08. März 2016, 07:26 Uhr: Den neuen Fahrradweg an der S25 ausprobieren. Und danach Blumen von den Kollegen. Internationaler Frauentag.
Es ist nicht das Schlechteste mit Bob Dylan im Ohr ein letztes Mal auf den Main Quad der Stanford University zu treten, ein letztes Mal den Memorial Court zu durchqueren und unter dem großen Tor hindurchzuschreiten, mit der Nachmittagssonne im Rücken der endlos scheinenden Palmenallee entgegen. „God Bless America“ für einen Moment. Goodbye!
Am Abend seit einer Ewigkeit mal wieder Basketball gespielt: Vier gegen Vier, half court. Nach einer Stunde war ich komplett geplättet. Bin mit zwei „Handicaps“ in die Partie gestartet: Brille auf der Nase und Schuhe am Fuß, die so rutschig waren, dass ich mich auf dem astrein lasierten Parkett wie eine Primaballerina auf dem Eis bewegte. In der Offensive hielt ich mich mit einem grauenhaften Airball (Wurf, der nicht mal den Ring berührt) und zwei Abstauber-Korblegern zurück. Meiner eigenen Betrachtung nach konnte ich mich in der Defensive ein wenig zum Big G (German) aufschwingen, da die 70 Prozent der Angriffe, die über meinen Gegenspieler gingen, nicht zu 70 Prozent der Punkte gegen uns wurden. Und bei den zwei Partien war ich jeweils im Siegerteam. Ehrlich gesagt glaube ich aber, dass die mich „stiff“ (den Hüftsteifen) nannten. Soviel zu meiner Form… Na ja, jetzt bräuchte ich jedenfalls ein Ermüdungs- äähhh – Entmüdungsbad und dann: Gute Nacht!
Manche Filme muss man wirklich nicht gesehen haben, und manch andere Filme muss man nicht gesehen haben bis auf einen sehenswerten Ausschnitt! „Bullitt“ aus den späten Sechzigern mit dem damals gerade auftstrebenden Steve McQueen in der Hauptrolle ist so ein Exemplar. Der Klappentext versprach mir einen spannenden Thriller, und dass der Film fast ausschließlich an Originalschauplätzen in San Francisco gedreht wurde. Und recht schnell wird auch klar, woher die Spannung kommen soll: Ein Polizist soll einen wichtigen Zeugen in einem in wenigen Tagen beginnenden Gerichtsprozess vor Mafia-Häschern schützen. Und dann geht’s einfach nicht voran. Der Plot kommt irgendwie nicht ins Rollen. Selbst als aufmerksamer Zuschauer dämmert man bald vor sich hin – bis zur grandios gefilmten Verfolgungsjagd durch die Straßen von San Francisco:
http://www.youtube.com/watch?v=-Lbs_nYW3-o
Dieser Moment: Wenn du – nachdem du die Gemüsekiste in Empfang genommen hast, die von einer der besten Bio-Farmen der Gegend kommt, einer Farm, von der auch die guten Restaurants ihr Gemüse beziehen und die ihren Truck einmal in der Woche mit Gemüse belädt, in die Stadt schickt, vor einem dieser Restaurants parkt und ihre Kisten an jedermann verkauft – wenn du also, eine dieser Kisten abbekommen hast und dann, wie ein Lasteselchen bepackt, mit dem ganzen Grünzeug im Rucksack durch den Golden Gate Park radelst. Am Spätnachmittag. In der Sonne. Einfach so. Weil es dein Heimweg ist.