 120g Zucker (fein)

Hauptteig

  • Vorteig
  • Mehlkochstück
  • Früchtemischung
  • Butter-Mandel-Gewürz-Mischung
  • 400g Weizenmehl Typ 550
  • 50g Milch

Nach dem Backen

  • 200g Süßrahmbutter
  • 100g Feinzucker
  • ca. 200g Puderzucker

Am Vorabend:

Orangeat und Zitronat mit dem Messer in grobe Stücke schneiden und anschließend in der Moulinette fein hacken. Zusammen mit den Sultanas und den Korinthen in einen Schüssel geben, mit Rum übergießen (so dass sie fast bedeckt sind) und 12 Stunden bei Zimmertemperatur quellen lassen. Die Früchte ab und zu durchmischen. Nach dem Quellen über ein Sieb von der übrigen Flüssigkeit trennen, wenn noch Flüssigkeit übrig ist. Die Früchte sollten vor dem Einkneten in den Teig ca. 25°C warm sein.

Die Mandeln und die Bittermandeln mit kochendem Wasser überbrühen, abziehen und in der Moulinette fein mahlen. Die gemahlenen Mandel in eine Schüssel umfüllen, mit 50 g heißer Milch (ca. 60°C) übergiessen und 30 Minuten lang quellen und dabei auskühlen lassen. Butter (kalt), Mandeln, Zucker und Gewürze kurz mit der Hand verkneten. 12  Stunden im Kühlschrank lagern.

Das Mehl für das Mehlkochstück in der Stielkasserolle mit der Milch und dem Salz verrühren und unter Rühren aufkochen. Solange weiterrühren bis sich eine dicke breiartige Masse gebildet hat (ca. 1-2 Minuten). Abgedeckt abkühlen und 12 Stunden ausquellen lassen.

Am Backtag:

Die Butter-Gewürz-Mischung aus dem Kühlschrank nehmen und zur Seite stellen.

Die Zutaten für das Hefestück mindestens 7 Minuten, eher 10-15 Minuten, mit der Hand verkneten, um das Klebergerüst ausreichend gut zu entwickeln. Ca. 45-60 Minuten bei 24-26°C auf das dreifache Volumen gehen lassen.

Die Butter-Gewürz-Mischung nochmals kurz durchkneten. Die Butter sollte plastisch verformbar, kühl, aber nicht mehr kühlschrankkalt sein.

Den Vorteig, das Mehlkochstück, die Milch und das Mehl gemeinsam mit der Butter-Mischung 3 Minuten auf niedrigster und 10 Minuten auf zweiter Stufe verkneten bis ein weicher, nicht klebender und sich vom Schüsselrand lösender Teig entstanden ist (Teigtemperatur 24-26°C). Wenn der Teig noch sehr klebrig ist, vorsichtig weiteres Mehl zufügen.

20 Minuten Teigruhe bei 24°C.

Anschließend schonend die abgetropfte Früchtemischung einarbeiten (niedrigste Stufe oder von Hand).

Den Teig in 2 Teile zu je gut 1 kg teilen. Die Arbeitsplatte bemehlen, ein Teigstück aus der Schüssel nehmen und auf der Arbeitsplatte etwa 2cm dick auf Backblechlänge ausrollen. Anschließend die langen Seiten zur Mitte hin übereinanderschlagen. Mit der zweiten Teighälfte genauso verfahren. Da der Stollen beim Backen auseinander geht, den Teig lieber zu sehr schmalen Stollen schlagen, dann passen auch beide gut nebeneinander auf das Blech.

30 Minuten Gare bei 24°C.

Bei 220°C sofort fallend auf 180°C 55 Minuten bei Ober- und Unterhitze mit etwas Dampf backen.

Wenn möglich, Kerntemperatur mit einem Bratenthermometer messen: 94-97°C und die Stollen sind durchgebacken. Falls diese Temperaturen noch nicht erreicht sind, weiterbacken.

Nach dem Backen die Stollen ca. 45 Minuten auskühlen lassen (Kerntemperatur 50°C) und anschließend kräftig mit 50°C heißer Butter einstreichen (oder besser: in Butter tauchen). 12 Stunden bei 12-16°C unbedeckt reifen lassen.

Am Abend des Backtages:

Stollen erneut mit Butter abstreichen (oder tauchen), mit Feinzucker bestreuen und wieder 12 Stunden unbedeckt bei 12-16°C reifen lassen. Der Zucker bildet dann mit der Butter eine feste Schicht, die den Stollen konserviert.

Am Tag danach:

Nun noch kräftig mit Puderzucker bestreuen. Die Stollen in Backpapier, danach in Alufolie verpacken und in eine Plastiktüte geben. Beide Stollen an einem kühlen Ort (12-16°C) für mindestens 3-4 Tage, idealerweise 2-3 Wochen reifen lassen. Bei Angst vor Schimmel, die Stollen nur in Papier einschlagen und eine Stollentüte (mit Löchern) oder einen großen Keramik-Brottopf zur Aufbewahrung verwenden.

Fröhliche Weihnachten 2015

Wie auch schon beim letzten Mal, möchten wir euch allen ein ruhiges und fröhliches Weihnachtsfest wünschen. Macht euch ein paar entspannte Tage mit lieben Menschen und gutem Essen. Lest Bücher oder das Internet leer, unterhaltet euch, beschaut die Gegend oder die Menschen um euch herum. Genießt die Zeit zwischen den Jahren. Blickt auf das zurück, was hinter euch liegt und freut euch auf das, was 2016 kommt.

Sommeressen & Sommerdrinks 2015

Eine unsortierte Sammlung von dem, was wir in diesem Sommer bisher so gegessen haben:

  • jede Menge „grüner“ Salat in vielen Varianten: Tomate-Gurke als Basis und dann Oliven, Mais, weiße Bohnen obendrauf, Dressing aus Olivenöl und dunklem Balsamico
  • Salate zum Grillen: Rote-Linsen-Salat mit Estragonsenf, marinierter Blumenkohl, roher Zucchini-Salat, asiatischer Kohlrabi-Möhren-Salat
  • Spaghetti mit Pesto alla Genovese, Ravioli mit Parmesan, Tomaten und Basilikum
  • Bucatini all’amatriciana
  • Brot mit Avocado, Käse, Frischkäse
  • viel Kantine, meist in der Kombination von Kartoffeln und Salat oder Gemüse, Pastagericht und Salat oder das vegetarische Gericht
  • Unmengen Obst: Wassermelone, Kirschen, Erdbeeren, Himbeeren, Aprikosen, Pfirsiche, Kornäpfel

Und Getränke:

  • Riedenburger Brauhaus, Doldensud, IPA
  • Vertonic (Noilly Prat, Schweppes Tonic, Eiswürfel, Gurke, Limette)
  • Gin Tonic
  • Holunderblütenschorle
  • Apfelsaftschorle
  • Wasser mit Blubb aus dem SodaMax

#teambrandmaster

There has been a hashtag for the wedding, #teambrandmaster. I’ve been using it heavily. The rest of the guests, not so much. But still, some nice pics and posts have been around on social media. Here is the story of the wedding day as it can be read from posts on twitter and instagram.

Some exited guests posting months and days in advance.

The goodie bag got special attention.

And the weather, too.

Wedding preparations, parts 1 & 2.

The venue.

Funniest wedding program ever #teambrandmaster

Ein von Caleb Brown (@kayluhb) gepostetes Foto am

The two cuties.

#teambrandmaster is pretty f’ing cute

Ein von Lillian (@lillian_brown) gepostetes Foto am

Cocktail hour and party.

Best wedding I’ve been to so far 💑💃👫👰🍸🍻🍺 #teambrandmaster #wedding Ein von Emma (@simply.emma.k) gepostetes Foto am

#teambrandmaster

Ein von Dave Hollum (@davehollum) gepostetes Foto am

Boston Tag 9 – Harvard Campus, Rückflug

Der letzte Tag. Heute Abend, kurz nach 22.00 Uhr, geht dann der Flieger. Wir lassen unser Gepäck im Guesthouse stehen und wollen uns den Harvard Campus und die Stadt ansehen. Aber zunächst Frühstück im 1369 Coffee House am eher versteckten Inman Square. Wir bestellen Mohnbagel, Frischkäse, süße Teilchen, Kaffee, setzen und an Fenster und beobachten die Leute. Wir fühlen uns ein bisschen ans Headland Coffee House in Fort Bragg und unseren Roadtrip an der kalifornischen Küste erinnert.

Die erste positive Überraschung auf dem Campus ist das WLAN. Dank meines eduroam Accounts habe ich sofort Netz, als wir uns dem Campus nähern, ohne dass ich mich irgendwie registrieren oder anmelden müsste. Damit können wir sogar unserer Guided Harvard Tour App nutzen, die uns Aaron im Hostel empfohlen hatte.

Und dann stehen wir auf dem Gelände, das man z.B. im Film „The Social Network“ kennt, mit Backsteinhäusern, Laternen in den Aufgängen, Rasenflächen. Fast überall steht „no trespassing“ an der Tür, der Zutritt in die Gebäude sind für Nicht-Unimitglieder nicht erlaubt. Wir schauen uns also das meiste von außen an, nur beim Gebäude der WiWi’s verfallen wir dem Groupietum und müssen uns die Fotos der Big Shots im Foyer anschauen, deren Namen wir von Lehrbüchern und hochrangigen Zeitschriften-Artikeln kennen.

Zum Mittagessen finden wir das beste Deli unserer Reise: das Clover in der Holyoke Street. Hier gibt es ein kleines, aber gut aufeinander abgestimmtes Angebot an vegetarischen Sandwiches, die man alle auch „dekonstruiert“ als Tellergericht erhalten kann. Zudem kostenloses Wasser (wahlweise mit oder ohne Kohlensäure), das – und das ist hier wirklich selten – nach Chlor schmeckt. Es ist schon mitten am Nachmittag und wir haben entsprechend Hunger. Es schmeckt so gut, dass wir kurz überlegen, ob es sich lohnt, etwas für später mitzunehmen. Aber so richtig gut transportabel und aufbewahrbar ist es nicht und nun sind wir außerdem satt.

Auf dem Rückweg zum Guest House legen wir noch einen ausgedehnten Zwischenstopp in einer Buchhandlung ein und ich gehe ein letztes Mal zum Wholefoods, um Mitbringsel (Ahornsirup, Mandelbutter, Rosehip Oil) und ein paar Snacks für die Wartezeit am Flughafen (Trail Mix, Kekse) zu besorgen.

Um sieben machen wir uns mit den Koffern auf zum Flughafen. Es sind noch fast vier Stunden bis unser Flieger geht und wir kommen auch sehr schnell von Cambridge über Boston bis hinaus zum Flughafen. Check-In haben wir digital schon am Vorabend erledigt und können nun sehr schnell unsere Koffer aufgeben. Aber die Schlange an der Sicherheitskontrolle ist enorm. Wir warten fast eine Stunde, ehe wir zum Gate-Bereich kommen. Und viel gibt es hier nicht zu sehen. Wenige Shops, ein bisschen Fast Food und das war’s. Wir geben unser Kleingeld und ein paar Dollar für Abendessen aus, setzen uns ans Gate und warten auf den Flug. Leider gibt es auch kein freies Wlan, so dass alle Blogposts, die für die letzten Tage noch geschrieben werden wollen, erstmal liegen bleiben.

Wir boarden pünktlich um kurz nach zehn, wieder auf zwei Plätze in der Mitte des Fliegers und mit freiem Platz bis zum nächsten Nachbarn. Ich schlafe nach dem Essen sofort ein, M kann nicht schlafen und versucht noch einen halbwegs brauchbaren Film zu finden, nachdem er die beiden für ihn besten schon auf dem Hinflug geschaut hatte und sich – trotz des Monatswechsels – in der Zwischenzeit das Unterhaltungsangebot an Board nicht verändert hatte. Der Flug und die Nacht vergehen schnell.

Wir landen am Freitag Vormittag um kurz vor 11.00 Uhr in Frankfurt. Passkontrolle, Gepäckabholung, Zoll, alles superschnell und dann – Bahnstreik. Der ICE, den wir so perfekt bekommen hätten, fällt aus und wir müssen eine Stunde warten. Der Starbucks hat bequeme Sessel und WLAN. M holt Schlaf nach, ich einen Blogpost.

Nachmittags um zwei sind wir wieder zu Hause, um viele schöne Erinnerungen reicher.

07.05.2015

Boston Tag 8 – Zurück in die Stadt, Baseball

Der letzte Tag in Cape Cod beginnt mit Butterscotch Muffin gefolgt von French Toast mit Grand Marnier und Würstchen. Yay, harter Alkohol um 09.00 Uhr morgens ist, nun ja, auch mal was Neues. Den Grand Marnier schmecken wir deutlich, auch wenn er von Eiern und fluffigem Toast begleitet wird.

Anschließend kurzer Zahlungsausfall unsererseits: Beide Kreditkarten haben ihr Limit erreicht und wir können unserer Zimmer im Captain Farris House nicht zahlen. Ein kurzer Anruf bei der Bank – zum Glück ist es in Deutschland ein Arbeitstag und erst nachmittags – ein Auftrag mit Bitte um Sofortüberweisung vom Konto zur Karte und 20 Minuten später kann die Transaktion abgewickelt werden. Zum Glück.

Wir machen uns auf und verlassen Cape Cod über die andere Brücke – die Sacamore Bridge. Einen Zwischenstopp machen wir noch in Plymouth, um zu schauen, wo die ersten Siedler angekommen sind. Leider bekommen wir den Nachbau der Mayflower nicht zu sehen, da diese über den Winter immer eingelagert und wird und noch nicht wieder hervorgeholt wurde.

Um drei Uhr erreichen wir Cambridge und beziehen unsere Unterkunft. Ein Guesthouse, das seine Zimmer auch über AirBnB anbietet. Da wir die Adresse, den Code für die Tür und die Zimmernummer kennen, lassen wir uns selbst rein und geben den Vermieterin nur per SMS Bescheid, dass wir angekommen sind. Wir räumen das Auto aus, lassen Koffer und alles Unnötige da und machen uns auf in die Stadt, um pünktlich um vier den Wagen zurück zum Mietwagenverleih zu bringen.

Wir haben noch keinen so rechten Plan für den Abend und gehen erstmal kurz in die Stadt noch kleinere Einkäufe erledigen. Irgendwann fällt M ein, dass heute ja Baseball sein könnte, wir laufen in ein Kaufhaus nach der Suche nach einem offenen WiFi-Netz, das uns sagt, ob die Red Sox heute und wenn ja, ob sie zu Hause in Boston spielen. Zu den Giants hatten wir in San Francisco nie gehen können, weil die Saison fast vorbei war, als wir ankamen.

Wir finden heraus, dass die Red Sox heute tatsächlich im Fenway Park spielen und zwar gegen die Tampa Bay Rays. Ob das Spiel jedoch ausverkauft ist, lässt sich der mobilen Seite des Ticketing Systems nicht entnehmen. Es sind noch zwei Stunden bis Spielbeginn und wir beschließen, unser Glück zu versuchen. Die Bahnen in Richtung Fenway Park sind rappelvoll, die Pendler fahren nach Hause, die ersten Fans zum Spiel. Bereits auf dem Weg von der U-Bahn zum Station werden wir mehrfach wegen Tickets angesprochen. M fragt einen Verkäufer nach dem Preis und bekommt Karten für 50 Dollar angeboten. Da wir uns überhaupt nicht über die Preisspanne und die verschiedenen Sitzkategorien informiert haben, beschließen wir erstmal, zum Eingang weiterzugehen und herauszufinden, ob auch noch regulär über die Kasse Karten verkauft werden.

Es ist nicht ausverkauft. Wir können noch Tickets ab 24 Dollar bekommen und entschließen uns eine Kategorie höher auf 36 Dollar pro Person zu gehen. Dafür sitzen  unter dem Dach mit sehr gutem Blick auf Pitcher, Schlagmann und Feld.

Das Spiel geht um 19.30 Uhr los und dauert bis kurz nach 11. Irgendwann um acht bekommen wir Hunger und versorgen uns mit Hotdogs. Viel Action gibt es nicht. Homeruns werden ja nur bejubelt, wenn die Red Sox einen machen. Und das passiert erstmal nicht. Stattdessen schlägt Evan Longoria von den Tampa Bay Rays zwei Homeruns. Am Ende verlieren die Red Sox mit 3 zu 5.

Da Cambridge praktisch auf der gegenüberliegenden Flusseite liegt, entschließen wir uns, zu Fuß zurück zum Guest House zu gehen. Etwa 40 Minuten dauert der Spaziergang durch die Nacht. Im Winter in San Francisco waren wir fast nie laufend nachts unterwegs, weil es mir immer zu viel Angst machte. Aber hier im Frühling, auf dem Campusgelände mit den weiteren Baseball-Fans, die nach Hause laufen, ist es weder gefühlt noch tatsächlich gefährlich. Sondern einfach nur eine schöne Frühlingsnacht.

06.05.2015

Boston Tag 7 – Wale schauen

Die die die eine Sache, die wir unbedingt machen wollten, war: Wale anschauen. Das haben wir uns für heute vorgenommen. Gestern hatten wir schon ausgekundschaftet, wann und wo die Bootstouren ablegen. In der Nebensaison fährt täglich nur ein Schiff, das zu zwei Zeiten ablegt, um 10.00 Uhr und um 13.00 Uhr. Mit dem ausgiebigen Frühstück in unserem B&B – diesmal gab es nach dem obligatorischen Muffin, Wraps zum Frühstück, ganz dem Anlass des Cinco de Mayo entsprechend –  und der rund einstündigen Fahrt nach Provincetown war klar, dass wir die 10.00 Uhr Tour nicht erreichen konnten. Wir entschieden uns, unser Glück auf 13.00 Uhr zu versuchen, war ja Nebensaison und kaum Leute unterwegs.

Gegen 10.00 Uhr machten wir uns auf den Weg, hielten nochmal beim Supermarkt, um Wasser und ein kleines Picknick einzukaufen und kamen um kurz nach 12.00Uhr am Hafen in Provincetown an. Als erstes ging es schnurstracks zum Kassenhäuschen, um die Tickets fürs Boot zu erwerben. Auf meine unschuldige Frage hin, ob noch Plätze frei sind, schüttelte die Gästebetreuerin langsam den Kopf. Ausgerechnet diese Tour sei schon komplett gebucht, mehrere Schulklassen und zwei Reisegruppen hätten sich angemeldet. Wenn wir wollten, könnten wir warten und auf Restplätze hoffen, falls von den vorangemeldeten Besuchern nicht alle auftauchen sollten. Und schon sahen wir unser Wal-Tour-Pläne als erledigt an, wir beratschlagten kurz und mein Optimismus siegte über Ms Skepsis. Wir beschlossen, zu parken und zu warten und zu hoffen.
Und wir hatten Glück. Obwohl alle Gruppen kamen war das Boot noch nicht voll und wir konnten als letzte über die Reling steigen.


Dann ging es los. Wir waren noch nicht einmal 10 Minuten gefahren, als im Hafenbecken die ersten Delfine auftauchten. Das Schiff kreiste ein wenig um sie herum, damit auch alle Besucher back- und steuerboards einen Blick und ein Foto erhaschen konnten. Dann ging es aus dem Hafen hinaus in Richtung Norden. Wale suchen.
Unsere Augen blickten unablässig zwischen Wasser und Küste hin und her und suchten die charakteristische Schwanzflosse. Irgendwas in der Art hier, erwarteten wir zu sehen:

Und was wir dann zu sehen bekamen, war das. Phänomenal, wie nah die jungen Buckelwale dem Schiff kamen, sich wieder entfernten, es umrundeten, mal den Rücken, mal den Bauch, mal den Kopf und mal die Schwanzflosse aus dem Wasser steckten. Alles untermalt von der Geräuschkulisse der Schulkinder, die gar nicht wussten, wohin mit ihrer Begeisterung. Und neben den vielen Fotos und Filmen, die wir gemacht haben, blieb trotzdem noch genügend Zeit, die Wale auch ausgiebig zu beobachten, ihre Anatomie und die verschiedenen Zeichnungen zu entdecken.

Wir waren insgesamt drei Stunden unterwegs, bevor wir gegen vier wieder in Provincetown anlegten. Auf dem Rückweg legten wir noch einen kurzen Stopp in Pilgrim Heights und vertreten uns bei einer halbstündigen Runde auf dem Pilgrim Swamp Trail ein bisschen die Beine. Wir bekommen Hunger und entscheiden uns, zum Abendessen die Trattoria auszuprobieren, die uns zwei andere Gäste des B&Bs am Sonntag empfohlen hatten. Der Tag endet also ganz gemütlich, mit Pasta essen und Walvideos schauen.

05.05.2015

Boston Tag 6 – Cape Cod

Unser erster ganzer Tag am Cape beginnt mit ausgiebigen Frühstück. Heute serviert das Captain Farris House Butter-Pecanuss-Muffins und danach Oatmeal Pancakes. Die Portionen sind so riesig, dass M nach dem ersten Pancake aufgibt.

Wir beschließen, mit dem Auto das Cape zu erkunden und an allen Aussichtspunkten und Leuchttürmen des National Seashore zu halten, die uns auf dem Weg begegnen. Am späten Vormittag rollen wir also in Richtung Provincetown los. Unser erster Halt ist die Marconi Station Site in Wellfleet, von dem aus es Guglielmo Marconi 1903 das erste Mal gelang, telegrafische Nachrichten per Funk über den Atlantik nach Großbritannien zu schicken.

Weiter geht es ganz nach Norden zum Province Height Visitor Center. Hier leihen wir uns ein Fernglas aus und suchen den Horizont nach Walen ab. Leider erfolglos. Das Visitor Center informiert aber ausführlich über Geographie, Natur und Geschichte der Region. Nach einem kurzen Spaziergang am Strand wollen wir weiter nach Provincetown, um rauszufinden, wann die Wal-Touren ablegen.

Auf dem Weg dorthin fällt uns wieder auf, wie wenig die Vegetation und das Wetter zusammenpassen. Es herrschen frühsommerliche Temperaturen, aber die Bäume haben bisher kaum ausgeschlagen. Winterwald im Sonnenschein hat schon eine seltsame Anmutung. Von unseren Vermietern im B&B erfahren wir später, dass Cape Cod 2014/2015 einen sehr langen Winter erlebt hat. Teilweise reichte der Schnee bis zu den Fensterbänken im Erdgeschoss. Es ist erst seit ein paar wenigen Wochen wirklich Frühling und bisher haben sich nur die Tulpen und andere Blumen hervor gewagt.

Provincetown ist schnell abgehakt, viel ist gegen fünf Uhr am Nachmittag nicht mehr los. Die Waltouren für heute sind beendet und auch die eigentlich kostenpflichtigen Parkplätze am Hafen sind inzwischen ohne Gebühr zu befahren. Wir nehmen uns für morgen eine Tour vor und fahren wieder Richtung Süden.

Auf dem Rückweg legen wir noch drei Stopps ein. Zunächst am Nauset Light Beach, wo Nachbildungen der „Three Sisters“, dreier kleinerer Leuchttürme stehen. Wir folgen dann dem Ocean View Drive zum Coast Guard Beach, der den schönsten Blick über Marschland und Küstenlinie liefert. Den Sonnenuntergang sehen wir schließlich am Chatham Lighthouse.

Wir beschließen, uns Abendessen zu besorgen und im Bett zu picknicken. Von Chatham fahren wir bis nach Hyannis durch, suchen den örtlichen Whole Foods auf und plündern die Kühlregale mit den vorgefertigten Gerichten (M: Sandwhich, G: Hummus, Taboulé). Der anschließende kurze Stopp by Barnes & Nobles macht M zum glücklichen Besitzer des langersehnten Buches zur amerikanischen Geschichte. Den Abend verbringen wir folglich essend und lesend im Bett, ganz dem Gedanken des Bed&Breakfast folgend.

 04.05.2015