Und es geht weiter

Wir sind am Flughafen in Frankfurt, kurz vor dem Boarding. Es geht wieder in die USA, Boston, Worcester und Cape Cod stehen auf dem Plan. Begleitet uns doch ein bisschen über die nächsten Tage.

Wir wollen gerne:

Jetzt erst mal fliegen. Bis später.

Edit 08.05.2015: Check, check, check und check.

Ostern 2015

Ostern 2015 zwischen Heimat und Berlin verbracht: Windbeutel und Butterkuchen gebacken, Kaffeetrinken mit Oma, Essengehen, Eiersuchen, Theater-Karten-Umsonst-Anstellen, sehr liebe Menschen wiedersehen, mit dem Fahrrad durch Berlin fahren, im Prater Mittagessen, in der Tadschikischen Teestube Teetrinken, weiter mit dem Rad durch Berlin fahren, im Literaturhaus frühstücken, im Charlottenburger Schlossgarten spazieren gehen, Räder zurückgeben, bei Hans im Glück Burger essen, zu wenige Fotos machen, trotzdem bloggen.

Winterpesto – Ruccola und Cashewnüsse

Das perfekte Rezept, wenn noch Ruccola im Kühlschrank ist. Als mir das einfiel, fing er bereits langsam an, gelb zu werden. Als Salat mochte ich ihn so nicht mehr essen. Also Pesto aus ihm gemacht. Die Mengenangaben sind ungefähre Angaben, die Konsistenz lässt sich durch weitere Ölzugabe durchaus flüssiger gestalten.

Ich verzichte auf Knoblauch, weil mir die Senföle als Geschmacksträger im Ruccola reichen. Außerdem ist kein Parmesan drin, das macht das Pesto – gut bedeckt mit Öl – länger haltbar. Prima zu Spaghetti, aber auch als Brotaufstrich, z.B. unter Avocadoscheiben. Pestos mache ich immer mit dem Schneideaufsatz des Braun-Multiquick und gebe zum Mixen ein geschmacksneutrales Öl hinzu. Olivenöl kann durch das schnelle Mixen bitter werden. Wer gerne Olivenöl mag, kann das nach dem Kleinhacken noch mit der Hand unterrühren.

Das Pesto reicht für mindestens 4 Portionen Nudeln. Es hält sich im Kühlschrank problemlos 4-6 Tage.

Zutaten:

2 handvoll Ruccola (etwa 1 Supermarktpackung, 125g)
1 handvoll Cashews (etwa 100g)
8 EL Distelöl (oder anderes mildes Öl)
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

  1. Ruccola waschen und gut trocken schleudern.
  2. Abwechselnd Ruccola und Cashews in den Mixer geben. Ruccola ggf. ein bisschen reindrücken oder -stopfen, bis alles reinpasst.
  3. Etwa einen Teelöffel Salz und Pfeffer aus etwa 3-4 Drehbewegungen hinzugeben.
  4. Mixen bis alles klein und homogen vermengt ist, ggf. von oben nachschieben oder die Pulse-Funktion nutzen bzw. den Mixer immer wieder kurzzeitig ein- und ausschalten, bis alles nachgerutscht ist.
  5. Optional: Geschmack durch die Zugabe von Olivenöl verfeinern. Mit der Hand unterrühren bzw. nur noch sehr kurz untermixen.
  6. In ein Glas abfüllen und mit Öl bedecken. Kühlen.

Langlauf im Schwarzwald (#1)

Südschwarzwald, Äulemer Kreuz Spur/ Menzenschwander Spur

Startpunkt für die Tour ist Altglashütten, da sich dort unsere Unterkunft befand. Die Loipe verläuft etwas oberhalb des Ortes und man muss rund eine Stunde Fußmarsch einplanen, bis man die Ski anschnallen kann. Allerdings ist Altglashütten gut mit dem Zug zu erreichen, so dass man sich nicht mit den Busverbindungen zum Äulemer Kreuz, dem offiziellen Ausgangspunkt für die Loipe, auseinander setzten muss.

Leider gibt es in Altglashütten keine gesonderte Ausschilderung des Loipenzubringers zum Fernskiwanderweg Hinterzarten-Schluchsee, der ein Stück Weg mit der Äulemer Kreuz Spur gemeinsam verläuft. In der DSV-Karte ist der Loipenzubringer jedoch grün eingezeichnet und auch ausgehend von der Loipe ist die „Abfahrt“ Altglashütten ausgeschildert.

Ausgehend vom Ortskern muss man sich an die Wanderbeschilderung in Richtung Äule und Feldberg halten. Aus dem Ort herausgehend, passieren wir zunächst den Schwarzenbachlift mit seinen drei Pisten und der Rodelbahn inklusive Förderband. Dann geht es steil den Berg hinauf, an der ersten Wegkreuzung geradeaus weiter in Richtung Äule, an der zweiten nach rechts (immernoch in Richtung Äule). Am folgenden Abzweig lassen wir den Weg nach Äule links liegen und gehen weiter der Steigung nach in Richtung Feldberg. Kurz bevor wir auf die Loipenspur treffen, geben die Bäume den Blick auf den Schluchsee frei.

Ich erreiche die Loipe nach einer knappen Stunde Fußmarsch in einer scharfen S-Kurve. Gut aufgewärmt tausche ich Wanderschuhe gegen Skistiefel und los geht’s. Die Laufrichtung ist in der Karte angegeben, es geht weiter leicht bergan. Der Rundkurs ist insgesamt 8.3 Kilometer lang und in etwa 90 Minuten gelaufen. Die Loipe ist klassisch mit einer Doppelspur gespurt, in der Mitte befindet sich der Winterwanderweg, auf dem ab und an ein Wanderer läuft. Insgesamt ist an diesem Samstag aber eher wenig los und ich kann gemütlich durch den Wald rutschen.

Am langsam verdichten sich die Wolken, der Schneefall wird stärker und es geht zurück nach Altglashütten. Da ich die Läufchen an den Füßen behalten habe, entscheide ich mich gegen den steilen Berg und wähle den längeren Weg nach Altglashütten, der den Skilift und den Skihang oben kurz am Schwarzenberg-Lift, kurz unterhalb der Ausstiegsstelle, kreuzt. Über die Waldstraße komme ich zurück in den Ort.

 

Toureninfos:

Die Tour bestehend aus Fußmarsch zur Loipe, Langlaufstrecke von 8.3 km sowie Abfahrt nach Altglashütten ist gut in einem halben Tag zu schaffen. Einkehrmöglichkeiten unterwegs habe ich keine gesehen.

Loipenkarte: DSV-Karte

Loipenzustand: Menzenschwander Spur im Loipenportal Hochschwarzwald

Weihnachtsstollen 2014

Noch ist es nicht zu spät, das diesjährige Stollenrezept festzuhalten. Die Weihnachtsferien gehen heute zu Ende und es war zumindest noch ein kleines Stück Reststollen zum Fotografieren übrig.

Ergebnis der langen Warterei mit der Rezeptdokumentation hier: Auch fünf Wochen nach dem Backtag schmeckt der Stollen noch prima und ist nur wenig trocken geworden. Seine beste Zeit hatte er in der dritten Woche nach Backtermin. Der erste Advent war also nicht zu spät gewählt.

Das Rezept stammt aus dem Plötzblog, meinem Standardnachschlagewerk für alles Brot und brotähnliche Gebäck. Abwandlungen habe ich beim Mehl (Typ 550 anstelle von Weizenmehl Tipo 0) bei der Früchtemenge vorgenommen (Rosinen: 500g anstelle von 450g, Orangeat und Zitronat je 100g). Die Rummenge habe ich entsprechend erhöht und auch anstelle des Weißweins verwendet.

Da ich nicht alle Gewürzen einzeln kaufen und die Reste dann ungenutzt rumstehen haben wollte, habe ich mich für eine Gewürzmischung entschieden. Das Lebkuchengewürz von Ostmann kam in der Zusammensetzung am nähesten an die Vorgaben aus Lutz‘ Rezept heran. Hat sich bewährt und wird im kommenden Jahr wieder so gemacht.

Um wirklich sicherzugehen, dass beide Stollen durchgebacken sind, habe ich die Kerntemperatur gemessen. Sie sollte zwischen 94°C und 97°C liegen, damit der Teig wirklich durchgebacken und damit auch gut haltbar ist.

Zutaten:

Mehlkochstück

  • 40 g Weizenmehl Typ 550
  • 200 g Milch (3,5% Fett)
  • 11 g Salz

Vorteig (Hefestück)

  • 220 g Weizenmehl Typ 550
  • 135 g Milch (3,5% Fett)
  • 33 g Frischhefe

Früchtemischung

  • 500g Sultaninen
  • 100g Orangeat
  • 100g Zitronat
  • 200 g Rum (Kuba, 7 Jahre alt, 38% Alkohol)

Butter-Mandel-Gewürz-Mischung

  • 330 g Süßrahmbutter (kalt)
  • 200 g Mandeln (gerieben)
  • 50ml Milch
  • 5 g Bittermandeln (ganz)
  • 1,5 TL Lebkuchengewürz (Ostmann)
  • 70 g Zucker (fein)
  • 50 g Honig (klar)

Hauptteig

  • Vorteig
  • Mehlkochstück
  • Früchtemischung
  • Butter-Mandel-Gewürz-Mischung
  • 400 g Weizenmehl Typ 550
  • 50g Milch

Nach dem Backen

  • 200 g Süßrahmbutter
  • 100 g Feinzucker
  • ca. 200 g Puderzucker

Am Vorabend:

Orangeat und Zitronat in der Moulinette fein hacken. Zusammen mit den Rosinen in einen Schüssel geben, mit Rum übergießen (so dass sie fast bedeckt sindund 12 Stunden bei Zimmertemperatur quellen lassen. Die Früchte ab und zu durchmischen. Nach dem Quellen über ein Sieb von der übrigen Flüssigkeit trennen, wenn noch Flüssigkeit übrig ist. Die Früchte sollten vor dem Einkneten in den Teig ca. 25°C warm sein.

Die geriebene Mandeln mit 50 g heißer Milch (ca. 60°C) übergiessen und 30 Minuten lang quellen lassen. Butter (kalt), Mandeln, Zucker, Honig und Gewürze kurz miteinander verkneten (am besten in der Maschine, um nicht zuviel Handwärme einzutragen). 12  Stunden im Kühlschrank lagern.

Das Mehl für das Mehlkochstück mit der Milch und dem Salz verrühren und unter Rühren aufkochen. Solange weiterrühren bis sich eine dicke breiartige Masse gebildet hat (ca. 1-2 Minuten). Abgedeckt abkühlen und 12 Stunden ausquellen lassen.

Am Backtag:

Die Butter-Gewürz-Mischung aus dem Kühlschrank nehmen und zur Seite stellen.

Die Zutaten für das Hefestück 2 Minuten auf niedrigster Stufe und weitere 5 Minuten auf zweiter Stufe verkneten, um das Klebergerüst ausreichend gut zu entwickeln. Ca. 45-60 Minuten bei 24-26°C auf das dreifache Volumen gehen lassen.

Die Butter-Gewürz-Mischung nochmals kurz durchkneten. Die Butter sollte plastisch verformbar, kühl, aber nicht mehr kühlschrankkalt sein.

Den Vorteig, das Mehlkochstück, die Milch und das Mehl gemeinsam mit der Butter-Mischung 3 Minuten auf niedrigster und 10 Minuten auf zweiter Stufe verkneten bis ein weicher, nicht klebender und sich vom Schüsselrand lösender Teig entstanden ist (Teigtemperatur 24-26°C).

20 Minuten Teigruhe bei 24°C.

Anschließend schonend die abgetropfte Früchtemischung einarbeiten (niedrigste Stufe oder von Hand).

Den Teig in 2 Teile zu je gut 1 kg teilen. Jedes etwa 2cm dick ausrollen und die langen Seiten zur Mitte hin übereinanderschlagen. Da der Stollen beim Backen auseinander geht, den Teig lieber zu sehr schmalen Stollen schlagen.

30 Minuten Gare bei 24°C.

Bei 220°C sofort fallend auf 180°C 55 Minuten bei Ober- und Unterhitze mit etwas Dampf backen.

Wenn möglich, Kerntemperatur mit einem Bratenthermometer messen: 94-97°C und die Stollen sind durchgebacken. Falls diese Temperaturen noch nicht erreicht sind, weiterbacken.

Nach dem Backen die Stollen ca. 45 Minuten auskühlen lassen (Kerntemperatur 50°C) und anschließend kräftig mit 50°C heißer Butter einstreichen (oder besser: in Butter tauchen). 12 Stunden bei 12-16°C unbedeckt reifen lassen.

Am Abend des Backtages:

Stollen erneut mit Butter abstreichen (oder tauchen), mit Feinzucker bestreuen und wieder 12 Stunden unbedeckt bei 12-16°C reifen lassen. Der Zucker bildet dann mit der Butter eine feste Schicht, die den Stollen konserviert.

Am Tag danach:

Nun noch kräftig mit Puderzucker bestreuen. Die Stollen in Backpapier und danach in Alufolie verpacken und an einem kühlen Ort (12-16°C) für mindestens 3-4 Tage, idealerweise 2-3 Wochen reifen lassen.

Wochenrückblick (#21)

Wir sind wieder gut zu Hause gelandet. Gesund und mit vielen Erinnerungen im Gepäck. Ob es meine zwei kleinen Sauerteige überstanden haben, zeigt sich in den nächsten Tagen. Ein paar Blogposts liegen noch halbfertig hier rum, da kommt also vielleicht noch was. Ansonsten werden wir jetzt erstmal ankommen und uns dann überlegen, ob und wie wir das Blog weiterführen.

|Gesehen| Spike Lee: Malcom X, Downton Abbey (die ersten vier Folgen der vierten Staffel)
|Gelesen| Kevin Starr: California – A History, Alexis Ohanian: Without Their Permission
|Gehört| das letzte Mal das Knirschen und Knacken des Hauses, wenn draussen ordentlich Wind geht.
|Getan| bei Chez Panisse in Berkeley Essen gewesen, Abschiedsessen bei den Vermietern, ein letztes Mal aufs Meer geschaut, die Wohnung wieder in ihren Bezugszugstand zurückversetzt, die Katze nochmal über Nacht zu Besuch gehabt, sehr lange geflogen, unstet geschlafen
|Gegessen| fast alle Reste aus dem Kühlschrank und den Küchenschränken: das letzte Brot mit Marmelade und Mandelbutter, Pasta mit Tomatensauce (zweimal), Blumenkohlcurry, Kuchen, Oatmeal. Das erste Essen zu Hause war Pizza.
|Getrunken| Orangina, nochmal Anchor Steam Beer
|Gedacht| Wir haben wirklich viel gemacht, von dem was wir uns vorgenommen hatten. Und doch haben wir einige Orte, die wir uns für ein nächstes Mal aufheben müssen: das SF Moma (weil es wegen Umbau geschlossen ist),  die Academy of Science und das Contemporary Jewish Museum, Napa-Valley, Yosemite Nationalpark, Seattle, Kauai.
|Gefreut| über viele liebe E-Mails und Anrufe zum Geburtstag.
|Gelacht| über K., die Tochter von unseren Vermietern, die ein kleiner Wirbelwind sein kann und immer durch die Wohnung turnt.
|Geärgert| über mich selbst (mehrfach, wegen Verbohrtheit, Dummheit, Schusseligkeit).
|Gekauft| Mitbringsel für liebe Menschen zu Hause.
|Gewünscht| dass Seattle heute Nacht beim NFL Superbowl gewinnt.
|Geklickt| fast gar nix, zu beschäftigt mit Packen und Abschied nehmen.

Skifahren und Rumfahren am Lake Tahoe (Teil 2)

Lake Tahoe, Carson City, Virginia City, Patagonia Outlet, Reno

Den dritten Tag unseres Ausflugs nach Lake Tahoe nutzten wir dann für eine Erkundungstour der Gegend und unsere erste Fahrt aus Kalifornien heraus: nach Nevada. Doch zunächst ein Zwischenstopp am See, der der Region ihren Namen gibt. Der Tahoe-See ist unglaublich klar und türkisblau. Dank des trockenen und sonnigen Wetters hatten wir eine prima Sicht und konnten auf den großen Findlingen am Ufer umherklettern.

Direkt am See liegt die Landesgrenze zu Nevada. Unser erster Stopp war Carson City, Landeshauptstadt von Nevada. Bei der Besichtigung des Capitols kamen wir mit einem Abgeordneten der Republikaner, Pat Hickey, ins Gespräch, der uns nicht nur von den zwei Hauptwirtschaftszweigen in Nevada berichtet – Bergbau und Glücksspiel – sondern gleich noch einen Tipp fürs Mittagessen weitergibt: sein Schwiegersohn sei Braumeister in der Brasserie Saint James in Reno, er hätte eine Zeit seiner Ausbildung in München verbracht. Das Bier sowie das Essen dort könne er jedenfalls sehr empfehlen. Ein kurzer Check über Yelp ergibt, dass der Tipp gut ist und wir entscheiden uns nach Reno zum Mittagessen weiterzufahren.

Einen kurzen Stopp legen wir vorher noch ein, in Virginia City, einer kleinen Westernstadt, die aus der Zeit gefallen scheint. An die bohlenbedeckten Fußwege schmiegen sich windschiefe Häuschen, die Saloons, Geschäfte und die Post beherbergen. Es sind mehr Geschäfte  als Menschen auf der Straße, was vielleicht am Angebot liegt. Ähnlich wie am Fisherman’s Wharf in San Francisco lassen sich hier vor allem touristischer Nippes, Trödel und bedruckte T-Shirts erwerben. Nach einem kurzen Spaziergang einmal die Hauptstraße hinauf und herunter, fahren wir weiter.

Nach dem Mittagessen schieben wir dann einen kurzen Einkauf beim Patagonia-Outlet in Reno ein. Der Besuch lohnt sich, weil die Preise deutlich unter denen im Laden liegen und es für ein Outlet eine unglaubliche Auswahl, Übersichtlichkeit und extrem gutes Verkaufspersonal bietet.

Die Dunkelheit bricht herein und wir machen uns in die Innenstadt von Reno auf, um die Casinos noch in voller Beleuchtung zu sehen. Was für ein Spektakel: tausende Glühlampen, Leuchtstreifen und jede Menge angestrahlter Fassaden vermitteln einen Eindruck davon, wie es erst in Las Vegas – Nevadas Spiele Hauptstadt Nr. 1  – aussehen muss.

Skifahren und Rumfahren am Lake Tahoe (Teil 1)

Squaw Valley und Alpine Meadows

Die letzte Reise vor unserem Rückflug nach Deutschland ging zum Skifahren in die Sierra Nevada. Gemeinsam mit meinen Eltern hatten wir uns aus der Vielzahl möglicher Skiorte Squaw Valley ausgesucht, da es 1960 Austragungsort der Olympischen Winterspiele war.

Auf dem Weg ins etwa 4 Stunden entfernte Squaw Valley begeben wir uns auf die Spuren der Goldsucher, die im Zuge des Goldrauschs von 1849 von San Francisco aus in Richtung Nordosten aufgebrochen waren. Wir halten an der Stelle, an der James W. Marshall am 24. Januar 1848 die ersten Goldstücke entdeckte – beim Bau einer Sägemühle für Johann August Sutter am American River, heute am Highway 49 zwischen Sacramento und der Sierra Nevada gelegen.

Einen Nachbau der Sägemühle kann man heute noch anschauen und auch nach Gold kann man schürfen. Gegen eine geringe Gebühr, lässt sich das benötigte Werkzeug vor Ort ausleihen. Ich bin einfach so ein bisschen durch den eiskalten Fluss gewatet, aber außer ein paar bronze-farbenen Steinchen konnte ich kein Gold im Fluss entdecken.

Weiter geht es nach Auburn, wo wir im Auburn Ale House als spätes Mittagessen unseren ersten Burger der Reise essen. Danach nehmen wir die Berge in Angriff. Aufgrund der Trockenheit sind die Straßen frei und wir können die vielen Schilder, die dazu auffordern Schneeketten anzulegen, getrost ignorieren.

Squaw Valley selbst liegt auf knapp 2.000m Höhe, die Berge rundherum reichen nochmal 1.000m höher. Es liegt jedoch so wenig Schnee, so dass wir vom Skigebiet selbst nur gefühlte 10 Prozent nutzen konnten. In Squaw Valley waren sechs Pisten offen, in Alpine Meadows waren es ein paar mehr. Nachts wird es kalt genug zum Beschneien, aber der erträumte Tiefschnee abseits der geplätteten Pisten blieb aus. Dafür wurden wir mit schönem, nicht zu kaltem Wetter und sehr wenig Andrang entschädigt, so dass wir zwei Tage lang gut Skifahren und immer wieder den Ausblick auf Lake Tahoe genießen konnten.

Übernachtet haben wir in der Squaw Valley Lodge, die mitten im Ort gelegen ist. Man muss wirklich nur aus der Tür fallen, und schon steht man im Skiverleih oder am Lift. Das Apartment war super sauber und prima ausgestattet, auch in der Küche fehlte es an nichts. Selbst Kaffee und Spülmittel wurden vom Resort gestellt. Über die zusätzlich mitgebrachte Decke waren wir dennoch froh, so hatten wir es auch auf dem Schlafsofa schön warm. Wahrscheinlich hätte das Hotel aber problemlos eine weitere Decke gebracht. Das Housekeeping machte nicht nur jeden Tag die Betten, sondern räumte sogar die Spülmaschine aus. Sehr praktisch.

Die Lodge selbst hat kein Restaurant, morgens wird jedoch Kaffee und Tee angeboten. Entweder man nutzt also eines der verschiedenen Restaurant des Resorts oder fährt in eines der nahe gelegenen Örtchen oder deckt sich – wie wir im Safeway in Truckee – mit Lebensmitteln ein und kocht selbst.

SF to LA – Tag 5

Long Beach – San Francisco

Bevor es hier mit unseren Erlebnissen am Lake Tahoe weiter geht, noch kurz ein paar Fotos vom letzten Tag unserer Reise nach LA. Zwei Dinge standen auf dem Programm: im Pazifik baden (gestern konnte ich mich ja nicht überwinden) und möglichst vor Mitternacht die lange Rückfahrt nach San Francisco geschafft haben.

Den Tag begannen wir aber erstmal wieder mit sehr gutem Frühstück. Nach Oatmeal und Breakfast Burrito gestern gab es heute zweimal Omelett, dazu Tee, Wasser und Toast. Das Frühstück war im Zimmerpreis zwar nicht inklusive, aber die Preise sind sehr in Ordnung für das, was man bekommt. Insgesamt können wir das Hyatt in Long Beach sehr empfehlen, wir hatten über Expedia gebucht und haben deutlich unter 100 Euro pro Nacht für die Viersterneübernachtung gezahlt.

Kurz vorm Frühstück huschen wir noch schnell aufs Hoteldach und machen das Foto, mit dem wir euch rechtzeitig vor dem Jahreswechsel in Deutschland einen guten Rutsch wünschen. Während wir frühstücken, lädt das Telefon das Bild hoch.

Auschecken und los geht’s. Auf dem Weg nach Norden durchfahren wir die Häfen von Long Beach und LA. Sie sind unglaublich groß. Hochgestapelt und trotzdem hunderte Meter weit stehen die Containerreihen. Auf langen Brücken geht es über den Umschlagplatz hinweg.

Venice Beach und der direkt daneben liegende Muscle Beach empfangen uns mit dem Strandleben, das wir schon gestern genossen haben. Menschen joggen, radeln, spielen Tennis, fahren Skatebord, reiten Wellen und spielen Beachvolleyball. Wir schauen eine Weile den Skateboardern und ihren waghalsigen Aktionen zu, bevor wir den 300 Meter  breiten Sandstrand zum Wasser hinunter gehen. Nicht lange nachgedacht und rein in die Wellen.

Die Brandung ist ähnlich wie am Atlantik, auch bei vergleichsweise wenig Wind gibt es ordentliche Wellen. Dazu kommt die Strömung und auch der eine oder andere Hai wird immer mal gesehen. Kurzum, die Badenixe in mir begnügt sich mit ein paar Minuten Planschen im flachen Wasser und kommt an Land bevor die Lippen blau sind.

Und dann begeben wir uns auf die fünfstündige Rückfahrt. Bei einem kurzen Zwischenstopp in Castaic bekommt der Focus neues Benzin und die Beifahrerin einen Kaffee. Und dann fahren wir durch, immer den schnurgeraden Highway nach Norden. Links und rechts noch ein paar Ölpumpen – das Artikelbild oben zeigt eine von ihnen – und sonst nur sehr viel Weite. Mit dem eingeschalteten Tempomaten und Salman Rushdies „Joseph Anton“ als Hörbuch vergehen die Stunden schnell.

Um kurz nach acht erreichen wir San Francisco. Die Supermärkte haben – wegen der Silvesternacht – bereits geschlossen. Das letzte Essen des Jahres ist daher ein typisches Vorratsschrank-Essen: Spaghetti aglio e olio gepimpt mit zu einem in Würfeln geschnittenen und gebratenen, einsamen kleinen Kürbis aus dem Kühlschrank. Und dann kann 2014 kommen.

SF to LA – Tag 4

Long Beach – Laguna Beach – Long Beach

Unser zweiter Tag in LA und wir beschließen, ihn nicht in der Stadt zu verbringen. Unser Hotel in Long Beach liegt günstig für weitere Erkundungen entlang der Küste nach Süden. Und so brechen wir nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotelrestaurant auf. Das erste Ziel heißt Huntington Beach.

Und hier schauen wir erstmal eine Stunde lang nur auf’s Wasser. Und auf die Ölbohrinseln vor der Küste. Wie auch schon weiter nördlich sind vor allem Surfer und Läufer unterwegs, nur wenige Menschen kommen zum rumliegen, kaum einer badet, trotz der angenehmen 25 Grad Lufttemperatur. Das Wasser ist mit 18 Grad noch angenehm warm. Ich hätte Baden gehen sollen und tat es nicht. Noch wusste ich nicht, dass sich später am Tag keine bessere Gelegenheit und kein LA typischerer Strand finden würde.

Als wir erstmal genug von Sonne und Wellen haben, cruisen wir weiter die Küste hinunter. Wir halten bereits im nächsten Ort, Newport Beach, und machen, was man hier so tun. Wir setzen uns an der Stand. Und fahren weiter. Essen zu Mittag in Laguna Beach. Und setzten uns an den Strand. Die Sonne bewegt sich langsam Richtung Meer, ein paar übermütige Halbwüchsige schlagen sich mit großen Algen, die der Pazifik an den Strand gespült hat.

Kurz vor dem Sonnenuntergang kehren wir um und fahren nach Long Beach zurück. Mit einem kleinen Sushi-Schinken-Käse-Baguette-Oliven-Picknick lassen wir den Tag ausklingen. Sonne, Strand, Meer und Zeit. Keine schlechte Kombination, um den vorletzten Tag des alten Jahres zu verbringen. Morgen ist Silvester und dann ist 2013 schon vorbei.

Hier geht’s weiter zu Tag 5.