Hausfrauen-Smutie

Das Rezept habe ich so genannt, weil es sicher der arbeitsaufwändigste Smoothie auf der ganzen Welt ist. Man muss Mandelmilch machen, dann noch Kohlblätter dämpfen, Gemüse einfrieren und irgendwann kann man alles pürieren.

Allerdings: Das Ergebnis entschädigt auf ganzer Linie für die Mühen. Ein eiskalter Start in den Morgen, der weder zu „grün“ noch zu süß schmeckt. Die Mandel-Cashew-Milch trägt einen großen Teil zum vollmundigen Geschmack bei und mal nicht der unzureichende Ersatz für Kuhmilch.

Mit ein wenig Vorbereitung am Wochenende, kann man den Smutie auch ganz leicht zum Karrierefrauen-Smutie machen: Die Mandel-Cashew-Milch hält sich im Kühlschrank einige Tage, das Obst ist eingefroren und hält sich so Wochen. Im Idealfall friert man es bereits dann ein, wenn es Saison hat. Auch den Kohl kann man vorab däpfen und kühlen oder einfrieren. Er taut superschnell auf. ich habe alles ein einem Tag vorbereitet und konnte dann viermal Smuties zum Frühstück trinken.

Einen Nachteil hat das Rezept: Ich weiß nicht, ob es in Deutschland nachbaubar ist. Neben Birnen und Trauben braucht es nämlich Lacinato Kale – zu deutsch Palmkohl. Wird der  irgendwo angebaut? Ersatzweise gehen aber auch Spinat und Mangold.

Zutaten:
für 2 Portionen

1 handvoll Weintrauben (gefroren)
1 Birne
1 kleine Banane
4 Blätter Palmkohl (gewaschen, gedämpft)
400 ml Mandel-Cashew-Milch (Rezept hier) oder Mandelmilch

Zubereitung:

1. Weintrauben waschen, vom Stiel zupfen und einfrieren. Birne waschen, Kernhaus entfernen, in Stücke schneiden und ebenfalls einfrieren. Beides kann auf einen Teller oder ein Backblech gelegt werden bis es gefroren ist und dann in Dosen umgefüllt werden.

2. Palmkohl waschen, Stiele rausschneiden und mit wenig Wasser in einem Topf (oder in einem Dampfeinsatz) etwa 1-2 Minuten dämpfen, so dass er zusammenfällt. Unter kaltem Wasser kurz abkühlen und ausdrücken. Wenn er nicht sofort weiterverwendet wird, einfrieren oder kühlen.

3. Banane schälen und in kleine Stücke schneiden.

4. Macami, Kohl, Banane,  gefrorene Weintrauben und gefrorene Birnen in einen Standmixer geben. Drei Minuten mixen, davon die erste Minute auf niedriger Stufe beginnen. Danach hochschalten.

5. In ein Glas geben und sofort servieren.

Macami: Mandel-Cashew-Milch

„Jetzt dreht sie völlig durch,“ höre ich meinen Papa trotz der 9.223 Kilometer Entfernung schon förmlich rufen, „wozu braucht man den sowas? Sie kann doch wirklich was Richtiges essen.“ Und damit hat er Recht, klar „braucht“ niemand Milchersatz aus Wasser und Nüssen zu machen und klar, essen wir auch was anderes. Aber das musste ich ausprobieren. Fertigungstiefe, ihr wisst schon.

Angefixt durch ein kalifornisches Foodblog, das eine Freundin unserer Nachbarin schreibt, wollte ich einen ganz bestimmten Smutie (a.k.a. Smoothie) machen. Und dazu brauchte ich Mandelmilch. Da sie davon schwärmt, wie viel besser die hausgemachte Version schmeckt und unser Haus- und Hofsupermarkt die benötigten Nussmilchbeutel anbot, tätigte ich die Investition. Es geht aber auch mit jedem anderen Nylon-Beutel (z.B. einem Wäschesäckchen) oder sogar mit einem Baumwolltuch (z.B. Geschirrtuch, vorher kurz ausgekocht). Notwendig ist allerdings ein Standmixer mit Schneidstab, der halbwegs Power hat. Aber selbst mein kleiner Pürierstab-Mixer hat es gut hinbekommen.

Die Mandel-Cashew-Milch schmeckt mir tatsächlich besser als die aus dem Supermarkt, die immer ein bisschen kreidig-kalkig ist. Allerdings bleibt es Mandelmilch, schmeckt genauso wie sie gemacht wird: nach Mandelwasser. Mit richtiger Milch ist sie hinsichtlich ihrer Cremigkeit und auch des Geschmacks nicht zu vergleichen. Mit ein bisschen Salz oder Zucker oder auch Gewürzen kann man die Macami noch verfeinern und erhält so ein eigenständiges Produkt. Nur eben keine Milch.

Der Versuch hat sich sehr gelohnt, der Smutie überzeugt auf ganzer Linie, gerade wegen der Mandelmilch. Hier erstmal das Rezept für die Macami. Das Smutie-Rezept folgt in den nächsten Tagen.

Zutaten:

150g Mandeln (ganz, nicht geschält, nicht geröstet)
130g Cashewnüsse (ganz oder Bruch, nicht geröstet, nicht gesalzen)
450ml Wasser zum Quellen (stilles Mineralwasser oder Leitungswasser, je nach Geschmack)

750 ml Wasser zum Milchmachen (stilles Mineralwasser oder Leitungswasser, je nach Geschmack)

Zubereitung:

1. Mandel und Cashewnüsse in ein hohes Gefäß geben und etwa 12 Stunden in Wasser quellen lassen. Sie vergrößern sich dabei deutlich.

2. Nüsse abgießen. Bei mir blieben jetzt 400g gequollene Nüsse übrig. Diese in einen Mixer  und 750ml Wasser dazu geben. Hier kann Mineralwasser ohne Kohlensäure nehmen, wenn man das Leitungswasser nicht so mag. Bei meiner Mixergröße habe ich das ganze in zwei Portionen gemacht: also jeweils 200g gequollene Nüsse mit 375 ml Wasser. Etwa 3 Minuten lang wirklich fein mixen. Ein Standmixer oder Vitamix schafft das aber auf einmal.

4. Die Mischung in einen Nussmilchbeutel umfüllen und über einer großen Schüssel gut ausdrücken. Beutel so lange kneten und drücken bis keine Flüssigkeit mehr rauskommt. Bei mir sind 950ml Macami entstanden. Die meisten Rezepte nutzen mehr Wasser und erhalten dann dünnere Milch, ich wollte sie aber nicht ganz so wässrig haben.

5. Macami in ein verschließbares Gefäß umfüllen und im Kühlschrank aufbewahren. Sie hält sich etwa 3-4 Tage.

6. Die übrig gebliebene Nussmasse – bei mir waren es 245g – im Kühlschrank aufbewahren und damit Kuchen backen, Pfannkuchen machen oder sie zum morgendlichen Porridge geben. Wenn man sie nicht sofort verwenden kann, einfrieren.

California Stollen

Heute mal wieder Crossover-Küche. Wir haben auf die letzte Minute doch noch Stollen gebacken. Das Rezept basiert auf meinem bewährten last minute Rezept für den Quark-Aprikosen-Stollen von Nicky.

Damit es sich leichter nascht, habe ich mich mal an Stollenkonfekt versucht. Das hat den Vorteil, dass man die Stücke sofort in den Mund stecken kann. Aber den kleinen Nachteil, dass das Konfekt auch ein klein wenig trockener ist. Schmeckt trotzdem prima.

Die Zutaten musste und wollte ich ein bisschen internationalisieren. Quark gibt es hier nicht und ich glaube, mit Ricotta ahme ich Konsistenz und Geschmack am ehesten nach. Außerdem wollte ich gerne eine kalifornische Variante und habe Cranberries statt der getrockneten Aprikosen genommen und noch ein paar Mandeln hinzugefügt.

Cranberry Mandel Stollen

Zutaten:

1 Pk. Trockenhefe
1/8l Milch
125g Zucker
500g Mehl
150g weiche Butter
150g Ricotta
Zesten einer Zitrone
Saft einer halben Zitrone
eine Prise Salz
150g frische Cranberries (oder 100g getrocknete)
100g Mandeln (abgezogen, gehackt)

50g Butter
50g Zucker
Puderzucker

Zubereitung:

1. Trockenhefe in 4 EL Milch und 1 TL Zucker auflösen und 10 Minuten gehen lassen.

2. In der Zwischenzeit Mehl, restlichen Zucker, Butter, Ricotta, Zitronenzesten, Zitronensaft und Salz in eine Schüssel geben, so dass in der Mitte ein Loch für die Hefemischung ist und sich die anderen Zutaten am Rand rund herum verteilen.

3. Aufgelöste Hefe in die Mitte geben, restliche Milch hinzufügen und alles zu einem glatten Teig verkneten.

4. Teig eine Stunde gehen lassen.

5. Cranberries waschen, Mandeln abziehen und hacken. Beides unter den Teig kneten.

6. Teig etwa 1.5 cm dick ausrollen und entweder a) einmal von links und einmal von rechts zur Mitte hin überschlagen, so dass eine Stollenform entsteht oder b)  in Quadrate mit etwa 2 cm Kantenlänge schneiden und Teigstücke auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben. Den ganzen Stollen bei 175°C (350°F) 50 Minuten backen, das Konfekt nur 20-22 Minuten backen.

7. Stollen nach dem Backen mit geschmolzener Butter bestreichen, mit klarem Zucker bestreuen bzw. das Konfekt bestreichen und dann in Zucker wälzen. Auskühlen lassen und vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.

Blumenkohl-Curry

Hier das Rezept für ein schnelles Curry, das ohne rote, gelbe oder grüne Currypaste auskommt und trotzdem sehr gut schmeckt. Das Rezept stammt vom Newsletter, den wir wöchentlich zu unserer Gemüsekiste bekommen und der Vorschläge für die in der Kiste gelieferten Gemüsesorten enthält.

Letzte Woche waren Blumenkohl und fast alle der anderen benötigten Zutaten in der Kiste. Mit den Gewürzen, einer Dose Kokosmilch im Schrank und ein paar Bohnen oder Erbsen im Gefrierfach sollte sich das so oder mit ein paar anderen Gemüsesorten aus fast jeder Kiste oder jedem Wochenmarkteinkauf zaubern lassen.

M hat sich bereits zweimal erkundigt, ob ich auch wirklich das Rezept aufgehoben habe. Das tue ich hiermit. Vielleicht wird es ja eines der Gerichte, die es aus Kalifornien ins Standardrepertoire schaffen.

Blumenkohl-Curry
für vier Personen mit Reis als Beilage

2 EL Distelöl (oder anderes neutrales Öl)
2 große Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
1 Blumenkohl
2-3 Karotten
3 Kartoffeln
1 kleiner Butternusskürbis
1 Stange Sellerie
1 scharfe Chilischote oder Jalapeno
2 Tomaten
200g Erbsen oder kleine Bohnen (bei uns waren es Black Eyed Peas, über Nacht eingeweicht und anschließend gar gekocht)
1 EL Currypulver
1 TL Koriander, gemahlen
1 TL Kreuzkümmel (=Cumin), gemahlen
1 EL frischer Koriander
1 EL Honig
1 Dose Kokosnussmilch

1. Zwiebeln in kleine Würfel schneiden, Knoblauch fein hacken, Chilischote entkernen und klein schneiden. Blumenkohl putzen und Rößchen abtrennen, Karotten schälen und würfeln, Kartoffeln schälen und Würfeln, Kürbis schälen, halbieren, Kernhaus mit einem kleine Löffel entfernen und Fruchtfleisch würfeln, Tomaten kleinschneiden.

2. Öl erhitzen, Zwiebeln und Koblauch darin glasig braten, Gewürze dazugeben und für ein paar Minuten mitbraten. Sellerie, Karotten, Tomaten, Chili, Kartoffeln und Kürbis zugeben und für einige Minuten mit anbraten bis das Gemüse anfängt weich zu werden.

3. Einen halben bis dreiviertel Liter Wasser hinzugeben, solange bis das Gemüse drinliegt aber noch nicht vollständig bedeckt ist. Aufkochen lassen und dann Blumenkohl hinzugeben. Dieser kann ruhig oben aufliegen, er wird auch im Dampf gar.

4. Jetzt den Reis ansetzen und z.B. nach Pilaw-Art kochen. Dazu einen großen Kaffeepott Reis abmessen, Reis kurz in Öl anschwenken, so dass alle Körner gut bedeckt sind, mit der doppelten Menge heißem Wasser aufgießen, aufkochen und Deckel aufsetzen. Etwa 10-15 Minuten auf kleinster Flamme garziehen lassen, Deckel dabei nicht öffnen!

5. Gemüse so lange kochen bis Kartoffeln & Co. weich sind, der Blumenkohl aber noch ein bisschen Biss hat. Kokosnussmilch zum Gemüse hinzugeben und kurz aufkochen. Honig zufügen und nach Geschmack salzen, ggf. nachwürzen.

6. Vom Herd nehmen und mit gehacktem Koriander bestreuen. Reis mit einer Gabel auflockern und beides servieren.

Quelle: Mariquita Farm, Ladybug Delivery, Newsletter vom 22. November 2013.

Wie wir hier einkaufen Teil 2: Die Gemüsekiste

Die ersten paar Tage in der Stadt verbrachte ich in Valentinas WG in San Franciscos Stadtteil Mission, in der wir über AirBnB ein Zimmer gemietet hatten. Das Zimmer war nicht nur groß und verfügte über ein gemütliches King-Size-Bett, auch die Ausstattung der Küche war ausgesucht, umfangreich und der Kühlschrank immer voll. Es war schnell klar, hier wohnen Menschen, die kochen. Außerdem bekommen sie jede Woche eine Gemüsekiste.

Dank Valentina wusste ich auch dann recht schnell, wie das Ganze funktioniert. Das Stichwort heißt: CSA – Community Supported Agriculture – oder auf deutsch Solidarische Landwirtschaft. Die Idee dahinter ist, dass man im Frühjahr ein Abo für die ganze Saison abschließt. Das heißt, man wird für eine Saison Mitglied und verpflichtet sich regelmäßig einen festen Geldbetrag (etwa 20-40 Dollar pro Woche und Kiste) an einen Bio-Bauernhof zu zahlen. Der Hof kann besser planen und hat die Sicherheit, dass die Ernte – obwohl gerade erst gepflanzt – bereits verkauft ist. Als Abonnent bekommt man bis zum späten Herbst jeden Woche einen Anteil dessen, was die Ernte des Hofes hergibt. Dieser Anteil kommt als Gemüsekiste, was drin ist, erfährt man meist erst am Tag der Abholung.

Wählt man eine regelmäßige Mitgliedschaft, hängt die Wahl der Farm für die meisten sicher davon ab, wohin die Kiste ausgeliefert wird. Man bekommt die Kisten in der Regel nicht bis an die Haustür gefahren, sondern muss sie an einem zentralen Sammelpunkt zu einem bestimmten Termin in der Woche abholen. Und daher sucht man sich natürlich häufig die Farm aus, die an einem passenden Wochentag in den eigenen Stadtteil liefert. Einige der  CSAs in der Bay Area, die ich recherchiert habe, sind Shooting Star CSA (das war Valentinas Kiste), Full Belly Farm, Tomatero Farm und unsere, die Mariquita Farm.

Da wir nur für kurze Zeit und dazu noch über den Winter hier sind, kamen viele CSA’s für uns nicht in Frage. Die meisten hören mit dem Ende der Saison Ende November mit der Lieferung auf und setzen erst im März wieder ein. Daher war das Angebot der Mariquita Farm für uns ideal. Diese hören im Winter zwar auch mit ihrer Saison-Abo-Kiste auf, haben aber daneben eine Probekiste- bei ihnen heißt sie Mystery Box – mit der man das Angebot unverbindlich und zeitlich unbegrenzt testen kann. Diese läuft über den Winter weiter, weil auch weiter geerntet werden kann. Nur fällt die Ernte eben nicht mehr so umfangreich aus, dass es für Restaurantlieferungen, Probekisten und Saisonkisten reicht.

Um die Probekiste zu bestellen, müssen wir uns einfach zwischen Sonntag und Mittwoch per Formular in eine Liste eintragen und können am Donnerstag unsere Kiste abholen und bezahlen. Neben den Kisten hat der LKW von der Farm auch manchmal andere Produkte dabei, die man zusätzlich kaufen kann. Wir frühstücken z.B. momentan Golden Gate Park Honey, also Honig, der von den Blumen im Golden Gate Park kommt und den der dortige Imker über unseren Hof verkauft. Der Nachteil am Abrufprogramm ist, dass jede Woche ein anderer Stadtteil von San Francisco angefahren wird und ich so manchmal allein wegen der Kiste zweistündige Fahrradausflüge unternehme.

Und, was ist nun drin in der Kiste? Gemüse, das gerade Saison hat. Momentan vor allem verschiedene Sorten Stängelkohl, Kürbis und Karotten aber auch Tomaten, Blumenkohl oder Paprika. Hier ein paar Bilder unseres Kisteninhalts seit Oktober. Eine Kiste kostet 25 Dollar, das sind etwa 18 Euro.

Wir haben zu Testzwecken und aus Neugierde auch einen Ausflug zum größten und günstigsten Wochenmarkt in San Francisco unternommen. Das ist der Alemany Farmer’s Market im Süden der Stadt, zu dem wir mit dem Rad etwa 15 Minuten brauchen. Auch dort verkaufen viele Bauern ihr Gemüse direkt vom Hof mit einem eigenen Stand. Im Vergleich finden wir unsere Kiste preislich und qualitativ auf jeden Fall gleichwertig, teilweise sogar besser. Der Inhalt der Gemüsekiste ist frisch, er hält im Kühlschrank problemlos eine Woche durch und schmeckt gut. Andererseits kann man auf dem Markt natürlich selbst auswählen, was man kaufen will und hat nicht nur Gemüse, sondern auch Obst in einer großen Auswahl.

Da wir aber nicht jeden Samstagmorgen zum Markt fahren wollen, haben wir uns für die Kiste entschieden. Mit dem Inhalt kommen wir auch ungefähr eine Woche hin. Außerdem bekommen wir damit regelmäßig die Möglichkeit, Gemüse zu probieren, das so in Deutschland teilweise (noch) nicht angebaut wird: Green Frills Mustard, Gai Lan, Wassermelonen-Rettiche und die zig Sorten Kohl am Stängel, von denen wir euch in den letzten Wochenrückblicken immer wieder erzählt haben.

Heute Nachmittag kommt wieder eine neue Kiste. Der Newsletter hat schon angekündigt, dass es Frost gab und der Inhalt wahrscheinlich ein bisschen kleiner ausfallen wird als die letzten Woche. Wir sind also gespannt, was drin ist.

Die Moosbeeren sind los

Hier kommt das Rezept für ein weiteres Gebäck, dass sich ohne viel Werkzeug schnell auch in fremden Küchen gut zubereiten lässt. Es ist ein gestürzter Kuchen oder Upside-Down-Cake, wie er hier heißt.  Und entsprechend der Jahreszeit gab es letzte Woche eine Version mit Cranberries – Moosbeeren.

An dem Rezept habe ich inzwischen schon eine Weile rumgebastelt. Die erste Version hatte ich noch im September für die Mitbewohner in Berkeley gebacken. Damals hatte ich Zwetschgen als Belag gewählt, da diese gerade Saison hatten und nach dem Stürzen sogar noch schöner aussehen als zuvor. Leider habe ich damals kein Foto gemacht und nun waren keine Zwetschgen mehr zu bekommen. Als zweite Variante folgte im Oktober eine Version mit Apfel, sozusagen eine Tarte Tatin mit einem Rührteig statt Mürbeteig. Die Variante schmeckt auch, sieht aber – verglichen mit Zwetschgen – voll hässlich aus. Jetzt sind die Cranberries dran, die mit ihrer Säure prima zum Teig passen und optisch zwischen Zwetschgen und Apfel rangieren.

Zutaten:
für eine Mouleform oder auslaufsichere Springform (26cm)

Karamell:
50g (brauner) Zucker
50 ml Wasser
2 Scheiben Ingwer (hat man am Ende gar nicht geschmeckt)

Teig:
120g Weizenmehl Typ 550
180g Weizenvollkornmehl
100g gemahlene Mandeln
2 TL Backpulver (1/2 TL Baking Soda, 1 TL Cream of Tartar)
2 TL Zimt
200g (brauner) Zucker
1 gute Prise Salz

1 Vanilleschote (Mark) oder 1 Pk. Bourbon-Vanillezucker oder 1TL Vanille-Extrakt
150 ml Öl
350 ml Wasser
Saft 1/2 Zitrone

Belag:
300g frische Cranberries (oder 600g Zwetschgen)

Zubereitung:
1. Backofen auf 180°C (370°F) vorheizen.

2. Eine (auslaufsichere!) Springform oder Moule-Backform fetten, ggf. Boden mit Backpapier auslegen. Cranberries waschen und auf dem Springform-Boden verteilen. (Zwetschgen waschen, so halbieren, dass sie noch zusammenhängen, Kern entfernen und mit dem Fruchfleisch nach oben, Schale nach unten, in die Springform legen. Harte, noch nicht ganz reife Zwetschen können auch kurz im Sirup mitgekocht und dadurch vorgegart werden.)

3. Zucker in einem kleinen Topf auf mittlerer Hitze schmelzen lassen. Wasser hinzufügen und das erstarrte Karamell langsam über 5-10 Minuten zu Sirup loskochen. Danach Herd ausschalten und leicht abkühlen lassen. Wer eine hitzebeständige Tarte Tatin oder Moule-Form hat (d.h. eine geschlossene Form, ähnlich wie die gusseiserne Pfanne auf meinen Bildern) kann das Karamell auch direkt in der Form auf dem Herd machen, loskochen und dann die Früchte in den entstandenen Sirup einlegen. (Dann halt kein Backpapier verwenden, bei einer gut beschichteten Form kommt der Kuchen auch so prima raus.)

4. Trockene Zutaten und feuche Zutaten getrennt in zwei Schüsseln vermischen. Größere Schüssel für die feuchten Zutaten nehmen. Dazu Wasser und Öl abmessen, Zitrone auspressen und dazu geben, Vanilleschote auskratzen und mit einem Schneebesen in die Flüssigkeit rühren. (Ich gebe das Vanillemark immer zur Flüssigkeit, weil es sich dann besser Verteilt, Vanillezucker kann natürlich genausogut zu den trockenen Zutaten gegeben werden). In der anderen Schüssel Mehl, Mandeln, Zucker, Zimt, Backpulver und Salz mischen.
5. Trockene Zutaten zu den feuchten Zutaten geben und mit dem Teigspatel oder einem großen Schneebesen oder Löffel nur solange verrühren, bis alle Zutaten gerade so vermengt sind. Der Teig sollte relativ flüssig sein.

6. Sirup mit einem Löffel über die Cranberries geben. Anschließend den Teig darüber geben.

7. Bei 180°C (370°F) in der Backofenmitte 45 Minuten backen. Mit einem Holzstäbchen einstechen, der Teig ist gar, wenn das Stäbchen trocken wieder herausgezogen werden kann.

8. Kuchen etwa eine halbe Stunde in der Form auskühlen lassen und dann noch lauwarm auf einen Teller oder ein Kuchengitter stürzen. Vorsichtig das Backpapier abziehen, freuen und essen.

Idee: Pfirsich-Upside-Down-Kuchen von Cakeinvasion und Cranberry Upside-Down Cake von simplyrecipes.

Wie wir hier einkaufen Teil 1: Der Supermarkt

Der Supermarkt, der für uns am nächsten liegt, ist ein WholeFoods Market. Frei übersetzt bedeutet der Name in etwa „Vollwertige Lebensmittel“. Das ist eine Kette relativ kleiner Supermärkte mit einem großen Angebot an biologischen Lebensmitteln. Es ist definitiv nicht der Durchschnittssupermarkt der Amerikaner, insofern kann ich hier keine weiteren Klischees bedienen. Für uns ist er aus vier Gründen unser erster Anlaufpunkt: Er ist nah, hat Bioprodukte, es gibt Fahrradparkplätze und viele Sachen, die aus der Region kommen.

Auffällig ist, dass man viele Sachen aus Europa findet. Nicht nur Käse aus Frankreich oder Pasta von De Checco sondern auch Wasser aus Deutschland: Gerolsteiner Mineralwasser. Evian gibt es übrigens auch. Die schippern Wasser aus Europa an die Westküste, es ist kaum zu glauben. Zudem gibt es eine wahnwitzige Palette an importiertem Bier und Wein. Grüner Veltiner aus Österreich gefällig? Kein Problem. Absurd, wenn man überlegt, dass mit Sonoma und Napa zwei großartige Weingebiete nur etwa eine Autostunde entfernt liegen. Allein am Anteil der importierten, konventionellen Produkte sieht man, dass nicht das ganze Angebot aus Bio-Ware besteht und nur zu einem kleinen Teil wirklich regional ist.

Nicht nur bei WholeFoods, sondern auch bei anderen Supermärkten hier, findet sich eine Abteilung mit loser Ware. Das habe ich so noch in keinem Land gesehen. Oben im Artikelbild sieht man die Boxen mit Getreidekörnern, Mehlen, getrockneten Früchten, Nüssen, Samen. Manchmal gibt es auch lose Tees, Kräuter und Gewürze zum Selbstabwiegen, was sehr praktisch ist, wenn man wie wir das alles irgendwann auch aufessen muss. Den Boxeninhalt schaufelt man sich aus den Containern in kleine Tüten und bezahlt nach Gewicht. Auf diese Art und Weise kommen wir günstig zu unserem Roggenmehl, zu Haferflocken, gemahlenen Mandeln und Pekannüssen. Außerdem gibt es in manchen Märkten Mühlen für Erdnussbutter und Mandelbutter, die man sich selbst frisch quetschen und abfüllen kann.

WholeFoods bietet nur „natürliche“ Produkte an und definiert das nach eigenen Kriterien: ohne künstliche Aromen, frei von Farbstoffen, Süßungsmitteln und Konservierungsmitteln. Damit ist das Angebot deutlich abseits von typisch amerikanischen Produkten und relativ hochpreisig. Ich habe Bewertungen gelesen, in denen WholeFoods auch als „whole paycheck“ also „volles Gehalt“ verspottet wird. Das kann man gut dort ausgeben, denn die Preise liegen deutlich über denen in Deutschland. Aber das wundert niemanden, oder? (Nicht weil es in Amerika zu teuer, sondern eher weil es in Deutschland zu billig ist.) Wir geben pro Woche etwa 80 Dollar aus und kaufen vor allem Pasta, Käse und Wurst, Mehl und andere Backzutaten, Saft, Milch, manchmal Limo, Obst, Eis und Snacks. Gemüse kaufen wir kaum, da wir dies in unserer Gemüsekiste bekommen. Darüber dann nächste Woche mehr.

Zitronenkuchen

Als nachträglichen Geburtstagskuchen hatte sich M einen Zitronenkuchen gewünscht. Und da mein Rezept zu Hause im Ordner schlummert und ich die Mitbewohnerin nicht aufscheuchen wollte, habe ich abermals auf meine virtuelle Bibliothek der Kochblogs zurückgegriffen.  Ich wollte den Kuchen gerne mit Zitronenzesten dekorieren. Diese sind mir beim letzten Versuch jedoch binnen weniger Stunden ziemlich unansehnlich zusammengetrocknet. Claudias Idee, die Zesten in Zuckersirup zu kochen und erst dann über den Kuchen zu geben, hat mich überzeugt. Selbst ohne Kühlung halten die Zesten so prima über 2-3 Tage ihre Farbe und Feuchtigkeit. Deswegen habe ich ihr Rezept mit einigen Abwandlungen übernommen.

Mein Kuchen benötigt mindestens zwei, besser drei oder vier Zitronen, da M einen Kuchen wollte, der mit Zitronensaft getränkt ist und an einigen Stellen schön matschig ist. Obwohl ich das schon mehrfach probiert habe, ist es mir auch diesmal nicht gelungen, den Saft wirklich in den Kuchen zu bekommen. Mehr als die obere Schicht kriege ich irgendwie nie durchfeuchtet. Für mich wars nicht schade drum und er hat ihn trotzdem gegessen.

Und immer, wenn ich Zitronen oder auch Orangen abreiben muss, bearbeite ich diese zuvor mit heißem Wasser und Spüli egal ob bio oder konventionell, behandelt oder unbehandelt. Dabei muss ich jedes Mal an meine Freundin P denken, die mir das vor Jahren mal beim gemeinsamen Weihnachtsplätzchenbacken gezeigt hat. Ihre bestechende Argumentation: „Deine Teller wäschst du ja auch damit und isst hinterher davon.“

(@P: Sollen wir dieses Jahr ein virtuelles gemeinsames Backen machen? Du zu Hause und ich hier? Sag mal Bescheid!)

Zutaten:
für eine Springform (26cm)  oder eine Kastenform

Für die glasierten Zesten:
Schale einer Zitrone
50 ml Wasser
50 g Zucker

Für den Teig:
150 ml Öl
220 g Zucker
4 Eier
Saft von 1.5 Zitronen
abgeriebene Schale von 1 Zitrone
1 TL Backpulver (1/2 TL Baking Soda, 1 TL Cream of Tartar)
1/2 TL Salz
50 g gemahlene Mandeln
300 g Mehl

Für die Glasur:
Saft einer Zitrone
100-150 g Puderzucker

1. Für die Glasur und die abgeriebene Schale im Teig, die Zitronen zunächst mit Spüli und Wasser gut waschen, eine Zitrone mit dem Sparschäler schälen und die Schalenstücke dann in dünne Streifen schneiden. Die zweite Zitrone mit der Reibe bearbeiten und die abgeriebene Schale für den Teig zur Seite stellen.

2. Zitronenstreifen mit Wasser und Zucker kurz aufkochen lassen, leicht auskühlen lassen.

3. Dann beide Zitronen halbieren. Wenn nur zwei Zitronen da sind, dann eine für den Teig und eine für die Glasur auspressen. Wenn mehr da sind, eineinhalb bis zwei für den Teig und nochmal so viele für die Glasur auspressen.

4. Backofen auf 180°C (360°C) vorheizen.

5. Backpapier in den Boden einer Springform einspannen und Ränder ölen. Hätte ich eine Kastenform gehabt, hätte ich diese genommen und gefettet.

6. Zuerst in einer Schüssel die trockenen Zutaten abwiegen und mischen: Mehl, gemahlene Mandeln, Salz und Backpulver.

7. Nun in einer größeren Schüssel die feuchten Zutaten mischen. Dafür Eier und Zucker schaumig schlagen, dann das Öl hinzufügen. Zitronensaft und geriebene Schale zufügen.

8. Trockene zu den feuchten Zutaten geben und nur so lange rühren, bis die Zutaten sich gut zu einem Teig vermischt haben.

9. In die Backform füllen und ca. 45 Minuten backen. Bei mir in der Springform hat der Kuchen fast eine Stunde gebraucht. Mit einem Holzstäbchen einstechen und testen, ob kein Teig kleben bleibt. Dann ist er fertig.

10. Kuchen in der Form kurz auskühlen lassen, dann mit einer Gabel einstechen und tränken. Ich habe dazu die Zesten aus dem Sirup gefischt, den mit dem Saft einer halben Zitrone gestreckt und diese Mischung über den Teig gegeben.

11. Anschließend Glasur zusammenrühren über den Kuchen geben und mit den glasierten Zesten verzieren. Die Gramm-Angaben oben sind für eine dicke weiße Glasur, ich habe weniger Puderzucker verwendet, weil ich die Glasur ein bisschen dünner wollte.

12. Fertig auskühlen lassen und aufessen.

Haferbrot

Dieses Brot ist ein dunkles Vollkornbrot, das aus einem Fehler beim Lesen des Rezepts entstanden ist. Da es uns gut geschmeckt hat und das Rezept offensichtlich trotz des Fehlers funktioniert, möchte ich es gerne festhalten. Für die Fotos blieb nur das letzte Eckchen, ich hatte das Brot in der Springform gebacken und anschließend geviertelt.

Eigentlich wollte ich das 70-Prozent-Roggenbrot mit Weizenvollkornmehl aus dem Buch von Jeffrey Hamelman backen. Das Rezept steht auf den Seiten 237 bis 238. Doch mittendrin habe ich einfach auf der falschen Buchseite weitergemacht. Anstatt auf 238 umzublättern habe ich auf der gegenüberliegenden Buchseite 236 weitergelesen, und mich damit an die Anleitung für das 80-Prozent-Roggenbrot gehalten. Blöder Fehler. Mitbekommen habe ich das allerdings erst, als das Brot fertig gebacken war. Mein Brot ist jetzt also eine Mischung aus beiden Rezepten. Und da 235-236-Brot ein komischer Name war und ich, statt des im Rezept angegebenen Roggenschrots, geschnittene Haferkörner (steel-cut oats) und zur Deko Haferflocken verwendet habe, nenne ich es einfach Haferbrot.

Da ich mittlerweile quasi „unter der Backofendecke backe“, so dass gerade noch genug Platz zum Aufgehen bleibt, diesmal ohne verkohlten Boden.

Zutaten:
für ein großes Brot (gebacken in einer 26 cm Springform)

Vorteig:
318g Roggenmehl (11.2 oz)
255g Wasser (9.0 oz)
17g gereifter Roggensauerteig-Ansatz (0.6 oz, 2 EL)

Quellstück:
318g Roggenschrot (11.2 oz)
318g kochendes Wasser (11.2 oz)
5.7g Salz (0.2 oz, 1 TL)

Hauptteig:
227g Roggenmehl (8 oz)
181g Weizenmehl mit hohem Glutengehalt (6.4 oz)
264g Wasser (9.3 oz)
5g Trockenhefe (0.16 oz, 1.5 TL)
Quellstück
Vorteig
Haferflocken für die Form und zum Bestreuen

Zubereitung:
1. Für den Vorteig alle Zutaten in einer Schüssel miteinander verrühren, abdecken und bei Zimmertemperatur (21°C) 14-16 Stunden gehen lassen.

2. Gleichzeitig das Quellstück ansetzen. Dazu das kochende Wasser über das Roggenschrot und das Salz gießen, gut durchmischen und noch heiß mit Klarsichtfolie oder einem Deckel abdecken, um Wasserverlust zu verhindern. Bei Zimmertemperatur so lange stehen lassen wie den Vorteig.

3. Hauptteigzutaten, Vorteig und Quellstück in der Küchenmaschine oder mit Hand zu einem weichen Teig zusammenkneten. In der Küchenmaschine dauert das ungefähr 3 Minuten, mit Hand 5-8 Minuten. Der Teig wird relativ weich und klebrig sein, da sich aufgrund des geringen Anteils an Weizenmehl kaum ein Glutengerüst ausbildet.

4. Den Teig 30 Minuten gehen lassen. In der Zwischenzeit den Boden einer Springform mit Backpapier auslegen, Springform-Rand einsetzen, den Rand mit einem neutralen Öl (z.B. Distelöl) leicht ölen und den Backpapierboden mit Haferflocken bestreuen.

5. Den Teig aus der Schüssel nehmen, grob formen und in die Springform geben. Oberseite mit Haferflocken bestreuen und diese mit beiden Händen leicht andrücken.

6. Teig in der Form 60 Minuten gehen lassen.

7. Backofen auf 280°C (530°F) vorheizen und Brot mittig (im Gasbackofen soweit oben wie möglich) einschieben und bedampfen. Temperatur nach 15 Minuten auf 230°C (450°F) reduzieren und das Brot 50-60 Minuten backen.

8. Brot etwa 24 Stunden lang auskühlen lassen und erst dann anschneiden. In zwei oder vier Teile geschnitten lässt es sich gut einfrieren.

Quelle: 80 Percent Sourdough Rye with a Rye-Flour Soaker und 70 Percent Rye with a Rye Soaker and Whole-Wheat Flour, Jeffrey Hamelman, Bread, 2nd edition, pp. 235-236 and 237-238.

Möhrenkuchen

Viele Namen und Varianten für einen sehr leckeren Rührkuchen. Meine Variante hier ist die simple, ohne Frosting oder Zuckerguss. Einfach nur Rührkuchen mit ein paar orangenen Sprenkeln  und Pekannüssen darin. Ich habe ihn mangels einer Kastenform in der Springform gebacken. Er wird hoch genug, als dass man den Kuchen teilen und auch dazwischen mit einer Crème bestreichen könnte. Dann sähe er so aus wie im Original von Paul. Ich habe allerdings seine Zuckermenge ordentlich reduziert und einen Teil des Mehls mit gemahlenen Mandeln ersetzt. Ist trotzdem süß genug.

Außerdem habe ich rausgefunden, wie man Weinstein-Backpulver aus seinen Einzelzutaten zusammenbaut. Weinstein-Backpulver wollte ich vor allem deswegen haben, weil man dann keinen „pelzigen“ Geschmack auf der Zunge bekommt, sobald man das zweite Stück Kuchen isst. Der entsteht durch das in normalem Backpulver enthaltene Phosphat.

In den USA gibt es kein fertiges Weinstein-Backpulver, jedoch bekommt man die Einzelzutaten. Dazu muss man einfach Weinstein (Cream of Tartar) und Natron (Baking Soda) im Verhältnis 2:1 mischen. Für das Rezept habe ich also 1 TL Baking Soda mit 2 TL Weinstein gemischt. Das entspricht dann zwar nicht dem Orginalverhältnis aus Natron und Backpulver, wegen der gemahlenen Mandeln habe ich jedoch auf zusätzliches Natron verzichtet. Baking Soda  gibt es in jedem Supermarkt, Cream of Tartar findet man eher in Bio-Märkten, die einen größeren Bereich mit loser Trockenware (bulk section) haben.

Zutaten:

125 g Pekannüsse
300 g Karotten, geschält und geraspelt (etwa 5-6 Stück)
280 g Mehl
50 g gemahlene Mandeln
1 TL Natron (bei mir Baking Soda)
2 TL Weinstein-Backpulver (bei mir Cream of Tartar)
1/2 TL Zimt
4 große Eier
1/2 TL Salz
280 g Zucker
220 ml neutrales Öl (oder 220g weiche Butter)

Zubereitung:

1. Karotten schälen und fein reiben. Pekannüsse hacken oder anderweitig zerbrechen, z.B. in eine Plastiktüte geben und mit einer Pfanne darauf schlagen. Wer Zeit hat, kann die Pekannüsse noch kurz in einer Pfanne ohne Öl anrösten.
2.  Mehl, Natron, Backpulver, Zimt, Salz abmessen und vermischen.
3. Eier mit Zucker aufschlagen bis sich der Zucker halbwegs aufgelöst hat, dann Öl dazugeben und unterrühren. Wenn Butter verwendet wird, andersherum anfangen. Also erst Butter und Zucker aufschlagen bis sich der Zucker zumindest zum Teil auflöst und dann die Eier hinzuschlagen.
4. Mehlmischung zur Eier-Öl-Masse geben und nur solange unterrühren, bis der Teig homogen ist. Nicht zu lange rühren, je mehr Gluten sich bildet umso fester wird der Teig später. Möhrenraspel und Pekannüsse dazugeben und unterheben.
5. In eine gefettete Kasten- oder Springform füllen und bei 180°C etwa 40 Minuten backen.