Im Restaurant Emma Wolf, Mannheim

Zwischen den Jahren waren wir im neuen Quartier Q6/Q7 in Mannheim im Restaurant „Emma Wolf since 1920“ zum Mittagessen. Küchenchef ist Dennis Maier. Die Idee hinter dem als „Bistronomy“ bezeichneten Konzepts ist es, Gerichte auf dem Niveau eines sehr guten Restaurants im Ambiente eines Bistros zu servieren. Und das gelingt sehr gut. Küche und Service gefallen uns wirklich gut, einzig die Zusammenstellung der Komponenten des Menüs lässt aus unserer Sicht Raum für Verbesserung.

Wir sind die ersten und zunächst einzigen Gäste, als wir kurz nach 12 eintreffen. Das Bistro befindet sich im Untergeschoss des seit Oktober 2016 offenen Einkaufzentrums Q6/Q7 mitten in der Mannheimer Innenstadt. Uns werden die Jacken abgenommen, wir bekommen die Karte gereicht und werden gefragt, ob es schonmal eine Karaffe Wasser sein darf.

Wir entscheiden uns gegen einen Aperitif und nehmen außer dem Wasser jeder nur ein Glas Wein. Ich den weißen Wechselspiel Riesling-Scheurebe 2015 vom Weingut Metzger, M entscheidet sich für den Kalkmergel Spätburgunder 2015 vom Weingut Knipser. Es gibt ein einheitliches Menü für mittags und abends, das man in 3, 4 oder 5 Gängen bestellen kann. Darüber hinaus gibt es je drei à la carte Gerichte in den Bereichen Vorspeise, Zwischengang und Hauptgang, die sich teilweise im Menüvorschlag wiederfinden. Wir kapieren die Aufteilung und Bestellmöglichkeiten nicht sofort (manche Gänge sind als Zwischengang angelegt, war wir erst merken, als wir sie versuchen als Hauptgang im Menü zu bestellen), der freundliche Service hilft uns aber gerne weiter. Schließlich bestelle ich einmal das Menü in drei Gängen, M entscheidet sich für zwei Gerichte à la carte.

Noch bevor der Brotkorb kommt, erreicht uns der Gruß aus der Küche: Sellerie · getrüffelter Maronenschaum · Rotkohlpuder.

Kurz nach dem Gruß aus der Küche kommt auch das Gedeck: Brot mit Café de Paris Butter.

Als nächstes kommt die Vorspeise: Saibling in zwei Texturen und Temperaturen · Schwarzer Rettich · Sauerkrautsaft für mich, gebeiztes Reh · Grünkohl · Schwarze Johannisbeere für M.

 

Inzwischen füllt sich das Bistro und etwa zwei Tische sind mit Mittagsgästen besetzt. Wir bekommen die Hauptgänge. Adlerfisch · Fregola · Spinat · Krustentierschaum für mich sowie Lammrücken · Schwarzwurzel · Gewürzbrot · Birne für M:

M entscheidet sich gegen ein Dessert. Für mich gibt es das Dessert aus dem Menü: Popcorn Schaum · Vanille-Zimt-Eis · Blaubeere:

Fazit: Geschmacklich und handwerklich gut gemachtes Essen. Das Dessert fällt in Optik und Saisonalität ein bisschen aus der Reihe und in diesen beiden Punkten auch hinter den anderen Gängen zurück. Der Brotkorb hätte auch gerne schon vor dem Gruß aus der Küche kommen können. Aber insgesamt ist das sehr leckeres, gut gemachtes Essen, das auch preislich in Ordnung geht. Die Lage im Einkaufszentrum ist ungewöhnlich – auf dem Weg zu den Toiletten bemerkt man erst, in welcher „Parallelwelt“ man gerade sitzt. Wenn man aber drin sitzt, lässt es sich dem Küchenteam sehr entspannt bei der Arbeit zusehen.

Zeitereignisse – Dezember 2016

Was ist Geschichte? Wie entsteht sie? Geschichte bezieht sich auf Vergangenes ist aber auch immer gegenwärtig, denn vergangene Zeitereignisse werden im Jetzt zur Geschichte erklärt. Und umgekehrt: Teile der Geschichte können in Vergessenheit geraten. Geschichte ist auch abhängig von der Perspektive und daher keinesfalls eine objektive Tatsache. Was zur Geschichte erklärt wird, hängt vom Standpunkt des Betrachters ab. Geschichte wird meistens von Geschichtsschreibern, Historikern oder Personen, die mit Macht ausgestattet sind, definiert. Was würde passieren, wenn ich selbst Geschichtsschreibung betreibe? Was ist das Ergebnis, wenn man beginnt, seine eigenen Zeitereignisse zu sammeln? Wird die daraus entstehende Geschichte sich mit der offiziellen Geschichtsschreibung decken? Werden Zeitereignisse, die man im Jetzt aufzeichnet, in der eigenen geschichtlichen Rückschau unwichtig sein? Dies sind die Zeitereignisse für diesen Monat:

Donald Trump nimmt die Glückwünsche des taiwanesischen Präsidenten per Telefon entgegegen. Seit der Präsidentschaft von Ronald Reagan existierte kein direkter, offizieller Kontakt zwischen beiden Ländern.

Alexander van der Bellen gewinnt als unabhängiger allerdings von der Mehrheit der Parteien unterstützter Kandidat die Wahl zum österreichischen Bundespräsidenten gegen Norbert Hofer (FPÖ). Die Wahl musste aufgrund einer Wahlanfechtung der FPÖ wiederholt werden.

Matteo Renzi tritt vom Amt des italienischen Ministerpräsidenten zurück, nachdem eine von ihm lancierte Verfassungsänderung durch einen Bürgerentscheid abgelehnt wurde.

Im Fall der Tötung einer Feiburger Studentin wird ein 17jähriger Asylsuchender als Tatverdächtiger festgenommen. Eine Diskussion über die nichterfolgte Berichterstattung der Tagesschau entbrennt.

Der russische Botschafter in der Türkei wird ermordet.

Bei einem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz kommen zwölf Menschen ums Leben. Der Attentäter wird wenige Tage später auf der Flucht erschossen.

Erstmals seit 1979 verabschiedet der UN-Sicherheitsrat eine Resolution gegen die israelische Siedlungspolitik; die Vereinigten Staaten enthalten sich.

Auf Initiative von Rußland und der Türkei wird eine UN-Resolution über einen Waffenstillstand in Syrien verabschiedet. Dem vorangegangen war die Einnahme Ost-Aleppos durch Regierungstruppen und die anschließende Evakuierug der Bevölkerung.

 

Vademecum für neue Zeiten

Was machen Menschen, denen in diesen neuen Zeiten durch den Begriff der „intellektuellen Elite“ zunehmend ein Außenseitertum zugewiesen wird? Zuerst einmal vergewissern sie sich selbst der aktuellen Situation.  Als Vademecum kann hierfür die im Folgenden wiedergegebene Leseliste aus der Samstagsausgabe der Süddeutschen Zeitung (26./27. November 2016, Nr. 274) dienen:

Platon, Gorgias (um 400 v. Chr.): über die demagogische Kraft der Rhetorik

Mary Shelley, Frankenstein oder der moderne Prometheus (1818):  über die Demonisierung von Außenseitern

Jewgenij Samjatin, Wir (1920): über das Problem des Individuums in einem totalitären Staat

Upton Sinclair, The Brass Check (1920): über den Journalismus als System in den USA zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Marie Jahoda und andere, Die Arbeitslosen von Marienthal (1933): über die sozialen Auswirkungen von Massenarbeitslosigkeit

Sinclair Lewis, It can’t happen here (1935): was die Wahl eines autoritären US-Präsidenten im Jahr 1936 und für einen „Büchermenschen“ bedeutet hätte

Ralph Ellison, Der unsichtbare Mann (1952): über die Identität eines Afroamerikaners, der in Harlem zum Anhänger des Kommunismus wird

Czeslaw Milosz, Verführtes Denken (1953): über die Empfänglichkeit von Intellektuellen für autoritäre Ideologie

Eugène Ionesco, Die Nashörner (1957): über steigende Wut in einer Gesellschaft und ihre Auswirkung auf Kommunikation und Moral im Zusammenleben

Richard Hofstaedter, The Paranoid Style in American Politics (1964): über die Tradition des paranoiden Politikstils

Hannah Arendt, Macht und Gewalt (1970):  über Bedingungen für die Ausübung von Macht und ihr Unterschied zu politischer Gewalt

Margaret Atwood, Der Report der Magd (1985): wie das Leben von Frauen wäre in einem totalitär geführten Amerika christlich-fundamentaler Ausprägung

Umberto Eco, Urfaschismus (1995): über Kernelemente des Faschismus als politisches Modell

Richard Rorty, Stolz auf unser Land (1997): über das Ergebnis von linker Politik, welche die Mittelschicht nicht mehr anspricht

Philip Roth, Verschwörung gegen Amerika (2004): über ein Amerika, das 1940 statt Roosevelt den populären Fliegerhelden Charles Lindbergh zum Präsidenten gewählt hätte

George Lakoff, The Political Mind (2008)/Jonathan Haidt, The Righteous Mind (2012): über die Rolle von Vernunft im aktuellen politisch-gesellschaftlichen Diskurs

Danach können die als „intellektuelle Elite“ Bezeichneten besser gegen die neuen Zeiten antreten.

Zeitereignisse – November 2016

Was ist Geschichte? Wie entsteht sie? Geschichte bezieht sich auf Vergangenes ist aber auch immer gegenwärtig, denn vergangene Zeitereignisse werden im Jetzt zur Geschichte erklärt. Und umgekehrt: Teile der Geschichte können in Vergessenheit geraten. Geschichte ist auch abhängig von der Perspektive und daher keinesfalls eine objektive Tatsache. Was zur Geschichte erklärt wird, hängt vom Standpunkt des Betrachters ab. Geschichte wird meistens von Geschichtsschreibern, Historikern oder Personen, die mit Macht ausgestattet sind, definiert. Was würde passieren, wenn ich selbst Geschichtsschreibung betreibe? Was ist das Ergebnis, wenn man beginnt, seine eigenen Zeitereignisse zu sammeln? Wird die daraus entstehende Geschichte sich mit der offiziellen Geschichtsschreibung decken? Werden Zeitereignisse, die man im Jetzt aufzeichnet, in der eigenen geschichtlichen Rückschau unwichtig sein? Dies sind die Zeitereignisse für diesen Monat:

Der britische High Court of Justice stärkt die Rolle des House of Commons beim Verfahren zum Austritt aus der EU, der nicht ohne die Zustimmung der Parlamentarier beantragt werden darf.

Donald Trump wird zum Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt. Die Republikaner besitzen in beiden Kammern des US-Kongresses eine Mehrheit.

In Folge des gescheiterten Putschversuchs in der Türkei werden im Rahmen von Maßnahmen gegen Oppositionskräfte die beiden Vorsitzenden der Parlamentspartei „pro-kurdische“ Demokratische Volkspartei (HDP) festgenommen. Mit einem Notstandsdekret (Nummer 677) werden weitere 15.396 Staatsbedienstete entlassen.

Das ungarische Parlament lehnt eine von Premierminister Orban vorgeschlagene Verfassungsänderung ab, mit der die Umverteilung von Asylsuchenden aus anderen Staaten der Europäischen Union nach Ungarn erschwert werden sollte.

Russland kündigt die Unterstützung für den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag auf, nachdem dies zuvor schon einige afrikanische Staaten getan hatten. Grund ist der Vorwurf einer einseitigen Praxis bei der Anklageerhebung.

In Michigan, Wisconsin und Nevada soll eine Neuauszählung der abgegebenen Stimmen bei der US-Präsidentschaftswahl durchgeführt werden.

Das Europäische Parlament beendet vorerst die Beitrittsverhandlungen der Türkei in die Europäische Union.

Donald Trump kündigt den Austritt aus dem Handelsabkommen mit 11 weiteren Pazifik-Anrainerstaaten als eine seiner ersten Handlungen als Präsident an.

The Times They Are a-Changin‘

Durch die transatlantische Zeitverschiebung kam die Nachricht am Morgen des neunten Novembers des Jahres 2016 zu uns. Der Schlaf wurde abrupt mit den Worten beendet: „Etwas Schlimmes ist passiert.“ Wir waren gewarnt, hatte sich doch schon im Juni Unerwartetes über Nacht ereignet. Gemäß eines Kinderglaubens hatten wir deshalb immer wieder laut ausgesprochen, was wir nicht haben wollen, in der Hoffnung, dass sich ein Bann realisiert.

Einst brannten an einem neunten November in der Reichsprogromnacht Wohnungen, Geschäfte, Gebetshäuser und Friedhöfe in Deutschland. Was auf dieses Ereignis folgte, wurde vor nicht allzu langer Zeit am selben Tag des Jahres gewissermaßen wiedergutgemacht. An einem neunten November fiel die Mauer, welche die beiden Teile Deutschlands voneinander getrennt hatte.

Nun verbinden wir dieses Datum erneut mit etwas Folgenschwerem: Am neunten November des Jahres 2016 hat uns die Nachricht getroffen, dass die amerikanische Bevölkerung den republikanischen Kandidaten Donald Trump zu ihrem Präsidenten gewählt hat. Schon früh am europäischen Morgen gab es daran keinen Zweifel mehr. Das Wenige, was wir in den ersten Stunden erfahren konnten, betraf die Umstände: Vermehrt Weiße, Männer und auf dem Land Lebende haben Trump gewählt. Was die Ursachen angeht, bleiben wir ratlos.

Zeiten ändern sich, sagt man – man kann es sogar singen. Ja, vielleicht können wir gegen die drohenden Veränderungen ansingen, gegen den weiteren Abstieg der Ärmeren, gegen die Spaltung ganzer Nationen, gegen den Unfrieden zwischen Menschen verschiedener Herkunft. Auf jeden Fall müssen wir wissen, dass es einen weiteren neunten November geben wird.

Monatsrückblick – November 2016

|Gesehen| Michael Haneke: Die Klavierspielerin – Guillermo del Toro: El laberinto del fauno – Steven Spielberg: The Sugarland Express – Chris Kraus: Poll – Noah Hawley: Fargo, Staffel 2 – Richard Curtis: Love Actually – Arnaud de Pallières: Michael Kohlhaas – Maximilian Erlenwein: Stereo
|Gelesen| Uwe Johnson: Eine Reise nach Klagenfurt – Bov Bjerg: Auerhaus – Max Frisch: Mein Name sei Gantenbein – Ryszard Kapuscinski: Meine Reisen mit Herodot – Max Frisch: Montauk – Carolin Emcke: Gegen den Hass
|Gehört| Robert Schumann: Klaviersonate No. 1 Op. 11
|Getan| mit A&M im Kindermuseum sowie im Museum für Naturkunde in Berlin gewesen
|Gegessen| Ramen Nudeln (Shoyu und Miso) bei Takumi Nine in Prenzlauer Berg, Blumenkohlkuchen, Radicchio-Linsen-Salat mit karamellisierten Walnüssen und Kräuter, eigenes Brot und wie immer mehrfach Bagel
|Getrunken| Kaffee bei The Barn Roastery in der Alten Schönhauser Allee, Kaffee mit Kardamom, Paulaner Spezi, Pineau de Charentes (aus dem Urlaub mitgebracht), den ersten Glühwein noch vor dem ersten Advent
|Gedacht| mal wieder erster Advent bereit im November
|Gefreut| darüber, dass der lokale Edeka einen Vorschlag ins Sortiment genommen hat (Landliebe Grießpudding Vollkorn)
|Gestaunt| wir haben es trotz der vielen Arbeit und Reisen diesen Monat tatsächlich geschafft, einen Weihnachtskalender zu basteln
|Gelernt| viele, eng getaktete Aufgaben kriegt man mit einem tollen Team wirklich gut weggearbeitet, dennoch geht es mehr an die Substanz als ruhige Projektphasen
|Gelacht| mit A&M
|Geärgert| über die Atmosphäre in einer deutschen Mensa bei Semesterbeginn, über das Wahlergebnis in den USA, über Rückenschmerzen
|Gekauft| neue Klamotten für den Winter (Jeans, Cardigan, Bluse, Rock und ein T-Shirt)
|Gewünscht| dass bald ein paar freie Tage kommen
|Geklickt| Online-Shopping-Seiten auf der Suche nach Winterklamotten und einem neuen Sofa

Zeitereignisse – Oktober 2016

Was ist Geschichte? Wie entsteht sie? Geschichte bezieht sich auf Vergangenes ist aber auch immer gegenwärtig, denn vergangene Zeitereignisse werden im Jetzt zur Geschichte erklärt. Und umgekehrt: Teile der Geschichte können in Vergessenheit geraten. Geschichte ist auch abhängig von der Perspektive und daher keinesfalls eine objektive Tatsache. Was zur Geschichte erklärt wird, hängt vom Standpunkt des Betrachters ab. Geschichte wird meistens von Geschichtsschreibern, Historikern oder Personen, die mit Macht ausgestattet sind, definiert. Was würde passieren, wenn ich selbst Geschichtsschreibung betreibe? Was ist das Ergebnis, wenn man beginnt, seine eigenen Zeitereignisse zu sammeln? Wird die daraus entstehende Geschichte sich mit der offiziellen Geschichtsschreibung decken? Werden Zeitereignisse, die man im Jetzt aufzeichnet, in der eigenen geschichtlichen Rückschau unwichtig sein? Dies sind die Zeitereignisse für diesen Monat:

Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos erhält den Friedensnobelpreis für seinen Einsatz zur Beendigung des mehr als 50jährigen Bürgerkriegs. Tage zuvor hatte die Bevölkerung in einem Referendum gegen den vereinbarten Friedensschluß gestimmt.

In vier internationalen Zeitungen wird die Identität einer Schriftstellerin aufgedeckt, die unter dem Pseudonym Elena Ferrante publiziert. Ein Journalist hatte Nachforschungen über Honorarzahlungen und Grundbucheintragungen unternommen.

Das Strafverfahren gegen Jan Böhmermann wegen Beleidigung wird eingestellt.

Dschaber al-Bakr begeht in Haft Suizid. Al-Bakr wurde aufgrund eines geplanten Sprengstoffanschlags festgenommen, nachdem ihn syrische Landsleute gefesselt und der Polizei übergeben hatten.

Bob Dylan erhält den Nobelpreis für Literatur.

Die Europäische Union und Kanada unterzeichnen das Abkommen Comprehensive Economic and Trade Agreement (CETA).

 

Monatsrückblick – Oktober 2016

Der Monat beginnt mit einem Feiertag und endet mit einem weiteren. Dazwischen vor allem viel Arbeit, Vorbereitung für den noch arbeitsreicheren November der sich ankündigt.

|Gesehen| Werner Schroeter: Malina – Park Chan-wook: Oldboy – Park Chan-wook: Sympathy for Mr. Vengeance – Park Chan-wook: Thirst – Paweł Pawlikowski: Ida
|Gelesen| Elfriede Jelinek: Die Klavierspielerin – Ernst Gombrich: Aby Warburg, eine intellektuelle Biographie – Joachim Meyerhoff: Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war – Max Frisch: Mein Name sei Gantenbein
|Gehört| Led Zeppelin: Led Zeppelin I, Led Zeppelin II, Led Zeppelin III, Led Zeppelin IV – Marvin Gaye: What’s Going On – Bob Dylan: Highway 61 Revisited – Pixies: Surfer Rosa – The Black Angels: Phosphene Dream
|Getan| Herbstspaziergang
|Gegessen| Gemüsepizza, Kartoffelsalat mit Räuchertofu, Halloumi-Burger, Bagels, Pancakes mit Ahornsirup und Lemon Curd, ungarischer Gulasch (Pörkölt), Salamini italiani alla cacciatora – Schweinebauch-Kohl-Kartoffel Eintopf
|Getrunken| Le Temple de Tourteyron (2010), Wein aus dem Médoc – Pineau de Charente rouge – Anchor Steam Beer aus San Francisco – Keemuntee bei der Teezeremonie in der Tadschikischen Teestube, Berlin
|Gefreut| über ein sehr schönes, rauschendes Geburtstagsfest
|Gestaunt| über die Präparate des Medizinhistorischen Museums der Charité
|Geärgert| dass es trotz Zeitumstellung morgens nicht so richtig hell wurde
|Gekauft| den Stromanbieter gewechselt
|Gewünscht| schöneres Wetter statt der grauen Wolken
|Geklickt| Gap Online Shop wegen neuer Jeans

Monatsrückblick – September 2016

Der September beginnt mit einem Kurzurlaub im Allgäu und endet mit einer beruflichen Reise nach Singapur. Dazwischen, schönstes Spätsommerwetter in Berlin und Mannheim. Hier die Höhepunkte:

|Gesehen| Maren Ade: Toni Erdmann – Jim Jarmusch: Night on Earth – Jim Jarmusch: Dead Man – Mika Kaurismäki: L.A. without a Map – Alexander Sokurow: Russian Ark – The Big Bang Theory, Staffeln 7&9 – Be Somebody und The Intern im Flugzeug
|Gelesen| Christa Dericum: Burgund, Erzählte Landschaft – Ingeborg Bachmann:  Malina
|Gehört| Anton Bruckner: Symphonie Nr. 7 – Karl Amadeus Hartmann: Concerto funèbre
|Getan| auf eine Alp gewandert
|Gegessen| Gado-Gado mit Emping, Onseng Onseng Boontjis (beides indonesisch), gegrillte Hochrippe vom Rind, Alpkäse, Bak Chor Mee in Teochew-Style (chinesische Nudelsuppe mit Schwein in Singapur)
|Getrunken| Geuze (spontangärendes belgisches Bier)
|Gedacht| wie viel mehr man doch über ein Land lernt, wenn man mit Menschen spricht, die dort leben und arbeiten
|Gefreut| über das schöne Herbstwetter
|Gestaunt| wie schnell man ans andere Ende der Welt fliegen kann
|Gelernt| viel über das Bildungssystem in Singapur
|Geärgert| über das im Hotel in Singapur vergessene Notizbuch
|Gekauft| Heidekraut für den Balkon und größere Töpfe für die Bananen, Reisezubehör (Mückenspray, Stromadapter, Durchfalltabletten)
|Geklickt| Anzeige aller Flüge in Echtzeit

Zeitereignisse – September 2016

Was ist Geschichte? Wie entsteht sie? Geschichte bezieht sich auf Vergangenes ist aber auch immer gegenwärtig, denn vergangene Zeitereignisse werden im Jetzt zur Geschichte erklärt. Und umgekehrt: Teile der Geschichte können in Vergessenheit geraten. Geschichte ist auch abhängig von der Perspektive und daher keinesfalls eine objektive Tatsache. Was zur Geschichte erklärt wird, hängt vom Standpunkt des Betrachters ab. Geschichte wird meistens von Geschichtschreibern, Historikern oder Personen, die mit Macht ausgestattet sind, definiert. Was würde passieren, wenn ich selbst Geschichtsschreibung betreibe? Was ist das Ergebnis, wenn man beginnt, seine eigenen Zeitereignisse zu sammeln? Wird die daraus entstehende Geschichte sich mit der offiziellen Geschichtsschreibung decken? Werden Zeitereignisse, die man im Jetzt aufzeichnet, in der eigenen geschichtlichen Rückschau unwichtig sein? Dies sind die Zeitereignisse für diesen Monat:

Die USA entsenden zum ersten Mal seit 1961 wieder einen Botschafter nach Kuba.

Nach dem Deutschen Klima-Konsortium ist der Sommer 2016 global gesehen der wärmste seit Beginn der systematischen Wetteraufzeichnungen.

Auf der Bahnstrecke zwischen München und Berlin erfolgt der Lückenschluss. Der Aus- und Neubau der Strecke ist Teil der 1992 in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen Verkehrsprojekte Deutsche Einheit.

Facebook macht nach heftiger Kritik die Löschung mehrere Posts, die das Foto The Terror of War beinhalten rückgängig. Facebook hatte die Posts aufgrund „unerlaubter Nacktheit“ gelöscht.

China und die USA ratifizieren das Abkommen von Paris, das in Nachfolge des Kyoto-Protokolls Klimaschutzziele beinhaltet.