SF to LA – Tag 3

LA – Long Beach

Große Frage: Was schaut man sich in LA in Rahmen eines kurzen Besuchs überhaupt an? Wir haben uns für zwei Dinge entschieden, die uns hinreichend spannend erschienen aber nichts mit der Filmindustrie zu tun haben: das Getty Museum und Downtown. Je nach Anziehungskraft war allerdings offen, ob das ein tagesfüllendes Programm sein würde. „The Getty“, wie es hier genannt wird, war zuerst dran. Um es gleich vorweg zu nehmen: Dessen Anziehungskraft sind wir fast den ganzen Tag erlegen. Es ist ein unglaublich schöner, spannender und zugleich entspannter Ort, dessen Besuch sich unbedingt lohnt.

Wir verließen kurz nach neun unser Hotel, um rechtzeitig zur Öffnung am Museum zu sein. Die langen Menschenschlangen zum Griffith Observatory am Tag zuvor hatten uns deutlich gemacht, dass eine frühe Ankunft längerem Anstehen entgegen wirkt. Das Getty Museum liegt auf einem Hügel direkt über dem Highway 450. Am Fuße befindet sich das Parkhaus, von dem aus der Besucher ironischerweise mit einer kleinen Bahn zum Museumsgelände gelangt (benutzt doch fast keiner in LA die immer mehr verfallende U-Bahn). Der Eintritt zum Museum und auch die Führungen sind frei. Das Parken kostet 15 Dollar.

Der Ort, an dem uns die kleine Bahn zum Berg entlässt, kann als Utopia in Mitten dieser gewaltigen Stadt bezeichnet werden. Die einzelnen Gebäude sind schon am Morgen in gleißendes Sonnenlicht getaucht. Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt: wir kommen mit einer der ersten Bahnen oben an und wissen gar nicht, was wir zuerst bestaunen sollen: die Architektur und Anordnung der Gebäude oder den unglaublichen Blick über L.A. Wir entscheiden uns spontan für die um 10.15 Uhr beginnende Architektur-Führung und lassen uns von Jodie nochmal ausführlich erklären, welche Vision der Architekt Richard Meier mit dem Gebäude verfolgt hat.

Das Getty nimmt die Stadt in sich auf und spiegelt sie wieder. Wie auch die verschiedenen Viertel der Stadt, soll es ein Platz zum Arbeiten, Leben und Entspannen sein. Die einzelnen Gebäude beinhalten nicht nur Ausstellungsräume sondern auch Büros für  Forschung und Ateliers für die Restaurierung und Konservierung von Kunstwerken. Die weiße Steinfassade – weiß ist die Markenfarbe des Architekten – und die Gebäudeformen nehmen die umliegende Landschaft auf und führen sie fort. Über den Tag strömen mit jeder Bahn, die neu oben ankommt, mehr Menschen auf das Gelände. Das Gelände wirkt nicht nur weitläufig, es ist es auch. Der Andrang, der hier aufgrund der Feiertage herrscht, verläuft sich so gut, dass wir ihn erst später an der Belegung des Parkhauses und der langen Autowarteschlange in der Zufahrt wirklich wahrnehmen.

Die einzelnen Räume zeigen Kunstwerke wie Skulpturen, Gemälde, Zeichnungen sowie eine beeindruckende Sammlung an Fotografien. Das berühmteste Stück ist vielleicht „Les iris“ von Vincent van Gogh. Außerdem gibt es eine eigene Skizzengalerie, die nicht wie sonst manchmal zu sehen, auf Kinder abzielt. Hier kann sich jeder Kunstinteressierte mit Papier und einem Zeichenutensil seiner Wahl versorgen und sich selbst ausprobieren.

Auf dem Weg zum Hotel machen wir einen kurzen Abstecher zur Walt Disney Concert Hall von Frank Gehry, verzichten jedoch aufgrund der einsetzenden Dunkelheit und unserer Asphaltmüdigkeit auf weitere Touren durch Downtown L.A. Richtung Highway durchfahren wir eine Straße, die vielen Menschen einen Platz zum Leben gibt ohne ein Zuhause zu sein. Die Straße ist gefüllt mit Menschen, die stehen, sitzen, liegen, trotten. Im ersten Moment meint man, sie warten auf etwas. Die ganze Szenerie ist in der schon angebrochenen Nacht sehr  beklemmend und beängstigend, trotz der Karosserie, die uns schützt. Sicherlich kein schöner Vergleich aber trotzdem ein anschaulicher: die dunklen Gestalten erinnern einen an so unwirkliche Wesen wie Zombies. Wir sind verängstigt aber vor allem geschockt. In dieser Häufung haben wir Armut und Hoffnungslosigkeit im Tenderloin in San Francisco und auch sonst nirgends gesehen. Das idyllisch strahlende Weiß des Getty lässt sich mit diesem Schwarz der Straße auf keinen Fall vereinbaren!

Hier geht’s weiter mit Tag 4.

Wochenrückblick (#19)

Wir sind für ein paar Tage in den Bergen in Squaw Valley. Hier haben 1960 die Olympischen Spiele stattgefunden. Schneehöhe 30 Zoll, das ist fast nix. Dafür waren die Straßen frei und wir konnten mit dem von vier Rädern angetriebenen SUV gut fahren.

|Gesehen| A Touch of Sin, Chan is missing, Boyz n the Hood
|Gelesen| Rebecca Solnit: Infinite City
|Gehört| Autoradio auf der Fahrt nach Squaw Valley
|Getan| Gold gesucht; Mural von Diego Rivera angeschaut, durch den Golden Gate Park gewandert, die Stadt erkundet, ein Fahrrad verkauft
|Gegessen| Burger und Fisch im Auburn Ale House, Kürbis mit Würstchen, vegetarischer Burrito
|Getrunken| Arizona Eistee, Anchor Steam Beer, Orangen- und Grapefruitsaft
|Gedacht| Es sind über 22°C in San Francisco und es hat kaum geregnet. Kein Wunder,  dass in der Sierra Nevada kaum Schnee liegt.
|Gefreut| über den Besuch von Gs Eltern
|Gelacht|  beim Weglaufen vor den Wellen am Strand
|Geärgert| über die Niederlage der 49’s
|Gekauft| nix
|Gewünscht| dass genügend Schnee liegt für ein paar gute Abfahrten
|Geklickt| auf den Seiten von Squaw Valley: Skiverleih und Skipässe gebucht

Hausfrauen-Smutie

Das Rezept habe ich so genannt, weil es sicher der arbeitsaufwändigste Smoothie auf der ganzen Welt ist. Man muss Mandelmilch machen, dann noch Kohlblätter dämpfen, Gemüse einfrieren und irgendwann kann man alles pürieren.

Allerdings: Das Ergebnis entschädigt auf ganzer Linie für die Mühen. Ein eiskalter Start in den Morgen, der weder zu „grün“ noch zu süß schmeckt. Die Mandel-Cashew-Milch trägt einen großen Teil zum vollmundigen Geschmack bei und mal nicht der unzureichende Ersatz für Kuhmilch.

Mit ein wenig Vorbereitung am Wochenende, kann man den Smutie auch ganz leicht zum Karrierefrauen-Smutie machen: Die Mandel-Cashew-Milch hält sich im Kühlschrank einige Tage, das Obst ist eingefroren und hält sich so Wochen. Im Idealfall friert man es bereits dann ein, wenn es Saison hat. Auch den Kohl kann man vorab däpfen und kühlen oder einfrieren. Er taut superschnell auf. ich habe alles ein einem Tag vorbereitet und konnte dann viermal Smuties zum Frühstück trinken.

Einen Nachteil hat das Rezept: Ich weiß nicht, ob es in Deutschland nachbaubar ist. Neben Birnen und Trauben braucht es nämlich Lacinato Kale – zu deutsch Palmkohl. Wird der  irgendwo angebaut? Ersatzweise gehen aber auch Spinat und Mangold.

Zutaten:
für 2 Portionen

1 handvoll Weintrauben (gefroren)
1 Birne
1 kleine Banane
4 Blätter Palmkohl (gewaschen, gedämpft)
400 ml Mandel-Cashew-Milch (Rezept hier) oder Mandelmilch

Zubereitung:

1. Weintrauben waschen, vom Stiel zupfen und einfrieren. Birne waschen, Kernhaus entfernen, in Stücke schneiden und ebenfalls einfrieren. Beides kann auf einen Teller oder ein Backblech gelegt werden bis es gefroren ist und dann in Dosen umgefüllt werden.

2. Palmkohl waschen, Stiele rausschneiden und mit wenig Wasser in einem Topf (oder in einem Dampfeinsatz) etwa 1-2 Minuten dämpfen, so dass er zusammenfällt. Unter kaltem Wasser kurz abkühlen und ausdrücken. Wenn er nicht sofort weiterverwendet wird, einfrieren oder kühlen.

3. Banane schälen und in kleine Stücke schneiden.

4. Macami, Kohl, Banane,  gefrorene Weintrauben und gefrorene Birnen in einen Standmixer geben. Drei Minuten mixen, davon die erste Minute auf niedriger Stufe beginnen. Danach hochschalten.

5. In ein Glas geben und sofort servieren.

Wochenrückblick (#18)

Die Katze hat uns oft besucht diese Woche. Sie war so anhänglich, dass sie sich nicht nur ausgiebig hat streicheln lassen, sondern dann sogar über Nacht geblieben ist. Ihre Familie war über Silvester im Urlaub und noch nicht zurück.

|Gesehen| The Good Wife (3. Staffel)
|Gelesen| Henry Miller: Big Sur and the Oranges of Hieronymus Bosch
|Gehört| Richard Wagner: Parsifal Vorspiel
|Getan| Abschiedsbesuch in Berkeley (G), im Seminar in Stanford vorgetragen (M), mit Yoga und Pilates wieder angefangen, nochmal richtig viel Brot gebacken, die Katze längere Zeit zu Besuch gehabt, einmal sogar über Nacht, Basketball und Tennis gespielt, im De Young Museum David Hockney angeschaut
|Gegessen| Pasta Bolognese, Maissuppe, Süßkartoffeln aus dem Ofen mit Salat, Satsuma-Mandarinen, Brot von ACME, Broiler
|Getrunken| Santa Cruz Limonade
|Gedacht| Was machen wir nur mit dem ganzen Rettich, der in unserer Gemüsekiste war?
|Gefreut| über einen schönen Regentag im Museum
|Gelacht| über die Katze und M zusammen auf dem Sofa
|Geärgert| über lange Schlangen beim Ticketverkauf im DeYoung Museum
|Gekauft| Cal T-Shirt
|Gewünscht| Schnee in Squaw Valley
|Geklickt| craigslist für den Verkauf unsere Räder und von ein paar Haushaltsgegenständen

Macami: Mandel-Cashew-Milch

„Jetzt dreht sie völlig durch,“ höre ich meinen Papa trotz der 9.223 Kilometer Entfernung schon förmlich rufen, „wozu braucht man den sowas? Sie kann doch wirklich was Richtiges essen.“ Und damit hat er Recht, klar „braucht“ niemand Milchersatz aus Wasser und Nüssen zu machen und klar, essen wir auch was anderes. Aber das musste ich ausprobieren. Fertigungstiefe, ihr wisst schon.

Angefixt durch ein kalifornisches Foodblog, das eine Freundin unserer Nachbarin schreibt, wollte ich einen ganz bestimmten Smutie (a.k.a. Smoothie) machen. Und dazu brauchte ich Mandelmilch. Da sie davon schwärmt, wie viel besser die hausgemachte Version schmeckt und unser Haus- und Hofsupermarkt die benötigten Nussmilchbeutel anbot, tätigte ich die Investition. Es geht aber auch mit jedem anderen Nylon-Beutel (z.B. einem Wäschesäckchen) oder sogar mit einem Baumwolltuch (z.B. Geschirrtuch, vorher kurz ausgekocht). Notwendig ist allerdings ein Standmixer mit Schneidstab, der halbwegs Power hat. Aber selbst mein kleiner Pürierstab-Mixer hat es gut hinbekommen.

Die Mandel-Cashew-Milch schmeckt mir tatsächlich besser als die aus dem Supermarkt, die immer ein bisschen kreidig-kalkig ist. Allerdings bleibt es Mandelmilch, schmeckt genauso wie sie gemacht wird: nach Mandelwasser. Mit richtiger Milch ist sie hinsichtlich ihrer Cremigkeit und auch des Geschmacks nicht zu vergleichen. Mit ein bisschen Salz oder Zucker oder auch Gewürzen kann man die Macami noch verfeinern und erhält so ein eigenständiges Produkt. Nur eben keine Milch.

Der Versuch hat sich sehr gelohnt, der Smutie überzeugt auf ganzer Linie, gerade wegen der Mandelmilch. Hier erstmal das Rezept für die Macami. Das Smutie-Rezept folgt in den nächsten Tagen.

Zutaten:

150g Mandeln (ganz, nicht geschält, nicht geröstet)
130g Cashewnüsse (ganz oder Bruch, nicht geröstet, nicht gesalzen)
450ml Wasser zum Quellen (stilles Mineralwasser oder Leitungswasser, je nach Geschmack)

750 ml Wasser zum Milchmachen (stilles Mineralwasser oder Leitungswasser, je nach Geschmack)

Zubereitung:

1. Mandel und Cashewnüsse in ein hohes Gefäß geben und etwa 12 Stunden in Wasser quellen lassen. Sie vergrößern sich dabei deutlich.

2. Nüsse abgießen. Bei mir blieben jetzt 400g gequollene Nüsse übrig. Diese in einen Mixer  und 750ml Wasser dazu geben. Hier kann Mineralwasser ohne Kohlensäure nehmen, wenn man das Leitungswasser nicht so mag. Bei meiner Mixergröße habe ich das ganze in zwei Portionen gemacht: also jeweils 200g gequollene Nüsse mit 375 ml Wasser. Etwa 3 Minuten lang wirklich fein mixen. Ein Standmixer oder Vitamix schafft das aber auf einmal.

4. Die Mischung in einen Nussmilchbeutel umfüllen und über einer großen Schüssel gut ausdrücken. Beutel so lange kneten und drücken bis keine Flüssigkeit mehr rauskommt. Bei mir sind 950ml Macami entstanden. Die meisten Rezepte nutzen mehr Wasser und erhalten dann dünnere Milch, ich wollte sie aber nicht ganz so wässrig haben.

5. Macami in ein verschließbares Gefäß umfüllen und im Kühlschrank aufbewahren. Sie hält sich etwa 3-4 Tage.

6. Die übrig gebliebene Nussmasse – bei mir waren es 245g – im Kühlschrank aufbewahren und damit Kuchen backen, Pfannkuchen machen oder sie zum morgendlichen Porridge geben. Wenn man sie nicht sofort verwenden kann, einfrieren.

Timothy Ferris: The 4-Hour-Workweek

The 4-Hour-Workweek ist ein Sachbuch, das versucht zu erklären, wie man mit so wenig Arbeit wie möglich seine Ziele im Leben erreichen kann. Es dreht sich um die Frage, was man im Leben gerne machen will, wie viel Geld man dazu benötigt und wie man es mit möglichst wenig Zeitaufwand verdient. Die Idee ist es Lebensträume nicht erst zur Rente wahr werden zu lassen, sondern während des Berufslebens schon Raum und Geld dafür zu schaffen.

Das Buch beginnt damit zu fragen, wie man seine Träume und Ziele überhaupt findet, wie man sich vor Ablenkung schützt und welche täglichen Zeitfresser es sind, die einen acht Stunden im Büro halten. Er gibt Hinweise zur Steigerung der eigenen Produktivität und erläutert, welche Möglichkeiten man hat, um seinen momentanen Job außerhalb des Büros und jenseits fixer Arbeitszeiten zu erledigen.

Die Umsetzung der Vier-Stunden-Woche nach seinem Vorbild wäre ein eigenes kleines Unternehmen, das kaum aktive Steuerung erfordert aber jeden Monat genügend Geld zur Finanzierung der eigenen Träume abwirft. Hier gibt Ferris konkrete Hinweise dazu, wie man ein neues Produkt erdenkt, auf Markttauglichkeit testet, einen Onlineshop aufsetzt und dann genügend davon verkauft.

Was den Inhalt angeht bin ich gemischter Meinung. Einerseits sind ein paar sinnvolle Überlegungen drin (z.B. mehrmonatige Auszeiten schon während des Berufslebens schaffen, statt alles auf die Rente zu verschieben), andererseits dürfte Ferris’ Vorstellung davon, wie das zu finanzieren ist – nämlich ein kleines Unternehmen gründen, das einen profitablen Nischenmarkt bedient – nur für die wenigsten umsetzbar sein. Wer es dennoch versuchen will, findet am Ende jedes Kapitels kleine Übungen und Aufgaben, die es erleichtern sollen, mit den einzelnen Punkten anzufangen.

Das ist das erste Hörbuch, das ich nicht als Hörbuch empfehlen würde. Zu jedem Kapitel gehört ein umfangreicher Anhang mit Links und Verweisen, die dann alle stoisch mit vorgelesen werden. Zum Nachschlagen ist das ziemlich unpraktisch. Und noch dazu ist es Zeitverschwendung seitenweise Internetlinks vorzulesen. Wen also die Idee interessiert, besser das richtige Buch oder noch besser das E-Book nutzen. Dann kann man die Vielzahl enthaltener Links auch direkt anklicken.

Timothy Ferris (2009): The 4-Hour Workweek: Escape 9-5, Live Anywhere, and Join the New Rich (Expanded and Updated), Hardcover, Harmony.

Wochenrückblick (#17)

Euch allen auf diesem Weg nochmal ein gesundes, schönes, entspanntes, spaßiges, interessantes, kuscheliges, lichtvolles und faszinierendes neues Jahr. Wir waren rechtzeitig vor Mitternacht aus LA zurück und haben den Jahreswechsel in San Francisco verbracht. Nun beginnt unser letzter Monat hier.

|Gesehen| Girls (erste und zweite Staffel), American Graffiti, Beasts of the Southern Wild
|Gelesen| Salman Rushdie: Joseph Anton (im Auto als Hörbuch)
|Gehört| Mahler, 6. Symphonie, Tom Petty: Into the great wide open
|Getan| im Pazifik gebadet, Tennis gespielt (und dazu nach vier Monaten das erste Mal den extra deswegen mitgebrachten Schläger benutzt!)
|Gegessen| Enchiladas mit Blumenkohl, Portobellopilzen und Stängelkohl; gefüllte Paprikaschoten; Quiche; Pasta mit Knoblauch und Kürbis; gegrillte Artischocken und Cheesecake in der Cheesecake-Factory; Möhrenkuchen; Kartoffelsalat mit Sour Cream und Kerbel; Pfannkuchen, Baked Beans und Käsetoast als spätes Sonntagsfrühstück
|Getrunken| Smoothies mit selbstgemachter Mandelmilch, jede Menge Tee, Limonade oder Cola auswärts
|Gedacht| so langsam bricht die Zeit der „letzten Male“ an
|Gefreut| über Weihnachtspost von Ms Schwester und auf das neue Jahr
|Gelacht| über den Postillon Hoax in der Profalla-Affäre
|Geärgert| über Misserfolge beim Brotbacken, Weizenvollkornmehl und ich – wir werden hier in SF keine Freunde mehr (zum Glück ist es jetzt alle)
|Gekauft| einen Nussmilchbeutel
|Gewünscht| eine neue Regenjacke
|Geklickt| diese Woche ziemlich viel bei Twitter rumgeklickt

Rutscht gut ins neue Jahr

Bei euch ist es ja schon fast soweit, wir haben den Tag und eine Rückfahrt noch vor uns. Mit dem Blick über Long Beach im Süden von L.A. wünschen wir euch eine schöne Silvesternacht.

Das Foto haben wir vor einer halben Stunde vom Dach unseres Hotels gemacht. Im Hafen liegt die Queen Mary, die – inzwischen fest vertaut – als Hotel dient. Der Rest der Hafenmeile ist halb Vergnügungspark, halb Ausgehmeile.

Wir sehen uns im nächsten Jahr.

Wochenrückblick (#16)

Weihnachten in San Francisco, ohne Schnee, ohne Kälte dafür mit viel Sonne verbracht. Und nun sind wir ein paar Tage unterwegs. Diesmal weiter nach Süden die Küste entlang bis nach Los Angeles. Big Sur, Cambria, Santa Barbara und Teile von L.A. haben wir schon gesehen. Am Dienstag wollen wir in SF zurück sein.

|Gesehen| zum zweiten Mal hier im Kino gewesen, diesmal: Blue is the Warmest Color
|Gelesen| Jack Kerouac: Unterwegs
|Gehört| Weihnachtsmusik mit der (jetzt freien) Spotify-App über das iPhone, Autoradio, Beethoven beim Cruisen über L.A.s Freeways
|Getan| im Kino gewesen, ein Weihnachtsessen gekocht, an der Küste entlang nach Süden gefahren und dabei Big Sur, Cambria, Pismo Beach und Santa Barbara gesehen, Los Angeles durchfahren, das Hollywood-Schild gesehen, einen schönen Tag im Getty Center verbracht
|Gegessen|Möhrensuppe mit Garnelen, Chateaubriand mit gebratenen Möhrchen, Polenta, Broccoli und Cranberry-Sauce, Schokokuchen, jede Menge Weihnachtsplätzchen, auswärts  vor allem Frühstück auf unserem Roadtrip, abends bei Umami-Burger in L.A.
|Getrunken| hausgemachte Limonade, Chardonnay aus Sonoma, Weizengras-Smoothie
|Gedacht| das Getty Center ist wahrscheinlich das einzige Museum, in das man gerade dann gehen sollte, wenn schönes Wetter ist
|Gefreut| über den Blick auf Jupiter und vier seiner Monde durch das Teleskop im Griffith Observatory
|Gelacht| über Ms Versuche, Olivia am Ende des Weihnachtsabends aus der Wohnung zu bugsieren
|Geärgert| immer noch über wackliges Internet
|Gekauft| Weihnachtsgeschenke
|Gewünscht| noch in den Pazifik hüpfen
|Geklickt| Hotelseiten für unseren Ausflug nach L.A.

Mit dem Fernglas um den Hals

Nachdem wir am Vortag in Point Reyes erfahren hatten, dass Wale unterwegs sind, wollten wir sie auch gerne selbst sehen. Also geht unser zweiter Ausflug mit Ms Eltern in Richtung Süden zum Point Lobos State Reserve. Hier hatten wir bei unserer Küstenfahrt nach Süden schon mal kurz angehalten, Ende September war aber so viel los. Dann wird der Park geschlossen und weitere Autos werden erst reingelassen, wenn wieder Platz ist. Diesmal war es perfekt. Es war fast nichts los und wir hatten strahlenden Sonnenschein.

Vorab: Ein Besuch lohnt sich. Gerade im Winter. Die Temperatur liegt nochmal deutlich über der in San Francisco und der Blick aufs Meer ist sowieso unschlagbar. Ein netter Park-Ranger zeigt uns nicht nur ein Falken-Pärchen sondern informiert uns auch, dass man sich am Infohäuschen nahe der Sea Lion Cove kostenlos Ferngläser ausleihen kann. Steht nirgendwo, weiß keiner, ist aber super. Damit können wir nicht nur die Seeotter, Seelöwen, Pelikane, Kormorane beobachten, die auf den Felsen vor der Küste in der Sonne liegen oder sitzen, sondern auch nach Walen Ausschau halten.

Und dann entdecken wir tatsächlich welche. Ganz weit draußen sieht man die typischen Fontänen, die sie beim Atmen auspusten. Manchmal erspäht man noch den ein oder anderen Walrücken, die Finne oder die Flosse, die aber wegen der Entfernung nur mit dem Fernglas wirklich von den Wellen zu unterscheiden sind.

Die Wege sind gut zu begehen und bei einem etwa 2-3 stündigen Besuch kann man die ganze Küstenlinie des Parks entlang laufen und einen Großteil sehen.

Anschließend hatten wir uns noch die Mariposa-Grove in Pacific Grove vorgenommen, wo viele tausende Monarchfalter ab November den Eukalyptusbäumen überwintern sollen. Als wir im September hier waren, konnten wir noch keinen einzigen entdecken. Umso gespannter sind wir jetzt.

Aber die Schmetterlingsschwärme sind entweder noch nicht da oder dieses Jahr woanders. Gerade mal eine Traube mit hunderten Faltern konnten wir in der Krone einer Pinie entdecken. Irgendwie haben wir uns deutlich mehr davon versprochen.

Fürs Abendessen suchen wir uns aus dem Lonely Planet die Duarte’s Tavern in Pescadero aus. Die Wahl erweist sich als Glücksgriff. Zum einen weil wir so den Sonnenuntergang genießen können, während wir – die diesmal schnurgerade – Küstenstraße des Highway No. 1 nach Norden fahren. Und zum anderen, weil es sich gar nicht um den Touristenspot handelt, den man bei einem Tipp aus dem Lonely Planet erwarten würde. Vielmehr sind wir in einem typischen Gasthof gelandet, in dem neben Tagesausflüglern wie uns auch Einheimische sitzen und sich die Fischgerichte und selbstgebackenen Pies schmecken lassen. Wir hatten New York Steak Sandwich, Cheeseburger mit Fritten und selbstgemachtem Coleslaw, fritierter Red Snapper mit Fritten und gebratenen Red Snapper mit Kartoffelstampf und Gemüse. Alles solide gemachte Gerichte, frisch gekocht und fair bepreist. Der aufmerksame Service (Tee und Limo wurden ungefragt nachgefüllt) und der Olaliberry Pie zum Nachtisch haben das Essen perfekt gemacht. Große Empfehlung also. Tipp: Wenn möglich nach einem Tisch im Barraum fragen; viel belebter und uriger als im Dining-Raum, wo es recht altmodisch-plüschig zugeht.